Tag Archive: Rowohlt Verlag


Zauberhafte Unterhaltung hoch drei aus dem Rowohlt Verlag

Meine lieben Poeten,

wie angekündigt, werde ich euch heute ein paar ganz wunderbare Geschichten ans Herz legen. Gerade das trübe Herbstwetter lädt dazu ein, sich mit einem guten Buch und einer Tasse dampfendem Tee oder Kaffee aufs Sofa zu kuscheln und zwischen den Seiten abzutauchen. Oder aber, sich wunderbare Bücher vorlesen zu lassen, während man die lästige Hausarbeit erledigt. Dabei habe ich alle drei Hörbücher aus der Not heraus gehört, weil ich gerade nichts anderes zur Hand hatte und bin prompt von zwei mir empfohlenen Büchern überzeugt und auf eine Perle gestoßen worden. Fangen wir aber mit dem Buch an, dass mich sowohl am meisten begeistert als auch am meisten überrascht hat. An dieser Stelle übrigens mein großer Dank an die Verlage, die diese und andere Schätze bei Spotify zur Verfügung stellen! Das hat mich nun schon so oft gerettet.

Mary Ann Shaffer – Deine Juliet: Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf

Argon Verlag; Laufzeit: 7 Stunden, 29 Minuten Autorisierte Lesefassung,                                            12,95 € (6 CD Multibox),                                   erschienen am 20. Februar 2014                                     ISBN: 978-3-8398-9200-8

Ein Titel*, der erstmal wenig erfolgversprechend klingt aber durch seine Skurilität natürlich neugierig macht. Was steckt dahinter? Wer ist Juliet? Was sind die Guernseyer Freunde von Dichtkunst und vor allem: Was ist ein Kartoffelschalenauflauf? Diese und viele andere Fragen werden in diesem bezaubernden Briefroman beantwortet. Gemeinsam mit der liebenswerten Journalistin und angehenden Autorin Juliet Ashton lernt man den Bauern Dawsay Adams kennen, der auf einer der Kanalinseln lebt und liest bzw. hört dort zum erstem Mal etwas von oben genannter Vereinigung. Die gemeinsame Liebe zur Literatur ist es, die eine herzliche Freundschaft zwischen Juliet, Dawsay und den anderen Mitgliedern des Bücherkreises entstehen lässt. Je mehr Juliet über die Freunde, deren Leid in Kriegszeiten und ihren Umgang damit erfährt, desto neugieriger wird sie – und mit ihr der Leser. Gefühlvoll erzählt die Autorin in ihrem Debütroman von Land und Leuten und zeigt einen Blickwinkel auf den Krieg, wie man ihn vielleicht noch nicht kennt. Kein Fokus auf das Leid und die Gewalt, obwohl diese natürlich nicht verschwiegen oder beschönigt werden, statt dessen der Fokus auf das alltägliche Leben, auf Entbehrungen und Angst, aber auch auf die Wunder, die geschehen können, auf Herzlichkeit und Liebe und die Kraft einer Freundschaft die ohne den Krieg gar nicht entstanden wäre.

Fazit: Eine Liebeserklärung an die Literatur, an den Beruf des Buchhändlers und an das Leben.  Gefühlvoll ohne kitschig zu sein, authentisch und man bekommt richtig lust Sturmhöhe und andere Klassiker zu lesen oder mal wieder einen Brief zu schreiben. Denn was kann es schöneres geben, als von der Arbeit nach Hause zu kommen und liebevoll verfasster Zeilen eines Freundes zu lesen? Absolut lesens- und vor allem hörenswert, da das Hörbuch von namhaften Sprechern vertont wurde u.a. David Nathan, Oliver Rohrbeck, Dietmar Wunder, Luise Helm, Tanja Geke und Johannes Steck. Ich jedenfalls muss dieses Buch unbedingt auch noch einmal lesen. Ungekürzt!

Tragisch ist, dass die Autorin, die ihren Debütroman erst in einem hohen Alter verfasst hat, die Reaktionen der Leser darauf nicht mehr miterleben konnte. Sie verstarb wenige Wochen vor der Veröffentlichung ihres Werkes.

* Man muss anmerken, dass der Titel des Buch lediglich „Deine Juliet“ lautet und der Zusatz (der für mich auch tatsächlich ausschlaggebend war zu dem Hörbuch zu greifen) wohl nur auf der Hörbuch-CD zu finden ist.

Eine Leseprobe findet ihr HIER! Wer sich lieber von der Qualität des Hörbuches überzeugen möchte, der kann es mal bei Spotify versuchen oder HIER, zu hören u.a der erste Brief von Dawsey Adams an Juliet und ihre Antwort.

