Inhalt

Henning Bröhmann verschlägt es – samt Familie und Hunden – in die Großstadt, nach Berlin. Eigentlich wollte er nur den Besuch der Beerdigung des ehemaligen Kollegen seines Vaters mit einem günstigen Familienurlaub verbinden, aber da schlägt das Schicksal auch schon wieder zu. Am Grab fallen Schüsse, ein Mann wird getötet. Und während Henning noch versucht das erlebte zu verarbeiten, verschwindet sein Vater spurlos. Zusammen mit Kollege Markus ermittelt er quasi fieberhaft und lässt sich nur gelegentlich durch Fußballturniere, Frauen oder Hunde ablenken. Und eben die sterben dann auch plötzlich, die Hunde.

Kritik

Wer meinen Blog kennt, der weiß auch, dass ich ein großer Fan von Dietrich Fabers Bröhmann und seiner Gurkentruppe bin. Deswegen war die Freude natürlich groß, als ich vor gut zwei Wochen das neue Buch schon in Händen halten durfte. Direkt auf der ersten Seite war es da, das Gefühl, dass sich zwangsläufig einstellen musste: Der Bröhmann ist zurück, wie er leibt und lebt. Ich hab ihn wieder.  Gott sei Dank!

Aber was will man zu dem dritten Teil einer Reihe noch groß sagen? Wie immer ist der Roman aus Henning Bröhmanns Perspektive in Ich-Form erzählt und eine zweite Person erhält die Möglichkeit ihre Gedanken und Gefühle in Form von Briefen auszudrücken. In dem Fall weder Franziska, noch Melina, sondern ein ominöser Häftling. Sprachlich ist Band 3 gehalten wie die Vorgänger – eine Mischung aus Hochdeutsch und geschriebenem hessischen Dialekt in den, durch die Bank, gelungenen Dialogen.

Vorsichtig frage ich ihn, ob es sein kann, dass Sabse vielleicht doch nicht die Richtige für ihn ist. 
Teichner nickt. Dann sagt er traurig: „Sonst will mich ja keine.“
„Aber es ist doch immer noch besser, wenn keine dich will, als wenn Sabse dich nicht will“, erwidere ich. 
Nun hellt sich Teichners Bick ein wenig auf. 
„Stimmt, da haste Recht. Danke, Henning, so hab ich das noch gar net gesehn.“ (S. 201)

Fakt ist: Wer den kauzigen Ermittler vorher nicht mochte, wird ihn jetzt auch nicht mögen und wer ihn vorher geliebt hat, der verfällt ihm auch jetzt nach nur wenigen Zeilen. Es ist fast ein bisschen wie „nach Hause kommen“, wenn man die ersten Seiten liest und sich plötzlich wieder mittendrin befindet, im turbulenten und nicht ganz alltäglichen Leben der Familie Bröhmann. Trotz aller Dramatik auf den ersten Seiten konnte ich mir das Grinsen einfach nicht aus dem Gesicht wischen. Es ist und bleibt einfach herrlich komisch.  Aber: Bröhmann scheint gereift. Er wirkt ein wenig männlicher, markanter, zielstrebiger. Zumindest phasenweise.

Und neben seinen Kindern, seinen Eltern und seiner Frau, tritt nun auch noch Ulrike – seine ältere Schwester- auf den Plan. Außerdem macht Töchterchen Melina mal wieder Schwierigkeiten – sie ist plötzlich viel zu erwachsen und Söhnchen Laurin benimmt sich nun gar nicht wie ein Vorzeigesohn. Er liest Bücher. Freiwillig!

Neben den bekannten Figuren treffen wir auf ein paar neue schräge Vögel die das farbenfrohe Bild der Kleinstadtmetropole in Oberhessen noch etwas detaillierter  zeichnen.  Herrlich schräger Humor. Gekonnt gesetzte Witze, gepaart mit einem spannenden Fall und großen Familienmomenten. Und ja, bei Bröhmann, da sind diese Momente sehr, sehr wichtig.

Fazit

Bröhman ist und bleibt genial: komisch, kritisch, kriminell! Wieder einmal beweist Dietrich Faber sein Können als Komiker – intelligente Witze, statt plumper Provokation, eine gehörige Portion Gesellschaftskritik und viele Freunde, Feinde, Nachbarn und Familienmitglieder, die man auf die ein oder andere Weise wiedererkennt. Natürlich alles ein bisschen überspitzt dargstellt, aber deswegen nicht weniger lustig.

Und so beende ich das dritte Abenteuer mit Kommissar Bröhmann und seiner Elite-Truppe, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wenn ihr wissen wollt warum das so ist, dann müsst ihr die Bücher schon selbst lesen.  Klare Leseempfehlung für alle Fans von Bröhmann und für jeden, der ein bisschen was übrig hat für intelligenten Humor.

Dietrich Faber – Tote Hunde beißen nicht
erschienen, März 2013 im Rowohlt Verlag
288 Seiten
14,99 € (Klappenbroschur)
ISBN 978-3-499-26760-4
Auch als e-book erhältlich