Gelegentlich passiert es, dass ich ein Wort lese, ein Bild betrachte oder einem Gespräch lausche und plötzlich durchfluten Wortfetzen mein Gehirn, Sätze reihen sich aneinander und wollen geschrieben werden. Nun ist das sicherlich keine große Poesie, keine große Literatur, keine große Kunst – aber es sind meine Gedanken, die sich hin und wieder einen Weg bahnen und in die Welt drängen …

Manchmal, da möchte ich vergessen.

Es gibt Kalender, die uns an alles erinnern. Es gibt Geschichtsbücher, die uns die Vergangenheit erklären. Es gibt Romane, die uns die Schrecken einer jeden Epoche näher bringen wollen. Es gibt Geschichten, die uns zu Tränen rühren, weil sie von Schicksalsschlägen, von Grausamkeiten, von verlorenen Träumen und Hoffnungen erzählen. Es gibt Filme, die uns Bilder vor Augen führen – von Kampf, von Schrecken und von Tod.
Es gibt Dokumentationen, die uns zeigen, was gewesen ist, die uns ermahnen, die selben Fehler nicht noch einmal zu machen. Es gibt Vorurteile und Gerüchte, es gibt Weisheiten und Wissen. Es gibt so vieles dem wir Gedenken können und sollen.

Aber manchmal, manchmal da möchte ich nicht erinnert werden, da möchte ich nichts erfahren, nichts erklärt bekommen, nichts verstehen.

Manchmal, da möchte ich vergessen.