Maria Goodin – Valerie Kocht

Argon Verlag; Laufzeit: 5 Stunden, 31 Minuten, Autorisierte Lesefassung;                                            19,95 € (5 CD Multibox),                                    erschienen am 26.September 2013                           ISBN 978-3-8398-1286-0

Und wieder ein Titel der doch eigentlich so gar nicht nach rührendem Roman, nach gefühlvoller Lektüre oder nach großen Emotionen klingt. Und wieder ein Buch in dem sich genau das alles verbirgt. Im Gegensatz zu „Deine Juliet“, bin ich über dieses Buch aber an allen Ecken und Enden gestolpert und habe mich gerade deshalb wohl auch so dagegen gewehrt. Überpräsenz eines Buches löst bei mir ja gelegentlich einen Fluchtreflex aus. Tja, in diesem Fall wohl ein großer Fehler, denn auch diesmal wurde ich positiv überrascht. Die Grundidee des Buches, eine junge Frau, die an die Seite ihrer sterben Mutter reist und versucht letzte Geheimnisse ihrer Herkunft zu klären, könnte bekannter nicht sein. Aber wie so oft ist es die Umsetzung, die aus einer scheinbar einfachen Idee eine großartige Geschichte macht. Nell, eine brillante Naturwissenschaftler und angehende Forscherin hat alles was man sich wünschen kann: beruflichen Erfolg und einen gutaussehenden, begehrenswerten Partner. Wäre da nicht ihre Mutter Valerie, die ihr zeitlebens Fantasiegeschichten über ihre Geburt, ihre frühste Kindheit und ihr Heranwachsen erzählt hat. Die Mutter, die eigentlich nie etwas anderes getan hat als den ganzen Tag zu kochen und zu backen.  Als nun die Mutter an Krebs erkrankt, beschließt Nell, dass es an der Zeit ist, das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu lüften. Sie stellt ihren Beruf hinten an und verbringt einen letzten Sommer an der Seite der Frau, die ihre Mutter ist und von der sie doch eigentlich nichts weis. Denn egal was Nell fragt, Valerie antwortet nicht, nie. Valerie kocht! Und dann steht sie vor der großen Frage, ob es manchmal nicht doch besser ist eine Lüge zu glauben, statt die Wahrheit zu kennen.

Fazit: Zu Tränen rührend und einfach schön. Eine Geschichte über die Liebe einer Mutter, die bereit ist alles aufzugeben, um ihrem Kind ein farbenfrohes Leben zu schenken, über die Stärke einer unscheinbaren Frau. Eine Geschichte, die uns auffordert nicht immer alles nach dem zu bewerten was wir zu wissen glauben. Valerie kocht! ist aber vor allem auch als Hörbuch absolut zu empfehlen, da die Sprecherin hier großartige Arbeit leistet. Mit ruhiger Stimme, an den richtigen Stellen emotional und aufgewühlt begleitet Ulrike C. Tscharre den Leser durch einen Sommer voller Wunder. Eine Sprecherin die mir bisher unbekannt ist, der ich aber gerne mehr Aufmerksamkeit schenken will.

Eine Leseprobe findet ihr HIER! Den Appetit anregen kann man  HIER mit den ersten 3 Minuten des Hörbuchs.

Lena Gorelik – Die Listensammlerin

Argon Verlag, Laufzeit 7 Stunden 32 Minuten, Autorisierte Lesefassung,                                             19,95 € (6 CD Klappdeckelschachtel),                erschienen am 26. September 2013,                          ISBN 978-3-8398-1283-9

Das dritte Buch im Bunde, wieder Rowohlt, wieder ein ungewöhnlicher Titel und wieder einmal eine Geschichte, die so ganz anders ist als erwartet. Sofia, Mutter einer schwer kranken Tochter, ist schon seit frühster Kindheit mit dem Leben überfordert. Um sich zu beruhigen schreibt sie Listen – viele Listen. Über alles, Noten, Freunde, filmreife Momente in ihrem Leben, Sätze die man von Ärzten hören will, Sätze die man von Ärzten nicht hören will, … und sie führt diese Listen akribisch. Sie werden umgeschrieben, neu geschrieben, erweitert, zusammen gelegt oder getrennt. Als ihre Großmutter ins Heim kommt und allen klar wird, dass sie dieses nicht mehr verlassen wird, fällt der ehemaligen Weltenbummlerin die Aufgabe zu den Haushalt der alten Frau aufzulösen. Dabei fällt ihr ein Kästchen in die Hand und darin findet sie eine große Sammlung von Listen, Listen über alles mögliche und zu jedem Thema. Wer war der mysteriöse Verfasser und warum gerät ihre Mutter so derart aus der Fassung als Sofia ihr den Fund zeigt? In zwei Zeitlinien erzählt die Autorin hier von Sofia, aus München, ihrem Leben und ihren Problemen, und von ihrem eigenwilligen Onkel Grischa und seinem Leben in der Sowjetunion, das Land aus dem Ihre Mutter und Großmutter einst zusammen mit ihrem Stiefvater geflohen sind. Auch hier geht es um Geheimnisse, um Vergangenheit, um die Liebe von Mutter und Kind, aber auf ganz andere Weise wie in „Valerie kocht“, denn Sofias Mutter hat keine Märchen erzählt, sie hat geschwiegen. Eine spannenden Reise in die Vergangenheit beginnt, aus der man eigentlich als Leser bzw. Hörer gar nicht auftauchen möchte, da einem die bisweilen sehr egoistische Sofia durchaus  – vor allem in der Anfangsphase des Buches – auf die Nerven geht.

