Äh … hä?

Wie das auf Buchmessen eben so ist, man trifft Menschen und Autoren und Verleger (ja, diese Formulierung ist Absicht^^), man quatscht und tratscht und kommt auf die großartigsten, absurdesten, dämlichsten Ideen, z.B. wenn der Herr Autor sich dezent gereizt äußert, weil man das längst gelesene Buch – welches man gar nicht rezensieren wollte – noch nicht rezensiert hat. Oder wenn man einfach gemütlich bei einem Bier, Wein, Wasser, Cola, … zusammensitzt. Oder. Egal. Jedenfalls habe ich versprochen „Katzendämmerung“ auf angemessene Weise zu besprechen und das werde ich nun auch tun:

"Ware wurde pünktlich geliefert. Was soll ich dazu sagen? Im Backstein stehen ja genügend Wörter drin. Also: Lest es halt selbst, dann wisst ihr ob es euch gefällt."

PERFEKT!!!

Ich hätte natürlich auch sagen könnten, dass „Katzendämmerung“ ein wirklich spannender, andersartiger, fantastischer Roman ist, der mich gleichermaßen begeistert und beeindruckt hat. Ein Roman, für den so akribisch recherchiert wurde, dass sogar die exakten Kosten für eine Schiffsüberfahrt angegeben werden können, und dass die unglaubliche Fülle an Fakten und historischen Gegebenheiten trotzdem nicht erschlägt, sondern geschickt mit der Handlung verwoben wurde.

Während man liest will man nämlich nur mehr, mehr von dem Schreibstil, mehr Geschichte, mehr von der Gänsehaut, die einem von Anfang an begleitet. Subtiler, feiner Horror, wie ich ihn mag und wie man ihn viel zu selten findet. Dazu großartig und auf hohem Niveau erzählt.

Im Mittelteil hatte das Buch kleine Längen, aber der Anfang, das Ende und vor allem das Gesamtwerk stimmen schnell versöhnlich. Alles in allem also ein Buch, das man gelesen haben sollte, wenn man offen ist für neue, mystische Erfahrungen, Rätselraten und eine Portion Horror. Bisweilen gab es auch Szenen, bei denen ich mir dachte „Oh Gott, willst du das jetzt wirklich lesen?“. Wollte ich, aber manchmal ist es verdammt mies, wenn man so ein Kopfkino einfach nicht abschalten kann …

Ich hätte auf jeden Fall die Illustrationen erwähnt, die man  – obwohl es den Roman auch als E-book gibt – NUR in der Printausgabe entdecken kann und das großartige Cover, weil man ja weiß, dass ich Timo Kümmel Fan bin. Und vielleicht hätte ich sogar ein bisschen darüber erzählt worum es in dem Buch eigentlich geht. Nämlich um einen nicht ganz talentfreien Fotografen, der einer jungen, schönen Übersetzerin Altägyptischer Schriften verfällt,  – die noch ein paar ganz andere Verbindungen zum Land der Pharaonen hat, als nur das Interesse an Kunst und Kultur – und dafür einen sehr hohen Preis zahlt. Denn nicht alles ist wie es scheint und manchmal ist der Tod erst der Anfang.

All das hätte ich also schreiben können. Theoretisch. Aber, wie das nun so ist kann man eben nicht alles haben, also sage ich nichts. Aber hey, ein eloquentes „Produkt kann benützt werden“, tut es ja auch. Oder?

PS:  Lest es! Obwohl da echt viele Wörter und Buchstaben drin stecken. Bei so vielen Geheimnissen gibt es einfach viel zu erzählen.

Arthur Gordon Wolf – Katzendämmerung
erschienen, 2013 im Luzifer Verlag
672 (eng beschriebene) Seiten
16,95 € (Klappenbroschur)
ISBN: 978-3-943408-15-7