Liebe Leserinnen und Leser,

Foto:  Dirk Kittelberger /Cover: Egmont-LYX

Foto: Dirk Kittelberger /Cover: Egmont-LYX

heute habe ich wieder einmal die Ehre einen Autor samt seinem aktuellen Roman vorstellen zu dürfen. Wer die Facebook-Seite des Egmont-LXY Verlags aufmerksam verfolgt, der wird sicherlich schon das ein oder andere Mal über den Titel des Buches oder den Namen des Autors gestolpert sein. Aber wer ist denn nun eigentlich dieser Oliver Kern? In einem kleinen Interview stand er mir Rede und Antwort.

Oliver Kern wurde am 7.11.1968 in Esslingen am Neckar geboren, wuchs allerdings im wunderschönen Bayerischen Wald auf. Nach dem obligatorischen Weg über Schule und Ausbildung (Studium) zum Artdirector ist er jetzt als freiberuflicher Illustrator und Autor tätig.  „Die Kälte in dir“ ist nach „Das Gewicht der Seele“ (2009) seine zweite Verlagsveröffentlichung. Neben seiner Arbeit verbringt er seine Zeit mit Reisen und Malerei und mit seinem Sohn Max. Oliver Kern ist geschieden und lebt in Waiblingen.

[DGP] Ganz am Anfang ist es natürlich immer spannend zu erfahren, warum ein Autor eigentlich schreibt. Waren da schon immer Geschichten in deinem Kopf, oder bist du eher ein „Quereinsteiger“, der erst spät zur Schreiberei gefunden hat?

[Oliver Kern] Es fing an mit Comics. Bildergeschichten, die auf gleiche Weise eine Story erzählen, nur die Darstellung ist halt eine andere. Manche meiner Geschichten, die ich mir dazu erdachte, eigneten sich nicht zum Visualisieren, also habe ich sie aufgeschrieben. So entstanden erste Kurzgeschichten. Der erste Roman folgte vor etwa 10 Jahren. Das Manuskript liegt noch in der Schublade.

Foto:  Dirk Kittelberger

Foto: Dirk Kittelberger

[DGP] Und nun natürlich die obligatorische Frage: Was hat dich zu diesem Roman inspiriert? Wie bist du auf die Idee gekommen?

[Oliver Kern] Die Idee liegt schon sehr lange bei mir in der Schublade, allerdings habe ich sie in eine komplett neue Story eingebettet. Auf Anregung meines Agenten habe ich mir ein Konzept für einen Thriller überlegt, der letztlich auch seinen Weg zum Egmont LYX Verlag gefunden hat, der in 2013 mit einer neuen Thriller-Reihe gestartet war und noch einen deutschen Autor dafür gesucht hat. Und so kam eins zum andern und meine Ausgangsidee zwischen zwei Buchdeckel.

[DGP] Du hast das Glück von einer sehr renommierten Literaturagentur vertreten zu werden. Wie ist es dazu gekommen, wie schafft man das? Wirklich Glück oder doch eher eigene Leistung und viel harte Arbeit?

[Oliver Kern] Das war wohl eine Mischung aus beidem. Ich hatte insofern das Glück, das mein guter Schriftstellerfreund Thomas Thiemeyer mich an seinen Agenten weiterempfohlen hat, was er nicht getan hätte, wenn er nicht von meinem schriftstellerischen Talent überzeugt gewesen wäre. Die Literaturagentur war dann auch sehr schnell angetan von den eingereichten Manuskripten. Trotzdem hat es noch eineinhalb Jahre bis zum ersten, großen Vertrag gedauert. Aber die Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt.

[DGP] Hast du noch eine Arbeit neben dem Schreiben? Wenn ja, was machst du und wie schaffst du es beide Jobs und Familie unter einen Hut zu bringen? Würdest du dir wünschen, irgendwann nur noch schreiben zu können oder brauchst du vielleicht sogar deine Arbeit als eine Art Ausgleich zur Schreiberei?

[Oliver Kern] Ich arbeite im Marketing, bin sowohl fest angestellt, als auch freiberuflich im grafischen Bereich tätig und in der Tat eigentlich ziemlich ausgebucht. Trotzdem hat die Schreiberei in den letzten fünf Jahren immer mehr Platz eingenommen. Was mir auch deutlich macht, wie wichtig mir das geworden ist. Ich kann mir gut vorstellen, nur noch zu Schreiben, wenn es mir gelingt, davon leben zu können. Freilich nehme ich mir neben all dem noch Zeit für meinen Sohn und schaffe es gelegentlich sogar mal, die Beine hochzulegen. Allerdings steht dann der Laptop immer griffbereit, denn es könnte ja sein, dass mir eine zündende Idee für eine neue Story kommt, wenn ich so den Gedanken nachhänge.

