©Timo Kümmel

©Timo Kümmel

Meine Lieben Leserinnen und Leser,

nachdem mein alter PC nun endgültig den Geist aufgegeben hat, melde ich mich endlich mit neuem Gerät, aber dafür aus dem Krankenlager zurück. Am Freitag den 13. hat mein Körper nämlich beschlossen, dass er doch eigentlich auch mal kurz streiken könnte und die Folge davon waren dann Prellungen in Gesicht, an der Hüfte, an der Schulter und am Finger, diverse Schürf und Schnittwunden und wahrscheinlich eine kleine Gehirnerschütterung. Aber ganz ehrlich: Das hätte schlimmer ausgehen können, also bin ich erstmal froh und dankbar, dass ich – im Prinzip – noch recht glimpflich davon gekommen bin.

Jetzt aber genug von mir. Heute möchte ich euch einen wunderbaren Illustrator vorstellen. Kennt ihr denn vielleicht das Cover zu „Niemand“ von Nicole Rensmann, „Katzendämmerung“ von Arthur Gordon Wolf oder die Innenseite von Martin Krists „Drecksspiel“? Seid ihr schon Mal über das Cover zu „Argus“ von Jillian Hoffman gestolpert? Oder vielleicht Blutsommer von Rainer Löffler? Herzlichen Glückwunsch: Ihr habt Timo Kümmel gefunden.  Ich für meinen Teil bin ein großer Fan seiner Arbeiten – früher ohne zu wissen, dass der selbe Künstler für all die schönen Buchgesichter verantwortlich ist – heute im vollen Bewusstsein was seine Arbeiten auszeichnet. Er hat nämlich einen sehr schönen und sehr eigenen Stil, wenn man sich mal ein bisschen mit ihm beschäftigt. Im Oktober hatte ich die Ehre – und es war mir wirklich eine große Freude – den Menschen hinter dem Namen kennen zu lernen. Timo ist nicht nur ein wunderbarer Illustrator, sondern vor allem auch ein ganz toller Mensch. Und weil er das ist, möchte ich ihn euch heute ein bisschen näher bringen. Da der liebe Timo nicht nur mit dem Zeichenbrett, sondern auch mit Worten ganz hervorragend umgehen kann lasse ich ihn hier einfach zu Wort kommen, um sich selbst vorzustellen:

Foto: privat

Foto: privat

Timo Kümmel😉, geboren am 05.06.1980, aufgewachsen in der schönen, hessischen Rhön, wo ich auch die Fachoberschule Gestaltung absolvierte. Darauf folgte eine schulische Ausbildung zum Holzbildhauer in Bayern und ein Studium der freien Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, das ich aber nach zwei Jahren abbrach, um mich als freiberuflicher Illustrator selbstständig zu machen.
Seit fast fünf Jahren lebe ich nun in Berlin und fühle mich gut aufgehoben in unserer turbulenten Hauptstadt.

Kleines Interview

[DGP] Lieber Timo, erstmal danke ich dir dafür, dass du dir die Zeit nimmst für meinen Blog ein paar Fragen zu beantworten. Du hast ja erst kürzlich bei Martin Krist schon einiges über dich erzählt, dennoch würde mich interessieren wie so ein Arbeitsalltag bei dir aussieht. Gibt es feste Rituale oder Uhrzeiten die du einhältst bevor du dich an die Arbeit machst? Passiert es dir auch, dass du Nachts aufwachst undnplötzlich DIE Idee für ein Cover/ eine Illustration hast, an dem du vielleicht schon seit ein paar Tagen arbeitest.

[Timo Kümmel] Einen festen Arbeitsalltag habe ich nicht. Wochenenden haben für mich meist genauso wenig Bedeutung wie Feiertage oder Uhrzeiten. Mal sitze ich schon um 7 am Computer und bin fleißig, mal werkele ich nachts bis in die frühen Morgenstunden, während tagsüber gar nichts lief. Ich versuche, auf knapp 50 Arbeitsstunden pro Woche zu kommen, und sammel die wo ich nur kann😉.

Da ich von zu Hause aus arbeite, und praktisch durchweg die Verpflichtung empfinde, etwas arbeiten zu müssen, ist der Begriff „Freizeit“ für mich eher zu einem Running Gag mutiert. Ich nehme mir ganz bewusst und vorsätzlich meine Auszeiten, in denen ich auch versuche, alles andere auszuklammern, aber in der Regel beschäftigt mich meine Arbeit durchweg, auch wenn es eben nur in Gedanken ist. Und oh ja, da liege ich nicht selten im Bett und wälze Pläne, was ich wie und wo schrauben und biegen könnte …😉

[DGP] Und wie läuft das, wenn du Cover gestaltest? Liest du da vorher das ganze Manuskript oder nur Auszüge oder gar nur den Klappentext?

