Inhalt:

Kaum hat Constable Peter Grant seine ersten Gehversucher als Zauberlehrling überstanden, schon passiert wieder ungewöhnliches in London: Seltsame Todesfälle unter talentierten Jazzmusikern wecken sein Interesse, ebenso wie eine Frau die ihren Sexualpartnern das beste Stück abbeist – mit ihrer Vagina. Da sein Meister, Nightingale, noch immer vom vorherigen Kampf geschwächt ist, muss Peter sich beweisen und den Kampf gegen die Unterwelt alleine aufnehmen.  Und dann ist da auch noch die schöne Simone, die ihm den Kopf verdreht …

Kritik:

Fast nahtlos schließt die Handlung des zweiten Teils der Reihe an den Vorgänger an. In vielen Rückbezügen erfährt der Leser die Eckpunkte des ersten Falles noch einmal. Wenn man – wie ich – die Bände in einem Rutsch durchliest, dann wird das auf Dauer etwas nervig. Wer die Bücher mit größerem zeitlichen Abstand konsumiert dürfte allerdings über die ein oder andere Erklärung dankbar sein, da die magische Welt doch sehr komplex ist und man auch hier noch nicht ganz den Dreh raus hat, wie das eigentlich alles zusammenhängt.

Auch der Humor steht dem des Vorgängers in nichts nach. Ich hatte teilweise wirklich Tränen in den Augen vor lachen, gerade weil der Autor so bildlich beschreibt, dass man nicht anders kann, als die Welt vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen. Wie eine Art Comicstrip läuft somit das gesamte Geschehen vor dem inneren Auge, inklusive teilweise sehr absurder Manöver unseres Helden und/oder seiner Gegenspieler.

Schade ist nur, dass mir Peter hier phasenweise extrem auf die Nerven geht. Sobald irgendwo eine hübsche Frau auftaucht, scheint er sämtliches Denken in die unteren Körperregionen zu verlegen und sein Gehirn auf Durchzug zu schalten. Das bestätigt nicht nur sämtliche negativen Klischees über Männer, es ist auch noch extrem lästig, da es in London anscheinend nur so von drallen und überaus attraktiven, extrem hübschen Frauen wimmelt. Jaaa, genau!

Trotzdem ist die Story an sich gut durchdacht, der Fall spannend und interessant und man kommt dem großen Geheimnis, dessen Auflösung man ja noch nicht kennt, ein Stückchen näher. Die Lust die Reihe weiter zu verfolgen ist auf jeden Fall da, auch wenn ich „Schwarzer Mond über Soho“ insgesamt als deutlich schwächer empfunden habe, als den Auftakt.

Fazit:

Auch wenn Ben Aaronovitch hier nicht so ganz überzeugt und vor allem durch die sehr naive Charakterisierung seine Protagonisten gelegentlich Unmut beim Lesen weckt, macht er vieles durch seinen Humor wieder wett. Auch der Fall an sich ist gut gemacht, die Zusammenhänge erschließen sich weitestgehend logisch und im Laufe der Handlung nimmt Peters Denkvermögen Gott sei Dank dann auch zu, so dass er nicht völlig hilflos aber dauergeil durch die Straßen Londons taumelt. Beginnen sollte man die Reihe mit diesem Teil sicher nicht, wer aber vor hat auch Teil 3 (und alle weiteren) zu lesen, dem ist die Lektüre dringen empfohlen, da man doch einiges an wichtigen Hintergrundinformationen erhält.

3,5 / 5 Sternen  

Ben Aaronovitch – Schwarzer Mond über Soho
erschienen, 2012 im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv)
416 Seiten
9,99€ (Taschenbuch)
ISBN 978-3-423-21380-6

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