Inhalt:

Vanessa Munroe, genannt Michael, ist Expertin in der Beschaffung von Informationen jeglicher Art. Eines Tages bekommt sie einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll die, seit vier Jahren verschwundene, Tochter eines Ölmillionärs finden. Das Mädchen ist während einer Safari in Afrika verschollen und seither spurlos verschwunden. Zusammen mit Miles Badfort reist sie nach Äquatorialguinea. Dort gerät sie in einen Strudel aus Intrigen und Korruption. Aber Michael muss sich nicht nur gegen die Feinde von außen, sondern auch gegen die inneren Dämonen wehren, denn sie hat eine Vergangenheit in Afrika – ein unerfreuliche Vergangenheit.

 Kritik:

Alles in allem ein gelungenes Buch. Vanessa Munroe ist ein sehr eindrucksvoller, wenn auch wenig realistischer Charakter: Aufgewachsen fernab jeglicher westlicher Regeln und Rituale, fällt es ihr schwer sich den Anforderungen der zivilisierten Gesellschaft anzupassen. Statt dessen reist sie in die hintersten Winkel der Welt, immer auf der Suche nach Informationen für ihre vielfältigen Auftraggeber. Sie ist eine effiziente Maschine, spricht 22 Sprachen fließend und kann sich problemlos jeder Situation anpassen. Sicher keine Protagonistin mit der man sich ohne weiteres identifizieren kann, aber trotz aller Superlative ein Charakter der neugierig macht.

Die Handlung des Romans ist eingebettet in eine blutrünstige, von Korruption und Willkür beherrschte Kulisse Afrikas: Drogenschmuggel, Waffenhandel, Polizeiwillkür auf der einen Seite – Freundschaft, Familienbande und Tradition auf der anderen Seite. Der Plot ist spannend, gut durchdacht und interessant aufgebaut.

Trotz der guten Unterhaltung, die auch durch die angenehmen Sprache unterstrichen wird, wirken manchen Szenen einen Tick zu konstruiert, ein bisschen zu überzogen, zu actionlastig und unwirklich. Allgemein sind mir die Charaktere etwas zu klischeehaft, etwas zu „gut“; zu „perfekt“, zu „effizient“. Sicherlich zum Teil passend, da der nette Mann von Nebenan kaum im Dschungel überlebt hätte, aber im Gegenzug zu ihrer angeblichen Professionalität machen sie mir zu viele Fehler, die dazu dienen die Geschichte voran zu treiben.

Zudem schweift die Autorin gelegentlich ab und verliert sich in den Schilderungen Afrikas, des politischen Systems, der Probleme und Schwierigkeiten. Vieles davon ist für das Verständnis des Buches zwar sinnvoll, aber einiges absolut nicht nötig. Hier wäre manchmal weniger, mehr gewesen. Wobei ich das persönlich durchaus interessant fand und somit nichts dafür abziehe, aber es hemmt doch gelegentlich den Fluss der Geschichte.

Fazit:

Eine Mischung aus Abenteuerroman und knall hartem Action Thriller. Dieser Roman macht Lust auf mehr. Wer einen gut recherchierten Roman mit spannend ausgeklügelten Plot und interessanten, wenn auch sehr überzogenen Charakteren lesen möchte, der ist hier gut bedient. Einen kleinen Abzug gibt es für die ab und an etwas zu „Actionlastigen“ Szenen, die mir persönlich einen Tick zu „glücklich“ abgelaufen sind und für die vielen unnötigen Fehler, die die überprofessionellen Figuren trotzdem regelmäßig begehen.

4/5 Sternen  

Taylor Stevens – Mission Munroe: Die Touristin
erschienen, 2012 im Goldmann Verlag
448 Seiten
9,99 € (Taschenbuch/Klappenbroschur)
ISBN: 978-3-442-47823-1

Mit bestem Dank an das Büchereck Niendorf Nord für das Buch🙂