Inhalt

Der Wissenschaftler Ian Moone hat im Auftrag der amerikanischen Regierung ein Computerprogramm entwickelt, dass es ermöglicht unsichtbar in jeden Computer der Welt einzudringen und ihn zu kontrollieren. Egal ob Privathaushalt, Kernkraftwerk oder Firmen. Kurz bevor er das Programm an seinen Kontakt beim Militär übergeben soll überkommt Moore das schlechte Gewissen und er versucht aus dem Programm auszusteigen. Als seine Frau und sein ungeborenes Kind ermordet werden ergreift er die Flucht. Kurz vor der kanadischen Grenze gerät er in einen schweren Schneesturm und landet in einer Kleinstadt. Dort trifft er auf die  Agentin Maja Kensington, die in einer Spezialeinheit des FBI tätig ist und genau an diesem Ort ein Unglück verhindern will, dass den Untergang der Welt bedeuten könnte. Können die Beiden das Ende der Welt verhindern?

Kritik

Zeitweise absurder, aber dennoch  ansatzweise spannender Thriller mit leicht futuristischem Einschlag.

Das, was die Spannungskurve zumindest hin und wieder hoch hält, ist vor allem die Sprecherleistung von Lutz Riedel. Man kann ihm einfach sehr gut zuhören, denn er liest ohne affektierte Sprechweisen oder übertriebene Akzentuierung, das tiefe Timbre der Stimme  ist  angenehm und schmeichelt dem Ohr des Hörers.

Negativ hingegen fallen die Figuren auf. Die sind –  allen voran die Protagonistin – fast alle unmöglich: arrogant, überheblich und völlig ohne jeden Funken Anstand. Kaum einen Charakter schließt man ins Herz und gerade die Protagonistin, die man wohl eigentlich für ihr hartes Leben bemitleiden sollte, schafft es gar nicht selbiges zu wecken. Die Figuren bleiben, trotz diverseres Ausflüge in ihrer Vergangenheit, relativ flach und eindimensional. Irgendwie unwirklich.

Absurd ist hier aber nicht nur die Thematik, die im Inhalt schon anklingt, auch wenn sie – laut einer Info der Autoren – auf wahren Forschungen beruht, sondern vor allem die Umgebung. Angeblich befinden sich die Figuren in einem Jahrhundertsturm, es ist schneidend kalt und es schneit so stark, dass man kaum die Hand vor Augen sehen kann. Trotzdem scheint aber die Technik immer problemlos zu funktionieren, man kann stundenlang durch die Kälte und den STURM laufen bzw. fahren, ohne dass man auch nur mal umgeweht wird. Im Prinzip fragt man sich als Hörer schon, was die ganze Aufregung um das Unwetter eigentlich soll, wenn dann eigentlich nix passiert außer, dass die Gegend von der Außenwelt abgeschnitten ist, was für die Erzählung  zwingend notwendig war.

Allgemein wirkt mir die Story zu konstruiert. Da ist zuviel, dass irgendwie krampfhaft passieren muss, um zumindest ein bisschen Spannung zu erzeugen. Klassische Hammermethode und so gar nicht meins. Aber zumindest sprachlich ist es angenehm, gut zu hören und leicht verständlich. Die wissenschaftlichen Details halten sich im Rahmen.

Fazit

Irgendwie spannend, aber in dem Fall bin ich froh, dass es ein relativ kurzes Hörbuch war, sonst wäre es noch langweiliger geworden. Die Story ist viel zu konstruiert, um glaubhaft zu sein, und das liegt nicht an den wirklich unglaublichen Forschungen oder dem leichten Sciencen-Ficion Einschlag. Die Figuren sind unsympathisch, bis unmöglich und diverse Rückblenden in frühere Leben dienen eigentlich auch nur der Streckung der Geschichte, ohne wirklich relevant oder gar interessant zu sein.

Einzig die Sprecherleistung überzeugt hier, daher gibt es noch 3/5 Sternen.  

David Zurdo Saíz und Angel Gutiérrez Tapia – Janus: Im Zeichen des Sturms
Sprecher: Lutz Riedel
erschienen, 2010 bei Audible
20,95 € (ungekürzt)