Hey ihr lieben Leseratten,

eigentlich wollte ich heute ganz unspektakulär eine neue Rezension posten, aber dann ist mir aufgefallen, wie lange ich schon nicht mehr geschrieben habe und ich habe spontan beschlossen, dass die Rezi noch einen Tag warten muss. Um mich war es nun lange sehr still und das hatte natürlich auch seine Gründe. Einige davon waren sehr persönlich und ich möchte sie ungern in die Welt hinaus tragen. Nur so viel: Es geht wieder bergauf und ich hoffe stark, dass dieser Trend auch bleibt.

Meine Geburtstagstorte :)

Meine Geburtstagstorte🙂

Zum anderen war ich auch einfach viel beschäftigt. Meine Tochter hatte ihre erste Ballettaufführung und dazu gehörte – neben den drei Tagen an denen die Aufführung stattfand -, auch eine Woche der Vorbereitung: neben der Arbeit und dem Alltag also auch noch zusätzliche Probetermine, Fotosessions und Gespräche. Und nachdem dieser Stress vorbei war stand der Geburtstag des Töchterchens ins Haus. Weil Mama sich nicht Lumpen lässt😉 war der wichtiger als das persönliche Hobby und die Freizeit von fünf Tagen ging allein für die Herstellung und Fertigstellung des Geburtstagskuchens drauf, ein weiterer Tag für Dekoration der Wohnung und des Gartens und die Feier selbst.  Aber ich denke es hat sich gelohnt: strahlende Kinderaugen beim Betrachten der Torte, genüssliches Schmatzen beim Verzehr derselben und eine rundum glückliche Tochter. Das war die Arbeit wert.

Und weil die liebe Mama nun auch noch selbst was erleben wollte, fiel ein weiterer freier Tag meinem Geburtstagsgeschenk zum Opfer – anders gesagt: Ich hatte da noch einen Gutschein einzulösen und musste aus einem Flugzeug springen. Ich bin mir zwar immer noch nicht ganz sicher, ob das nun bedeutet, dass meine Freunde mich abgöttisch lieben, weil sie mir einen Traum erfüllt haben, oder ob sie mich eigentlich los werden wollten, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt den inneren Schweinehund zu überwinden, über den eigenen Schatten und aus der Propellermaschine zu springen.

Tja, außerdem habe ich neben dem Blog natürlich auch noch eine richtige Arbeit, ich engagiere mich bei dem Onlinemagazin fictionfantasy, helfe bei Amrun Verlag und Buchhandel, bin Testleser und Betaleser oder versuche mich als Lektorin. Da kann die Zeit dann schon mal ein bisschen knapp werden. Nachdem ihr nun wisst, warum ich in letzter Zeit so inaktiv war – ich kam auch wirklich kaum bis gar nicht zum Lesen – möchte ich euch aber noch ein bisschen was für meinen Fallschirmsprung erzählen.

Der Sprung

Die Reaktionen auf meine Erwähnung dieses Geschenks waren denkbar unterschiedlich. Von „Boah sau geil, das will ich auch mal machen“, über „Du wirst es nicht bereuen, das macht so viel Spaß“ bis hin zu „Ah, nie im Leben. Nicht für viel Geld würde ich das machen“, war alles dabei und denkbar zwiespältig waren meine Gefühle. Vorfreunde, Angst, nackte Panik – alles war dabei. Als es aber am 4. August endlich so weit war, da hatte ich gar nicht viel Zeit für Angst. Erst war es gar nicht sicher, ob ich überhaupt springen kann, da das Wetter als sehr wechselhaft mit Gewittern angekündigt war und dann, als ich endlich am Flugplatz angekommen war, ging alles so schnell, dass ich schon im Flugzeug saß, bevor ich lange über irgendwas nachdenken konnte.

Tandemsprung 4

Los geht’s …

Aber der Reihe nach: Sonntag Morgen fuhren wir – meine Mutter, meine Tante und meine Tochter –  los und machten uns auf den Weg nach Günzburg. Zu diesem Zeitpunkt waren glaube ich alle anderen aufgeregter als ich, aber mit jedem Kilometer, den wir zurück gelegt haben, stieg meine Nervosität. Kurz vor 12 trafen wir am Flugplatz ein und fanden nach einigem Suchen den richtigen Ansprechpartner. Mein Tandemmaster Goran war mir von der ersten Sekunde an super sympathisch und auch die von ihm engagierte Fotografin Ginny, die mit uns mitspringen würde, mochte ich auf Anhieb. Die beiden haben mit ihrer ruhigen Art, ihrem Humor und ihrer Herzlichkeit viel dazu beitragen mir meine Angst zu nehmen – ich fühlte mich einfach gut aufgehoben und sicher. Und ich persönlich glaube dieses Gefühl ist verdammt wichtig, wenn man vor hat einem völlig unbekannten Menschen sein Leben anzuvertrauen. Denn nichts anderes tut man, wenn man  – an den Bauch des Tandemmasters gegurtet – in 4000 Metern Höhe aus einem Flugzeug springt.

