Inhalt

Die Geschichte von drei Brüdern die sich finden, einem ungläubigen Pfarrer, einem gescheiterter Investmentbanker, einem glücklosen Maler. Ein Roman über einen unfähigen Vater, über Wahrheit und Lüge, Realität und Fiktion, Gedankenspiele mit dem Leben und dem unausweichlichen Ende. Ein Buch darüber was passiert, wenn nichts ist wie es scheint und alles scheint wie es ist.

Wieder eine etwas andere Rezension, weil man manche Bücher eben nicht so einfach in Worte fassen kann.

Kritik und Fazit

„F“ von Daniel Kehlmann ist kein Unterhaltungsroman, keine Lektüre vor dem zu Bett gehen und kein Buch für Zwischendurch. „F“ ist ein Roman für den man ein bisschen Zeit und vor allem die nötige Ruhe braucht. Vor allem aber ist es ein Buch, das man nicht so einfach rezensieren kann, daher gibt es – passend zur teilweise sehr fragmentierten Geschichte – hier ein paar meiner Gedankenfragmente zum Buch. Manchmal muss eine Rezension subjektiv sein.

Die Geschichte ist unglaublich intensiv und eindringlich erzählt, in einer schweren, düsteren, zum Teil melancholischen Sprache, aber dennoch von einer gewissen Leichtigkeit umnebelt. Kein farbenfrohes Kopfkino, eher bedrückende Bildfetzen. Aufwühlend, verwirrend, faszinierend – ein Buch wie das Leben selbst. Unbegreifliche Zusammenhänge, Vor- und Rückblenden, versteckte Hinweise, die man erst am Ende entschlüsseln kann, wenn man die Antwort kennt … man müsste das Buch eigentlich direkt noch einmal lesen, um alles zu begreifen!

Daniel Kehlmann spielt gekonnt mit Sprache und dem Moment, beleuchtet alle Facetten eines Augenblicks mit allen Facetten des Wortes, rührt bisweilen zu Tränen und lässt den Leser be- und entgeistert zurück.

„F“ ist  kurz gesagt: Großartige Unterhaltung auf hohem  Niveau. „F“ sind Geschichten tief und schwer, wie ein Ozean, voll von kleinen und großen Wahrheiten!  Ein gigantisches, sprachgewaltiges Buch, dass man kaum am Stück lesen, aber noch weniger aus der Hand legen kann.

Viele Geschichten – und doch nur dieses eine Leben, viele Leben in nur einer einzigen Geschichte. Am Ende wie am Anfang steht die gleiche Frage: Wofür steht eigentlich das „F“. Ich habe meine Antwort gefunden. Findet ihr sie auch?
Ich spreche eine klare Leseempfehlung für dieses Buch aus, für alle, die nicht nur 0-8-15 Unterhaltung erwarten, für alle die bereit sind, sich auf ein Buch einzulassen OHNE irgendetwas zu erwarten und für alle, die einfach mal etwas wagen wollen.

Daniel Kehlmann – F
erschienen, 2013 im Rowohl Verlag
284 Seiten
22,95 € (Hardcover)
ISBN 978-3-498-03544-0