Inhalt

Johannes Cabal beherrscht eine sehr seltene Kunst: Er kann Tote zum Leben erwecken. Um die Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Nekromanten zu erlangen, musste er dummerweise sein Seele an den Teufel verkaufen und genau die hätte er jetzt gerne wieder zurück. Wie man aber weiß, ist der Teufel nicht unbedingt angetan von dem Gedanken etwas herzugeben was ihm gehört. Schon gar keine Seelen.

Um sein reichlich hoch gestecktes Ziel zu erreichen lässt sich Cabal auf eine wahrhaft teuflische Wette ein und sucht ungewöhnliche Hilfe … Wird er es schaffen die Wette zu gewinnen und seine Seele zurückzugewinnen?

Kritik

„Seelenfänger“ ist der erste Teil einer Trilogie um den Nekromanten Johannes Cabal. Es ist ein wirklich außergewöhnlicher Roman: herrlich komisch, bitterböse, höllisch heiß und trotzdem tiefsinnig und clever. Ein geschicktes Spiel mit Ängsten, Wünschen und unerfüllten Hoffnungen, mit der Psyche des Menschen.

Dabei ist Johannes Cabal einer der großartigsten Charaktere, der mir seit langem unter gekommen ist. Arrogant, schlagfertig, auf gewisse weiße verrückt, gleichzeitig genial und dabei von einer so tiefen Unsicherheit zerfressen, von einer tiefliegenden Melancholie begleitet und ständig umgeben, sogar dominiert von seinen Ängsten, die man lange Zeit nicht ergründen kann. Er ist ein ungeheuer vielschichtiger Charakter, auch wenn er auf den ersten Blick betrachtet, reichlich belanglos und oberflächlich wirkt. Ein Charakter, den man nicht ein liebt oder hasst, sondern einer den man meistens liebt und manchmal einfach hassen muss.

Der Teufel ist hier auch etwas ganz besonderes: Nicht nur einfach das personifizierte Böse, sondern ein, von Langeweile geplagter, zur ewigen Verdammung verurteilter Bösewicht, der durchaus Humor hat und manchmal sogar mit sich reden lässt, wenn es verspricht interessant zu werden und ihn aus der Alltagsroutine zu reißen.

„Tatsächlich war der Satan froh über jede kleine Abwechslung in seinem eintönigen Dasein, das er mit der geistlosen Verwaltung der Ewiglich Verdammten in ihrer geballten Gleichförmigkeit zubrachte.“ (Seite 22)

Nicht nur die Figur des Johannes Cabal oder des Teufels, auch die Geschichte an sich fesselt von Anfang an: Ein Jahrmarkt aus der Hölle, geschaffen um Zwietracht zu säen und Seelen zu fangen. Großartig. Nicht zu vergessen die witzigen, geradezu absurden Dialoge, die unglaublich lebendig beschriebenen Szenen, die viele skurrilen Details, die fantastischen Gestalten und großartigen Wendungen. Dieses Buch trieft nur so vor Sarkasmus und Ironie.

Aber nicht nur mit diesen beiden Stilmitteln kennt sich der Autor aus. Allgemein beherrscht er seine Sprache sehr gut, spielt mit Worten und Gedanken, schreibt flüssig, fesselnd und vor allem gut. Humor auf hohem Niveau, kein billiger Komiker der die ewig gleichen Handtaschenwitze erzählt. Statt dessen durchaus unter dem Deckmantel des Humors verborgene Kritik an der Gesellschaft.

Fazit

Auch wenn „Seelenfänger“ eindeutig in einem sehr humorvollen Kleid auftritt, spricht es doch ernste Themen an: Es geht um Moral, um die Schwierigkeit Entscheidungen zu treffen, handelt von den Konsequenzen die jede Tat nach sich zieht. Vor allem aber geht es darum am Ende die für einen selbst richtige Wahl zu treffen – abzuwägen was einem mehr wert ist: Das eigene Wohl oder das Seelenheil der Anderen. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und Lust auf die Fortsetzung macht. Über allem steht der Leitgedanke, dass wünschen immer einen Preis hat und das die Erfüllung eines Wunsches selten so verläuft, wie vom Wünschenden gedacht. Getragen wird die Geschichte nicht nur von der Idee, die ich persönlich wirklich großartig finde, sondern auch durch  der Lebendigkeit der Erzählung und von den gelungenen Figuren – allen voran Johannes Cabal und sein Gegenspieler der Teufel. Gelungener Auftakt einer vielversprechenden Horror-Fantasy Trilogie

5/5 Sternen

Jonathan L. Howard – Ein Fall für Johannes Cabal: Seelenfänger
erschienen, September 2009 im Goldmann Verlag
384 Seiten
12 € (broschiert)
ISBN: 978-3-442-46996-3