Fazit: Lese- und Hörempfehlungen mit kleinen Einschränkungen. Die Geschichte um Grischa, das Leben in der Sowjetunion und seine Kämpfe im Untergrund sind großartig, fesselnd und herzerweichend. Sofia hingegen geht einem manchmal schon gehörig auf den Keks, München mag sie nicht, vor allen Problemen läuft sie weg, beschuldigt alles und jeden an irgendwas Schuld zu sein und versteckt sich hinter ihren Listen. Mein Mitleid mit der Tochter war – gerade zu Anfang – grenzenlos. Die Entwicklung der Figur ist jedoch wunderbar herausgearbeitet und so mancher Charakterzug lässt sich im Nachhinein erklären und verstehen. Allerdings bleibt meine Meinung, dass mir die Geschichten um Grischa besser gefallen haben und mich mehr berühren können, was aber u.U. auch an der obligatorischen Hörbuchkürzung gelegen haben kann. Eva Meckbach hingegen überzeugt auf ganzer Linie bei der Interpretation der Geschichte und verleiht jedem Charakter einen ganz unverwechselbaren Charme.

Eine Leseprobe findet ihr HIER! Und wer doch dem Hörbuch den Vorzug gibt wird HIER! fündig.

Zu den Büchern:

Mary Ann Schaffer – Deine Juliet
erschienen, 2009 im Rowohlt Verlag (Originalausgabe)
304 Seiten
8,99 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-499-24593-0

 Auch als e-book und in Großdruck erhältlich.

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Maria Goodin – Valerie kocht 
erschienen, 2013 im Rowohlt Verlag
352 Seiten
19,95 € (Hardcover)
ISBN 978-3-463-40635-0

Auch als e-book erhältlich.

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Lena Gorelik – Die Listensammlerin
erschienen, 2013 im Rowohlt Verlag
352 Seiten
19,95 € (Hardcover)
ISBN: 978-3-87134-606-4

Auch als e-book erhältlich.

Drei auf einen Streich mit Horst Evers

Hallo meine Lieben,

die letzten Wochen war es um mich sehr still und es tut mir leid, dass ich so sang und klanglos verschwunden bin. Aber es hatte viele unschöne und private Gründe die mein Fortbleiben notwendig gemacht haben. Und auch jetzt ist in meinem Leben noch einiges nicht so, wie es sein sollte. Aber trotz allem möchte ich gerne mal wieder posten. Und weil gerade in den nicht so schönen Zeiten des Lebens ein bisschen Humor ganz gut tut, habe ich mich entschieden mich einem Autor zu widmen, der mir in den letzten Wochen des öfteren ein Lächeln auf die Lippen zaubern konnte. Denn die Titel seiner Bücher (zumindest jener drei denen ich mich heute widmen werde) sind auch ein bisschen Sinnbild für ein paar Aspekte meines aktuellen Lebens.

Horst Evers, ein Komiker und vor allem ein Autor dem ich bisher eindeutig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Mit viel Gefühl und einem Gespür für komische Momente fängt er das Leben ein, dreht es ein bisschen durch den Wolf und gibt es uns wieder zurück. Und gerade die Art, auf die er das tut begeistert mich. Er spielt mit Klischees ohne sie breitzutreten,  beweist Feingefühl bei der Auswahl seiner Themen, macht im Wesentlichen das was er für richtig hält (auch wenn er dem Zeitgeist nicht zur Gänze entkommen kann) und triff in aller Regel den Nagel auf den Kopf. Beziehungsdramen, Freundschaftskonflikte oder die Problematik am Arbeitsplatz? Horst erzählt zu nahezu jedem Thema  kleine Geschichten die einen, trotz all der Komik zum Nachdenken anregen. Man ertappt sich, während man über einen Sachverhalt lacht, bei dem Gedanken, dass das Ganze so abwegig ja gar nicht ist und das man sich in der ein oder anderen Karikatur einer Person selbst entdecken kann. Oh weh. Aber da Horst Evers darauf verzichtet Moralapostel zu spielen, sondern einfach nur ganz dezent auf das ein oder andere Problem der Menschheit hinweist, fühlt man sich dann doch noch gut.