Foto:  Dirk Kittelberger

Foto: Dirk Kittelberger

[DGP] Deine Figuren haben allesamt eine sehr bewegte Vorgeschichte – jedenfalls die Protagonisten. Diese Geschichten nehmen auch einen recht großen Raum im Buch ein, man kann also sagen, dass Leben deiner Figuren ist dir wichtig. Allerdings soll „Die Kälte in dir“ ja der Auftakt zu einer Reihe werden – bleibt da bei der Fülle an Informationen die der Leser bekommt, noch Raum für neue Überraschungen oder planst du im nächsten Roman etwas weniger auf das Privatleben der Ermittler einzugehen?

[Oliver Kern] Es war mir wichtig, keinen reinen Ermittlungskrimi zu schreiben. Sicher steht der Fall im Vordergrund, aber ich möchte auch die Personen hinterleuchten, die hier ermitteln. Es sollten keine austauschbaren Beamten sein, sondern Charaktere, die neben ihrem Job auch ein Privatleben haben, gespickt mit Problemen, die ebenso gemeistert werden müssen. Etwas, was sich auch im zweiten Band fortsetzt. Auch da können die Protagonisten noch überraschen, das kann ich jetzt schon versprechen. Wobei es mir wichtig ist, dass die Bücher unabhängig voneinander funktionieren.

[DGP] Dein Roman behandelt ein ziemlich ungewöhnliches Thema. Ohne, dass ich jetzt zu genau darauf eingehen will: Gibt es das wirklich? Und wie hast du dazu recherchiert?

[Oliver Kern] Ohne zu viel zu verraten, ich habe mich auf diversen, fachbezogenen Websites informiert. Theoretisch wäre so etwas möglich, aber natürlich ist dem ganzen ein Quäntchen Fiktion beigemischt.

[DGP] Eine Frage, die ich immer wieder spannend finde ist, ob irgendwelche Figuren im Roman reale Vorbilder haben? Und wenn ja: Wie wirkt sich das aus?

[Oliver Kern] Das Aussehen ist das eine, der Charakter einer Figur das andere. So gesehen bastle ich mir das zusammen, wie ich es brauche. Es kann also sein, dass ich beim Schreiben eine konkrete Vorstellung von den Figuren habe und mich dabei an einer bestimmten Person orientiere, die optisch in etwa dieser Vorstellung entspricht, die aber vom Wesen her niemals mit der Realperson zu vergleichen ist.

[DGP] Zum Abschluss: Gibt es eine Frage, die du schon immer beantworten wolltest, die dir aber nie jemand gestellt hat?

[Oliver Kern] Sehr wahrscheinlich würde ich die Frage „Leihst du mir deinen Ferrari?“ mit „Nein!“ beantworten.

[DGP] Hier ist Raum für ein Wort an deine Leser.

[Oliver Kern] Liebe Leser! Ich hoffe, dass ich viele von euch mit „Die Kälte in dir“ spannende, kurzweilige Stunden beschere und euch damit begeistern kann. Vielleicht treffen wir uns ja bei einer Lesung. Scheut euch nicht, mich anzusprechen, gerne auch mit Kritik, denn nur über Kritik kann ich noch besser werden.

Euer

Oliver Kern

Foto:  Dirk Kittelberger

Foto: Dirk Kittelberger

Wer noch ein bisschen mehr über den Autor erfahren möchte, der sollte sich auf seiner Homepage Kern macht Kunst einfach mal umsehen.

Und nun zum Buch:

Natürlich habe ich den Roman für euch vorab gelesen, um ihn euch guten Gewissens empfehlen zu können! Und das kann ich nun wirklich.

Inhalt

In einem kleinen Dorf nahe Stuttgart, wird auf dem Gelände einer Villa eine grausam entstellte Leiche gefunden. Oberkommissarin Kristina Reitmeier und ihr Team beginnen zu ermitteln, aber noch ehe erste Spuren überhaupt analysieren werden können, gibt es weitere Tote. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind stark adipös. Um der, derzeit führerscheinlosen Ermittlerin Kristina ein besseres Fortkommen zu ermöglichen, wird der in Ungnade gefallene  angehende Polizeipsychologe Daniel Wolf als ihr Chauffeur abgestellt. Und natürlich lässt der sich, trotz Dienstanweisungen, das eigenständige Ermitteln nicht verbieten. Das ungleiche Paar gräbt immer tiefer im Leben der Opfer und fördert dabei erstaunliches zu Tage.