©Timo Kümmel

©Timo Kümmel

[Timo Kümmel] Mittlerweile schaffe ich es aus Zeitgründen leider nicht mehr immer, und manchmal wollen das die Verlage auch gar nicht, aber wenn ich es zeitlich einrichten kann und die Möglichkeit dazu bekomme, versuche ich vorab das ganze oder zumindest einen guten Teil des Manuskriptes zu lesen, bevor ich Verleger und Autor meinen Vorschlag zum Cover unterbreite und mich nach gemeinsamer Beratung an die Realisierung setze.

[DGP] Machst du deine Arbeit als Illustrator denn „hauptberuflich“, oder hast du nebenher noch einen sogenannten „Brot Job“?

[Timo Kümmel] Hin und wieder nehme ich mal kurzfristige Nebenjobs an, um die Haushaltskasse aufzubessern, aber ja, ich illustriere mich hauptberuflich durchs Leben. Noch vor zwei Jahren mit übler Schlagseite und sehr, sehr vielen Nebenjobs, nun aber ganz sicher im Sattel und vollauf beschäftigt.

[DGP] Wie ein Autor braucht auch ein Illustrator, Designer, Grafiker (Ja, was genau bist du eigentlich? Du selbst bezeichnest dich ja als „Schmierfink“) Ideen, Motivation und vor allem Inspiration. Was inspiriert dich zu deiner Arbeit, woher holst du dir die Ideen für ein neues Motiv und vor allem: Was machst du, wenn dir einmal nichts einfallen will. Oder ist das bisher noch gar nicht passiert?

Timo Kümmel - Kalender-Pressetafel[Timo Kümmel] Ich würde mich als Illustratoren bezeichnen, und damit auch schon direkt die Quelle meiner Inspiration in den Vordergrund stellen: die Romane, Erzählungen und Kollektionen, die ich einkleiden darf, offerieren mir natürlich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Letzten Endes habe ich eher die Qual der Wahl, welches Motiv ich mir herauspicken soll …😉
Davon ab kann wirklich alles einen zündenden kreativen Funken auslösen, man muss nur die Augen offenhalten. Über Ideenarmut kann ich mich jedenfalls nicht beschweren.

[DGP] Wie kommst du an deine Aufträge? Nimmst du jeden Auftrag an, oder lehnst du auch einen ab, wenn ja, warum, bzw. gibt es konkrete Gründe für dich einen Auftrag nicht anzunehmen?

[Timo Kümmel] Mittlerweile geht alles ziemlich gut Hand in Hand, aber nichtsdestotrotz bewerbe ich mich auch immer wieder und jedes Jahr aufs neue bei sehr vielen Verlagen.
Ansonsten nehme ich wirklich fast jeden Auftrag an, in der Regel spricht nur dagegen, wenn wir uns finanziell nicht einig werden, oder ich es zeitlich einfach nicht einrichten kann.

[DGP] Und schon sind wir am Ende angelangt. Ganz zum Schluss würde mich noch interessieren, welche deiner Arbeiten dir besonders gefallen, bzw. von besonderer Bedeutung für dich sind und warum.

©Timo Kümmel

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[Timo Kümmel] Ausgewählt habe ich dafür:

Craig DiLouie – Mit Zähnen und Klauen
Hier konnte ich mich mal wieder etwas freier austoben und sich das Bild intuitiv entwickeln lassen, anstatt auf ein konkretes Ziel hinzuarbeiten.

Eddie M. Angerhuber – Die darbenden Schatten
Mit dieser Kollektion ging für mich damals wirklich ein Traum in Erfüllung. Schon seit über anderthalb Jahrzehnten bin ich ein leidenschaftlicher Bewunderer von Eddies Erzählungen. Eine ihrer Kollektionen zu gewanden, war mir eine unvergleichliche Ehre!

Und meinen Kalender
Hier geht es mir um kein spezielles Bild, sondern den Kalender als Gesamtwerk. Angesichts meiner vielen Publikationen mag das absurd klingen, aber dieser Kalender ist wirklich meine erste Einzelveröffentlichung und ich bin mächtig stolz darauf :D!

[DGP] Vielen lieben Dank lieber Timo für deine Zeit und für deine Antworten. Ich hatte viel Spaß mit dir und dein Kalender hat natürlich einen Ehrenplatz in meinen vier Wänden!🙂 Ich finde ihn nämlich auch sehr, sehr schön.

©Timo Kümmel

©Timo Kümmel

Genau diesen wunderbaren und signierten Kalender möchte ich nun einem von euch schenken. Mein Dank dafür geht an Timo, der einen seiner Kalender gesponsert hat. So kurz vor Weihnachten ist es nicht nur ein schönes Geschenk für sich selbst, sondern vielleicht auch noch eine nette Geschenkidee für gute Freunde und Verwandte. Bestellen könnt ihr das Schmuckstück übrigens hier: ATLANTIS VERLAG . Schreibt mir doch einfach bis zum  20.12.13 einen kleinen , netten Kommentar und verratet mir welches der Kalenderbilder oder welche Arbeit von Timo euch allgemein am Besten gefällt. Um das herauszufinden braucht ihr euch nur ein bisschen auf seinem Blog umsehen.

Viel Glück und einen schönen dritten Advent!