Kleine Impressionen

Kleine Impressionen

Nach einer kurzen Einführung durfte ich dann auch recht schnell in meinen Sprunganzug schlüpfen und ins Flugzeug steigen.  Mit insgesamt zehn Passagieren und dem Piloten war die Maschine gut gefüllt. Kuscheln hieß die Devise und Angst vor körperlicher Nähe sollte man nicht haben. Mir haben aber meine Flug- und Höhenangst ausgereicht, um die Nerven flattern zu lassen.😉 Nach knapp 15 Minuten war die Absprunghöhe erreicht. Mittlerweile war ich wirklich richtig, richtig Nervös, aber Goran (der Tandemmaster) hat es tatsächlich geschafft mich ruhig zu halten und nachdem zwei  Solospringer vor mir aus dem Flugzeug gefallen sind (es sieht wirklich so aus) war ich an der Reihe.  Wir saßen am Rand der Maschine, die Beine baumelten 4000 Meter über dem Boden, ich musste mich ganz eng an den Sprunglehrer kuscheln und dann ging es los. Und was soll ich sagen? Es ist das Wahnsinn. Ein Gefühl, dass man kaum beschreiben kann, wenn man mit knapp 200 km/h im freien Fall Richtung Erde saust. Der Wind weht einem so stark ins Gesicht, dass man Anfangs wirklich kaum Luft bekommt und durch die Nase atmen fällt entschieden leichter als durch den Mund, aber nach ein paar Sekunden hat man es raus und es ist einfach nur ein geiles Gefühl. Man denkt an nichts – nicht an Probleme, Sorgen oder Stress. Nicht an irgend einen Ärger den man hat, weder an die Zukunft noch an die Vergangenheit. Man denkt auch nicht daran, dass man gerade ohne Netz und doppelten Boden, angewiesen auf das Können eines völlig Fremden, zwischen Himmel und Erde ist und bedingt durch die Schwerkraft keine andere Möglichkeit hat als nach unten zu fallen und vielleicht dort auf dem Boden zerschmettert werden könnte. Man denkt an gar nichts – man genießt und fällt 2500 Meter lang, bis der Klopfer auf die Schulter kommt als Zeichen, dass der Schirm geöffnet wird. Aber auch nach fast 2 Wochen kann ich noch nicht sagen, ob mir diese etwa 55 Sekunden freier Fall lang oder kurz vorgekommen sind – einerseits waren sie ewig lang, andererseits aber viel zu schnell vorbei. Wenn dann der Schirm geöffnet ist,  trudelt mal ganz gemütlich in kleinen Kreisen gen Erde und nach der Landung ist man zwar froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber man weiß auch ganz genau, dass man dieses Gefühl unbedingt nochmal erleben will – diese absolute grenzenlose Freiheit fernab von allem was einem so wichtig erscheint, wenn man im Alltag verankert ist. Vom Adrenalinrausch nach dem Sprung ganz zu schweigen. Der hält nämlich auch eine Weile an und wenn ich jetzt die Bilder oder das Video anschaue, dann läuft mir ein wohliger Schauer über den Rücken und ein grinsen stiehlt sich in mein Gesicht.

Frei wie ein Vogel ...

Frei wie ein Vogel …

Mein Fazit: Ich will nochmal! Unbedingt. Wenn ihr aus Bayern kommt und auch mal Lust auf so ein Erlebnis habt, dann kann ich euch nur das Team von Skydiveticket ans Herz legen. Kompetent, offen, herzlich, sympathisch, witzig – das rundherum Glückspaket. Verzichtet auf den Jochen Schweizer, das ist nur teurer😉
Der schlimmste Moment des ganzen Sprunges war übrigens die Sekunde, als wir den Fallschirm geöffnet hatten und Ginny an uns vorbei gefallen ist, um  500 Meter weiter unten ihren Schirm zu öffnen. (Sie musste ja schließlich nach oben filmen) DAS sieht echt krass aus.

So, das war’s für heute erstmal wieder. Wir lesen uns aber in Zukunft wieder öfter, hoffe ich🙂

Vero