 Kritik

„Die Kälte in dir“ von Oliver Kern ist ein wirklich spannender Thriller, der zu überraschen versteht. Auch, wenn das Privatleben der Ermittler für meinen Geschmack etwas zu viel Thematisiert wird – und die all zu häufigen Wiederholungen gewisser Sachverhalte nicht nötig gewesen wäre, hat mich dieses Buch sehr gut unterhalten. Die Zusammenhänge sind komplex, der Leser muss durchaus aufpassen, um nichts zu überlesen. Dabei wirkt der Aufbau der Geschichte eher gemütlich. Trotz diverser Morde, die hier ausreichend beschrieben werden, um die Fantasie anzuregen, ohne sich in blutigen Details zu verlieren, und mancher Schwierigkeit der Ermittler, driftet der Autor nicht in einen reinen Actionthriller ab, sondern bleibt seiner Linie treu. Gerade die langsam aufgebaute Spannung, die unterschwellige Bedrohung, das Verwirrspiel des Autors fesseln, trotz der kleinen Mängel, ans Buch.

Sprachlich souverän erzählt Oliver Kern die Geschichte eines bestialischen Mordes, der eine Reihe ähnlicher Tötungsdelikte nach sich zieht und führt dabei die Ermittler Kristina Reitmeier und Daniel Wolf ein, mit denen wir Leser künftig noch öfter auf Verbrecherjagd werden gehen dürfen. Kristina ist eine sehr direkte, temperamentvolle Frau, die gerne mal das Gaspedal etwas zuweit durchtritt und sich durch ihre Art des Öfteren in Schwierigkeiten bringt. Daniel Wolf , Student an der Polizeiakademie, ist nach seiner letzten Ermittlung vom Dienst suspendiert und muss nun als Fahrer für Kristina arbeiten. Auch er ist ein recht impulsiver Sturkopf, weswegen die beiden natürlich öfter aneinander geraten, letztendlich aber doch ein gutes Team abgeben. Besonders schön herausgearbeitet ist hier vor allem die Kennenlernphase der beiden Ermittler – kein blindes Vertrauen von Anfang an, keine wortlose Kommunikation, sondern vorsichtiges beschnuppern. Eine schöne Abwechslung zu all den perfekt eingespielten Partnern.

Interessant fand ich vor allem die Thematik dieses Thrillers, die doch sehr ungewöhnlich ist. Natürlich ist einiges davon Fiktion, das darf in einem Roman auch durchaus mal sein, aber nichts desto trotz ein wirklich faszinierendes Thema. Man bekommt glatt Lust zu recherchieren wo die Grenze zwischen Realität und Fantasie verschwimmt.

 Fazit

Alles in allem ist „Die Kälte in dir“ ein überzeugender Auftakt einer neuer Ermittlerserie. Ein ungewöhnlicher Fall, grausame Morde und ein amüsantes Ermittlerteam sind die Zutaten, die ein Thriller braucht. Wenn die Geschichte dann noch gut erzählt ist, so wie hier, dann kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.  Trotz kleinerer Kritikpunkte, wie z.B. den etwas zu häufigen Wiederholungen der Probleme der Ermittler,  habe ich den Thriller sehr gerne gelesen und freue mich auf ein Wiedersehen mit Kristina und Daniel im eigentlich recht beschaulichen Waiblingen. Die beiden versprechen interessante Figuren zu werden und ich bin gespannt darauf, welche Überraschungen sie noch für uns Leser bereit halten.

4/5 Sternen

IMG_6322So, ihr Lieben. Das war es schon wieder. Ich hoffe, dass ihr alle ein bisschen neugierig auf das Buch geworden seid! Es lohnt sich wirklich. Und der Egmont-LYX Verlag war so freundlich mir 3 signierte! Exemplare des Buches zur Verfügung zu stellen. Falls ihr also gerne eines davon gewinnt wollt, dann hinterlasst mir doch bitte einfach bis einschließlich 18.12 einen kleinen Kommentar unter dem Beitrag. Die Gewinner werden ausgelost und mit etwas Glück liegt euer Gewinn dann  noch pünktlich zu Weihnachten unter dem Christbaum. Viel Glück!

 Ich danke Oliver Kern für die Zeit meine Fragen zu beantworten und natürlich dem Egmont-LYX Verlag für die Bereitstellung des Manuskripts!🙂

Oliver Kern – Die Kälte in dir 
erschienen, 2013 im Egmont-LYX Verlag
490 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)
ISBN 978-3802592898

Teilnahmebedingungen: Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren mit einem Wohnsitz in Deutschland. Mehrfachteilnahmen sind nicht gestattet.