Der Autor ist schon eine ganze Weile in der Branche unterwegs, aber so richtig wahrgenommen habe ich ihn erst 2011, als sein Bestseller „Für Eile fehlt mir die Zeit“ heraus kam. Lange – und ich meine wirklich LANGE – bin ich um dieses Buch herumgeschlichen, hatte es immer wieder in der Hand und hab es doch nie geschafft wirklich hineinzulesen. Warum eigentlich? Denn als ich Anfang 2014 mal wieder in meiner Lieblingsbuchhadlung stöberte fiel mir das Buch erneut in die Hände und diesmal riskierte ich einen Blick. Zwei Minuten später war der Schmöker gekauft und ich sehe die verwunderten Blicke meiner Mitmenschen immer noch vor mir, die mich musterten als käme ich von einem anderen Stern, als ich laut lachend in der Straßenbahn saß und mir gelegentlich ein Lachtränchen aus dem Augenwinkel wischen musste. Aber was genau macht dieses Buch nun so besonders? Zum einen sind natürlich die extrem kurzen Kapitel perfekt für Unterwegs geeignet, oder eben, wenn man mal wieder nicht so viel Zeit zum Lesen hat. Kleine, kurze Episoden aus dem Lebend es Horst E. – egal ob Unterwegs, Zuhause, im Kino oder bei Freunden, mit und ohne Familie. Er plaudert munter, erzählt „Geschichten die das Leben schrieb“, befasst sich mit den klassischen Problemen des Alltags und kommentiert das ganz charmant mit seinem dezenten, aber doch treffender Humor. Eben nicht die Platte „Lachen bitte jetzt“ Keule, sondern Witz mit Niveau.  Und schon die erste Geschichte trifft mitten ins Herz. Wer gelegentlich mit dem Zug fährt, der kennt die „Arbeitstiere“, die dort nichts anderes tun als telefonieren und auf die Tasten des Laptops einzuhacken. Ganz ehrlich: Ich bin versucht die Eversche Methode bei Gelegenheit auszuprobieren …

Nachdem ich als mein persönliches Horst Evers Debüt mit solcher Begeistertung absolviert hatte war klar, dass ich Nachschub brauche. Und prompt – an dieser Stelle mein persönlicher Dank an eine liebe Freundin – flatterte mir ganz unerwartet „Wäre ich du, würde ich mich lieben“ ins Haus. Die Freude war groß und das Buch landete sofort im Bad, neben der Toilette. Nein, jetzt bitte keine entsetzen Blicke und Aufschreie, aber bei mir ist noch nicht einmal das Badezimmer bücherlos und die kurzen Kapitel dieses Buches eigenen sich nunmal perfekt für Badezimmerlektüre. Findet mein Besuch übrigens auch. Das Buch selbst ist natürlich ganz und gar nicht für die Tonne und absolut kein Griff ins Klo, sondern genauso unterhaltsam, erheiternd, „motivierend“, wie der Vorgänger. Durch eine breite Palette an Themen schreibt sich der Autor direkt ins Herz. Nein, man kann das nicht wirklich erklären, man muss es einfach lesen und genießen. Schmunzeln, lachen, weinen und danach geht es einem viel, viel besser, wenn man nicht gerade wieder eine jener Geschichten erwischt in denen man sich selbst erkennt und unweigerlich ertappt fühlt. 😉

Nun bin ich also Horst Evers Fan. Aber auch Fußballfan und da war es dann ja schon irgendwie naheliegend, dass auch sein aktuellstes Werk „Vom Mentalen her quasi Weltmeister“, das beide Themengebiete so wunderbar in sich vereint, in meiner Sammlung nicht fehlen darf. Tut es auch nicht. Und ich habe mich auch hier köstlich amüsiert – Vorurteile und Klischees sämtlicher Nationen geschickt verpackt und humorvoll aufbereitet, gepaar mit tatsächlichen Fakten Rund ums Thema Fußball. Für jeden Fan ein muss.

