Inhalt:

Alex, erfolgloser Immobilienmakler kurz vor dem Rauswurf, will eigentlich nur noch eins: Mit seinem Kumpel Florian in den Urlaub fahren und dort nicht nur Skifahren, sondern vor allem den Après Ski in vollen Zügen genießen. Kurz vor der Abfahrt erleidet Florian einen Schwächeanfall und muss zur Überprüfung in eine Klinik. Damit aber nicht genug. Alex muss nämlich nicht nur auf seinen Urlaub verzichten, sondern soll auch noch in der Nobelboutique von Florians schwer reichem Vater aushelfen. Leider hat er von Mode überhaupt keine Ahnung und so beginnen ein paar sehr unterhaltsame Tage zwischen Miucci und Prada, Taschen und Dessous. Und dann ist da auch noch Victoria, die so gar nicht in sein Bild einer „Modetussi“ passen will .

Kritik:

Vorweg: Diese Buch ist witzige, kurzweilige Unterhaltung, ohne wirklich tieferen Sinn. „Dicke Hose“ ist ein Roman der in erster Linie unterhalten soll und das tut er, wenn man das Genre mag. (Und ja, das ist wirklich eine Grundvoraussetzung, weil man das Buch sonst genervt in die Ecke pfeffert)

Die Figuren sind charmant und süß, bisweilen überzeugend realistisch nervig. Aber alle einen Tick überzeichnet und entsprechen natürlich diversen gängigen Klischees: Alex als riesiger Macho und unfähiger Trottel, der sich dann aber zum Mann mausert, der reiche Kumpel bei dem auch nicht alles so ist, wie es scheint, die süße Frau, die so gar nicht in das Frauenbild des Helden passt aber trotzdem sein Herz erobert und diverse Nebencharaktere die für viel Verwirrung sorgen. Ein bisschen wie Susan Elizabeth Phillips mit vertauschen Rollen, ein Mann in der Rolle der Frau. (Nein, das sind keine Spoiler ;))

Wer auf Chic lit steht und mit den genretypischen Figuren und Handlungsabläufen kein Problem hat, der wird sich hier köstlich amüsieren. Mia Morgowski schreibt angenehm locker und spritzig. Der Roman ist leicht zu lesen, eher umgangssprachlich geschrieben, aber nicht übertrieben oder gewollt „cool“. Die Dialoge wirken meistens überzeugend. Nur manchmal ist mir Alex einfach einen Tick zu doof.

Auch wenn es mir an der ein oder anderen Stelle ein bisschen zu viele Missgeschicke waren und dem Protagonisten, aufgrund seiner Unfähigkeit sich verständlich auszudrücken oder zuzuhören ein paar zu viele Fehler passieren, hat mich der Roman kurz (war an 2 Abenden ausgelesen obwohl ich eigentlich gar keine Zeit zu lesen hatte) aber gut unterhalten. Sehr süß und witzig finde ich auch das „Mode Glossar“ am Ende des Romans und das Daumenkino mit dem Küken.

Mia Morgowski hat damit geschafft woran Sophie Kinsella und Kerstin Gier oder Ildikó von Kürthy gescheitert sind: Sie hat sich, als erste Deutsche Autorin, einen Platz neben der (meiner) Königin des Frauenromans erkämpft und darf künftig neben Susan Elisabeth Philipps im Regal stehen!

Fazit:

„Dicke Hose“ ist ein Romam für die Frau von heute und für Männer die noch was lernen wollen 😉 Die Figuren sind witzig und sympathisch, für das Genre typisch überzeichnet und auch sehr Klischeebehaftet, aber dennoch eigenständige Persönlichkeiten. Auch wenn der Protagonist für meine Begriffe manchmal einen Tick zu tölpelhaft, dämlich und naiv ist.

Angenehm geschriebene, kurzweilige Unterhaltung ohne tieferen Sinn, aber dafür mit viel Lachmuskeltraining. Und irgendwo hat diese Geschichte ja doch ein bisschen Moral – nämlich, dass Lügen sich nicht lohnen und man weiter kommt, wenn man a) die Wahrheit sagt und b) überhaupt mal was erklärt.

Bei den Sternen musste ich ein bisschen überlegen, hab mich dann aber doch für 4,5 (aufgerundet auf 5) entschieden, weil die meisten Gründe für Abzüge im Prinzip im Genre selbst zu suchen (und zu finden) sind und ich doch dieses Buch genau aus dem Grund gelesen habe.

PS: Liebe Mia (falls du das hier liest), es gibt unzählige Männer die ganz wild auf Sushi sind 😉

4,5/5 Sternen  

Mia Morgowski- Dicke Hose
erschienen, 2012 im Rowohlt Verlag
349 Seiten,
9,99 € (Taschenbuch)
ISNB: 978-3-499-25923-4

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