Inhalt (Produktbeschreibung der Verlagsseite)

Die Vampire sind zurück! Ob als blutgierige Monster, aristokratische Einzelgänger, sensible Feingeister oder als Ziel erotischer Schwärmereien – die Grenzgänger zwischen Leben und Tod haben nichts von ihrer Jahrhunderte langen Faszination verloren. Als Geschöpfe menschlicher Phantasie sind sie Spiegel unserer Ängste und Wünsche und zugleich Fenster zu einer anderen Welt. Was ist ihr Geheimnis? Und wo liegt die Grenze zwischen Mythos und Realität? Florian Kührer entwirrt mit kritischem Blick die Motivstränge des Vampir-Mythos und erzählt dabei die Geschichte vom Aufstieg eines Dorfmonsters zu einem größten Popstars der Moderne.

Kritik:

Das Sachbuch von Florian Kührer behandelt das, derzeit wirklich gehypte Thema Vampire -aber nicht von der kitschig-mysteriösen Seite, sondern mit Blick auf die Fakten. Der Autor räumt mit gängigen Vorurteilen, Klischees und ‚gefährlichem‘ Halbwissen auf – vor allem im Bezug auf die Entstehung des Vampirglaubens. Im Fokus stehen dabei besonders die historische Entwicklung des Vampirs – vom Volksmärchen zum Weltmythos, die Entwicklung vom unterentwickelten Monster über noblen Grafen zum Kuschelvampir des 21. Jahrhunderts.

Dabei wird sowohl die kulturhistorische, als auch die etymologische Entstehung der Figur des Vampirs sowie die Mutation zum Medienstar und die daraus resultierenden Verwischungen der eigentlichen Hintergründe des Untoten erläutert. Von den ersten Spuren von „Vampirismus“ in der Antike, bis hin zur modernen Interpretation, umreißt dieses Buch alle Zeiten in denen an Vampire geglaubt wurde und stellt vor allem klar, dass Dracula längst nicht der Urvater aller Blutsauger ist. Viel mehr hat der Graf den eigentlich und ursprünglichen Vampir aus den Köpfen der Menschen verdrängt, so dass sogar Wissenschaftler ihre Studien mehr auf der Fiction von Bram Stoker aufbauen, als auf den tatsächlichen Hintergründen.

Das Buch ist grundsätzlich leicht verständlich geschrieben und erklärt, auch für den Laien in den meisten Fällen ausreichend, die Hintergründe der Forschung, um die Zusammenhänge zu verstehen. Hin und wieder wird man aber durch die vielen fremdsprachlichen bzw. altertümlichen Ausdrücke etwas verwirrt und muss doch einige Seiten zurück blättern. Am Ende jedes Kapitels wird ein Resümee gezogen, das einem die Ergebnisse der vorherigen Seiten – in typisch wissenschaftlicher Manier – nahe bringt. Auch die Erkenntnisse des gesamten Buches werden in einem abschließenden Kapitel zusammengefasst. Beides ist bei der Flut an Informationen, die man in diesem Buch geliefert bekommt, sehr nützlich.

Was mir persönlich allerdings gefehlt hat, waren Begriffsdefinitionen sowie ein erklärendes Glossar für alle jene, die mit wissenschaftlichem Arbeiten nicht vertraut sind. Allgemein gehört es für mein Verständnis dazu in einem Sachbuch bestimme Ausdrücke zu definieren, gerade solche die im alltäglichen Sprachgebrauch gar nicht oder missverständlich verwendet werden. Und gerade im Bezug auf die ersten Kapitel, in denen die etymologische Entwicklung des Vampirs erklärt wird, wäre ein Glossar bzw. eine Sammlung der Namen hilfreich gewesen, um den Überblick zu behalten und nicht ständig vor und zurück blättern zu müssen.

Schön hingegen finde ich die Hinweise auf weiterführende Literatur, die zusätzlich zum Literaturverzeichnis, aufgeführt werden.

Fazit

„Vampire – Monster, Mythos, Medienstar“ ist ein wirklich interessantes Sachbuch, dass sich vor allem Kritisch mit der Thematik des Vampirs auseinandersetzt und vor allem mit dem Vorurteil aufräumt, dass Dracula der erste Vampir gewesen ist. Von der Antike bis hin zur Neuzeit wird die Entwicklung und Entstehung des Vampirglaubens sowie der daraus resultierende Kult erläutert und es wird dargelegt wie es überhaupt sein konnte, dass diese einst so unscheinbare Figur eines unscheinbaren Wiedergängers zum Publikumsliebling aller Generationen und Nationen werden konnte – egal ob als blutsaugende Bestie oder als Kuschelvampir des 21. Jahrhunderts. Ein Punkt Abzug für die fehlenden Begriffsdefinitionen bzw. das fehlende Glossar und die aufkommende Verwirrung durch zu viele, im Fließtext eingebundene, Fremdwörter. Es ist schließlich ein Sach- und kein Fachbuch, bei dem ein gewisses Grundwissen vorausgesetzt werden kann.

4/5 Sternen  

Florian Kührer – Vampire: Monster, Mythos, Medienstar
erschienen, 2012 im Butzon – Bercker Verlag
303 Seiten
17,95€ (Klappenbroschur)
ISBN: 978-3-7666-1396-7

Mit bestem Dank an Blogg dein Buch und den Verlag Butzon-Bercker für das Rezensionsexemplar