A propos Fußball, es geht dann jetzt auch los. Daher muss ich hier Schluss machen. Aber: Wenn ihr mal was zum Schmunzel braucht und clever unterhalten werden wollt, dann schaut euch den Horst Evers etwas genauer an. Er kann auch Krimi 😀

Horst Evers – Für Eile fehlt mir die Zeit
erchienen, 2011 im Rowohlt Verlag
224 Seiten
14,95 € (Hardcover)
ISBN 978-3-87134-682-8

Horst Evers – Wäre ich du, würde ich mich lieben
erschienen, 2013 im Rowohlt Verlag
224 Seiten
14,95 € (Hardcover)
ISBN 978-3-87134-762-7

Horst Evers – Vom Mentalen her quasi Weltmeister
erschienen, 2014 im Rowohlt Verlag
272 Seiten
14,95 € (Hardcover)
ISBN 978-3-87134-776-4

Inhalt

Henning Bröhmann verschlägt es – samt Familie und Hunden – in die Großstadt, nach Berlin. Eigentlich wollte er nur den Besuch der Beerdigung des ehemaligen Kollegen seines Vaters mit einem günstigen Familienurlaub verbinden, aber da schlägt das Schicksal auch schon wieder zu. Am Grab fallen Schüsse, ein Mann wird getötet. Und während Henning noch versucht das erlebte zu verarbeiten, verschwindet sein Vater spurlos. Zusammen mit Kollege Markus ermittelt er quasi fieberhaft und lässt sich nur gelegentlich durch Fußballturniere, Frauen oder Hunde ablenken. Und eben die sterben dann auch plötzlich, die Hunde.

[Rezension] Lauren Beukes – Shining Girls

Inhalt

 Als Kirby sechs Jahre alt ist, schenkt ihr ein merkwürdiger, hinkender Mann ein Spielzeugpony. Jahre später wird er versuchen sie zu töten. Wie durch ein Wunder überlebt sie den Angriff. Die Suche nach dem Täter wird zu ihrer Obsession, aber seine Spuren sind schwer zu finden, denn Harper Curtis ist nicht nur irgend ein kranker Spinner – er ist ein eiskalter Psychopath … und er reist durch die Zeit, immer auf der Suche nach seinen ‚Shining Girls’.

Ein Mörder aus der Vergangenheit.
Das Mädchen, das ihm entkam.
Eine Jagd, die längst vorbei ist. Und doch erst beginnt …(Verlagsseite zum Buch)

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[Rezension] Daniel Kehlmann – F

Inhalt

Die Geschichte von drei Brüdern die sich finden, einem ungläubigen Pfarrer, einem gescheiterter Investmentbanker, einem glücklosen Maler. Ein Roman über einen unfähigen Vater, über Wahrheit und Lüge, Realität und Fiktion, Gedankenspiele mit dem Leben und dem unausweichlichen Ende. Ein Buch darüber was passiert, wenn nichts ist wie es scheint und alles scheint wie es ist.

Wieder eine etwas andere Rezension, weil man manche Bücher eben nicht so einfach in Worte fassen kann.

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[Rezension] Stephen L. Jones – Der Bann

Inhalt

Hannah und ihre Familie fliehen vor einem körperlosen Schrecken, der ihre Familie seit Generationen verfolgt: Jakab, der Mörder mit den 1000 Gesichtern. Eine Kreatur die Alpträumen entsprungen scheint. Doch sie ist keine Sagengestalt, sondern sehr real, grausam und unerbittlich. Um ihre Tochter Leah zu retten muss sie den Bann brechen der auf ihrer Familie lastet, aber sie ist auf sich allein gestellt. Sie kann niemandem trauen, vor allem nicht den Menschen, die sie am Meisten liebt … 

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Mein persönlicher Jahresrückblick – ganz ohne Zahlen und Statistiken

pizap.com10.85112855955958371387666105286Mein Jahresrückblick … emotionales Geschwätz.

2013 – oh wow, was für ein Jahr. Es hat ganz harmlos begonnen, wie jedes andere Jahr auch, mit dem 1. Januar, mit Winter, mit Schnee und Kälte, mit vielen Hoffnungen und guten Vorsätzen für die nächsten Monate. Selbstredend habe ich die guten Vorsätze baldmöglichst über Bord geworfen und natürlich wurden manche Hoffnungen enttäuscht. Aber so im Prinzip, trotz vieler trauriger, dunkler, trüber, trister, vernichtender Momente: Das Jahr war gigantisch. Ich habe mir in einem Jahr drei Lebensträume erfüllt, bzw. sie erfüllt bekommen, ich habe die unglaublichsten, wunderbarsten Menschen kennen gelernt, habe manche verloren, aber viele unglaublich tolle und liebeswerte Menschen sind ein Teil meines Lebens. Ich habe gelacht, geweint, gelitten, gefeiert, gestrahlt, getanzt und bin gefallen, vor allem aber habe ich gelebt. Und vielleicht kann das nun nicht jeder begreifen – für mich selbst bedeutet gerade dieses „am Leben sein“ so unglaublich viel. Für mich ist jeder neue Tag ein Geschenk und jede Minute eine Bestätigung – egal ob es mir gerade gut oder schlecht geht.

Aber womit fange ich nun an? Was soll ich euch erzählen? Viele der schönen Erinnerungen, der schönen Momente sind durch den Alltag schon wieder verdrängt worden, in Vergessenheit geraten. Einer der Vorsätze für nächstes Jahr wird definitiv sein, jeden schönen Moment aufzuschreiben und in einem Glas zu sammeln, um keinen einzigen mehr zu vergessen. Und diesen Vorsatz werde ich hoffentlich nicht so schnell wieder begraben.  Aber die Momente, die in Erinnerung geblieben sind, sind nicht minder schön: Allen voran der Moment, in dem mir bewusst geworden ist, dass ich dieses Jahr nicht als Schüler, nicht als Student, nicht als Arbeitsloser beginne, sondern dass ich tatsächlich und wirklich eine Arbeit habe. Eine, bei der ich mich wohl fühle, auch wenn es sicherlich kein besonders Prestigeträchtiger Job ist. Eine Arbeit mit den besten und nettesten Chefs der Welt, mit lieben Kollegen, abwechslungsreichen Erlebnissen und viel, viel Spaß. Mein großer Dank geht hier an Familie Sedlmair und alle die dazu gehören. Es ist schön, dass es euch gibt. 🙂
Der Moment in dem mir klar wurde, dass meine Familie mich vielleicht nicht immer versteht, aber trotzdem immer hinter mir steht. Ich liebe euch, auch wenn ihr mir manchmal den letzten Nerv raubt, mich um den Verstand bringt und mich in den Wahnsinn treibt – jeder auf seine Weise.

Unvergessliche Erlebnisse

249032_455209071230470_9816447_nUnd da waren noch diese anderen Tage, die an denen ich Dinge erlebt habe, die ich nicht zu träumen gewagt hatte. Da war zum Beispiel mein Urlaub im Norden Deutschlands im Mai, samt dem Besuch im Rowohlt Verlag und der dort erlebten Herzlichkeit. Ich liebe diesen Verlag und dessen Bücher und wenn ich einen Wunsch für nächstes Jahr frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass die Chefetage den Wert des stationären Buchhandels wieder mehr würdigt, statt zu stark auf Online und Internet zu setzen. Und ich freue mich auf ein Wiedersehen in Reinbek – eingeladen bin ich nämlich schon wieder ;-). Außerdem danke ich meinen Gastgebern Claudia, Stephan und Alwina. Gerne wieder!
Mein zweites – und wie ich zu diesem Zeitpunkt noch dachte –  wirklich absurdestes Erlebnis, war der Moment, als ich in 4000 Metern Höhe aus einem Flugzeug gesprungen bin und dann 2500 Meter im freien Fall zurück gelegt habe. Einfach so – fallen, fallen, fallen und an absolut nichts denken. Wahnsinn. Irgendwo schweben, zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod und abhängig davon, dass irgendwer beim Packen des Fallschirms seinen Job richtig gemacht hat, abhängig davon, dass der Tandemmaster die Reißleine zur Rechten Zeit zieht. Für alle die Probleme haben loszulassen und zu vertrauen die absolute Schocktherapie. Ich weiß wovon ich rede. Aber ich brauche 2014 definitiv einen Auffrischungskurs.

Oder die Buchmesse in Frankfurt, mit der ich auch dieses Jahr so unglaublich viele wunderschöne Erinnerungen verbinde, all die Autoren, Verleger, Verlagsmitarbeiter und Blogger die ich mittlerweile kenne. Es ist soo schön, dass es euch gibt!

Und dann die kleine Schriftgut in Dresden, drei Tage voller Freude und Lächeln mit wirklich guten Freunden. Danke an dieser Stelle an Bini, Peggy und Josi! Das war eine wirklich tolle Zeit mit euch! Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.

Stephen King , der Meister des Horrors, und ich

Stephen King , der Meister des Horrors, und ich

Das Jahr lief gemächlich weiter, ich war glücklich, ich war traurig, ich war aufgeregt und gelangweilt – ein bisschen frustriert, weil mein Losglück mich dieses Jahr so im Stich gelassen hatte – und dann kam das, war ihr ja nun auch alle schon kennt: Mein Treffen mit Stephen King, eine halbe Stunde, die mich für jedes nicht gewonnene Buch, für jede missglückte Verlosung, für jedes Nachsehen, für jede kleine und große Panne in diesem Jahr entschädigt hat. (Selbst für die, die danach noch kommen sollten … :D)  DAS war ein Traum, den ich nicht mal zu träumen gewagt hatte. Das war so weit weg von jeder Realität, so weit weg von allem was man sich vorstellen kann, dass ich tatsächlich immer noch unglaublich glücklich darüber bin, dass ich das erleben durfte.  Mr. King – Sie sind eine verdammt gute Droge, wenn ich das so sagen darf!

Was bleibt?

Und jetzt, jetzt ist dieses Jahr fast vorbei und ich blicke zurück auf 12 ereignisreiche Monate – auf Momente des Glücks, der Angst, der Trauer und der Euphorie. Ich blicke zurück auf Freunde und solche die ich dafür gehalten habe. Ich blicke zurück auf Tage voll Sonne oder Regen, auf Sturm oder Ruhe, auf Lärm oder absolute Stille. Ich blicke zurück auf ein Jahr, das mich vieles gelehrt, mich vieles gekostet und mir unendlich viel gegeben hat. Viel mehr möchte ich nicht erzählen, weil ich selbst nicht mehr Recht weiß, was ich noch sagen sollte: aber ich möchte Danke sagen. Ich bin Dankbar für jede einzelne Sekunde, ich bin froh dieses Jahr ge- und erlebt zu haben. Ich bin glücklich und ich freue mich von Herzen auf 2014. Ich würde fast sagen: Es kann nicht besser werden. Aber das Leben hat mich gelehrt, dass es immer besser geht, wenn man nur ganz fest daran glaubt. Mein Leben hat mich gelehrt, dass man sich nach oben kämpfen muss, weil man von ganz alleine fällt, aber es hat mich auch gelehrt, dass es immer Menschen gibt, die einem beim Kampf die Hand reichen und zur Seite stehen. 

In diesem Sinne:

Ich wünsche euch liebe Freunde, lieber Leser ein wunderschönes Weihnachtsfest, ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr und ein berauschendes 2014.

Ohne Titel

Ich danke meiner süßen, kleinen Caro; der verrückt, liebenswerten Bini; dem chaotischen Roman; meinem Felsen in der Brandung Michi; der liebevoll, herzlichen Verena; dem kuscheligen Literaten Stephan; dem frech-charmenten Arno; dem warmherzigen Christian; meiner Familie, vor allem aber meinem ein und alles: meiner Tochter und vielen anderen, die mir dieses Jahr so unvergesslich gemacht haben. Timo, Flo, Mandy, Jürgen, Cat, Claudia, Jim, Arndt, Kaddel, Mel, Katja, André ……. (Sorry, wenn ich euch jetzt nicht alle aufzählen kann) Danke dafür, dass es euch gibt und ihr einfach da seid. Ich liebe euch!

Und jetzt verschwinde ich in meinen fast wohlverdienten Blog-Urlaub. Im neuen Jahr melde ich mich wieder – mit neuen Ideen (hoffentlich), vielen neuen Büchern und Rezensionen und … ach was, wir werden sehen, was uns das neue Jahr bringt. Genießt eure Feiertage,  vertreibt die bösen Geister des alten Jahres mit lautem Krach und kommt alle heil und wohlbehalten ins neue Jahr!

Lebwohl 2013  – Willkommen 2014!

(K)Ein Hilferuf und eine Warnung

Vor ein paar Minuten erreichte mich diese, doch sehr kryptische E-mail.

Betreff: Ein Hilferuf

Hallo Vero

das hier ist sowohl ein Hilferuf als auch eine Warnung. Ich kann dir nicht sagen, wer ich bin. Alles, was ich über mich verrate ist, ich bin ein Blogger wie du. Im Internet bin ich auf etwas gestoßen, vor dem die Menschen schon seit je her Angst haben. ER ist digital. Wir sind nicht sicher. On- und Offline nicht. Glaube mir, die Überwachungsskandale, die noch immer die Medien beschäftigen, sind ein Nichts gegenüber der Sache, der ich auf der Spur bin. ER lauert uns auf, er weiß, dass du am 11. August einen Fallschirmsprung gemacht hast, den deine Freunde dir geschenkt haben.

Er hat seine Fallen aufgestellt. QR-Codes. Keiner von uns ist anonym.
Sei wachsam. Stell nicht so viele Informationen ins Netz. Sei nicht so blöd und verrate ihm, wann Aurea ihre erste Balletaufführung hatte.

Zugegeben, auch ich habe die Gefahr unterschätzt. Mach du nicht denselben Fehler! Alles, was ich tun kann, ist warnen. Glaub mir, selbst das ist schwerer als gedacht. Verrate ich zu viel, laufen sie ihm direkt in die Arme. Die Menschen sind dumm. Versuch mal jemanden vor seiner eigenen Dummheit zu schützen. Die meisten müssen Fehler selber machen, um es zu kapieren. Doch dann ist es zu spät.

Ich werde bereits verfolgt. Es gibt keine sichere Ecke mehr. Fußspuren verwischen. Abtauchen. Warnen. Ich brauche deine Hilfe. Teile diesen
Blog: www.postenundsterben.de, studiere meine Worte und glaube mir. Tue nichts Unüberlegtes. Mache IHN nicht auf dich aufmerksam.

Ein Blogger, der es gut mit dir meint. 

Ganz ehrlich:

Im ersten Moment hatte ich einen richtig Schock. Der Verfasser, ein  Blogger der es gut mit mir meint? Pikante Details aus meinem Leben, woher wissen die das denn?  Es dauerte tatsächlich ein bisschen, bis sich das Mutter-Tier in mir wieder zurückgezogen hat und der Vernunftmensch  die Oberhand gewonnen hat. Natürlich ist das eine PR-Aktion. Ich habe da auch schon so meine Vermutungen von wem und zu welchem Buch, aber das verrate ich mal noch nicht. Nicht, dass ich mich blamiere 😉 Und ja, ich liebe diese Art von Werbung – auch wenn das vielleicht ein bisschen komisch klingt. Ich steh da voll drauf – ARGs, Briefe und Mails von unbekannten Verfassern und bedrohliche Post im Briefkasten. Alles super, vor allem die ganzen Tipp- und Rechtschreibfehler in der Mail und im Blog. Gerade deswegen hätte ich es FAST geglaubt.  Aber lieber Texter: Das nächste mal lass lieber die Kinder außen vor. Mütter können nämlich verdammt gefährlich werden, wenn sie ihren Nachwuchs bedroht sehen. Nicht, dass demnächst eine Horde wütender Halb-Zombie-Mamas die PR-Agenturen stürmt, sich zu rächen. Nein, das ist kein Hilferuf. Aber es ist verdammt nochmal eine WARNUNG!

Jetzt bin ich aber trotzdem gespannt, was uns der Blog noch so alles verraten will und wie es weiter geht. Der Adrenalinspiegel sinkt langsam und lachen kann ich auch schon wieder 😉

Nicht-Wirklich-Rezension: Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr

Heute gibt es mal wieder eine Premiere auf meinem Blog: Die erste „Nicht-Rezension“ zu einem  Buch. Warum und was das bedeutet, dass erfahrt ihr im Text!

Trotzdem ein bisschen Inhalt:

Lou ist 26, lebt in einer Kleinstadt bei ihren Eltern, hat einen Job als Kellnerin, den sie liebt und einen Freund, den sie eigentlich nicht liebt. Als sie entlassen wird, steht ihre Welt und vor allem die Finanzen der Familie erstmal Kopf. Kurzentschlossen nimmt sie eine Stelle als Pflegehilfe bei einem schwer kranken Mann an, nicht ahnend, dass das ihr Leben für immer verändern wird.

Will ist ein lebenslustiger, agiler, erfolgreicher junger Mann – jedenfalls war er das, bis zu seinem Unfall. Seitdem ist er an den Rollstuhl gefesselt,  schwer depressiv und vegetiert mehr, als das er lebt. Noch ahnt er nicht, dass Lou sein Leben völlig auf den Kopf stellen wird …

Ein ganzes halbes Jahr

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Inhalt

Im beschaulichen Vogelsberg geschieht mal wiedereinmal unerhörtes: Henning Bröhmann erörtert gerade Melinas schulische Versäumnisse mit der Rektorin des Gymnasiums, als auf diese ein Anschlag verübt wird – ein Stein wird durchs Fenster geworfen. Fast sofort nimmt der Staatsdiener die Verfolgung auf, mangels Kondition bleibt dem Kommissar aber nichts anderes übrig als dem Täter bei der Flucht zuzusehen. Dieser Vorfall bleibt aber nicht der Einzige. Bröhmann und Team ermitteln wieder.
Und als wäre das noch nicht genug des Guten, muss sich Henning auch noch mit dem neuen Freund seiner Tochter herumschlagen – AA – und immer noch mit Wolle und Molly aus dem Schlumpfloch, da Laurin ein weiteres Jahr im Kindergarten zubringen muss. Zu allem Überfluss heftet sich ein angehender Autor an seine Fersen um für seinen „Driller“ zu recherchieren, seine Gefühle fahren Achterbahn und dann überschlagen sich die Ereignisse …

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