Inhalt:

Bobby kommt geradewegs aus der Hölle: Eine einwöchige Skifreizeit, zusammen mit der neuen Klasse. Also absoluter Außenseiter war diese Woche alles andere als ein Vergnügen. Daher weigert sie sich bei einer Rast aus dem Bus zu steigen. Sie hat einfach keine Lust sich wieder hänseln zu lassen. Zusammen mit Smitty, dem Klassenclown, der den Bus nicht verlassen darf, bleibt sie im Fahrzeug und wartet, bis die Anderen wieder aus dem Café kommen. Aber sie kommen nicht, denn sie sind tot, wenn auch nicht für lange. Nur Alice hat überlebt. Zusammen müssen die Jugendlichen versuchen sich zu retten – ohne Telefone, ohne Internet, ohne Hilfe, mitten im Nirgendwo, in einem Schneesturm – und Untoten entkommen. Verdammt hungrigen Untoten …

Kritik:

Man fällt als Leser direkt in die Geschichte bzw. in den Bus neben Bobby, die Protagonistin und lernt sie und einen Teil ihrer Gefühlswelt kennen. Aber die Autorin hält sich nicht mit langem Vorgeplänkel auf – bereits auf den ersten Seiten werden die verhassten Mitschüler zu seelenlosen Zombies und nur ein paar Jugendliche können sich in den Bus retten. Auch ein erster Verdacht im Bezug auf den Auslöser für die Zombiefizierung keimt auf.

Das geschilderte Szenario – Jugendliche im Schneesturm, abgeschnitten von der Außenwelt, bedroht von Untoten – ist durchaus beängstigend. Leider kann man sich auf die Atmosphäre kaum einlassen, da man vom dauernden Gezanke, Gekeife und Gezicke der pubertierenden Teenies abgelenkt wird. Mich persönlich hat dieses ewige Gemecker echt genervt. Zum Glück wird das im Laufe des Buches weniger, sonst hätte mich auch die ansonsten wirklich unterhaltsame Geschichte nicht zum weiterlesen motiviert. Weniger wäre mehr gewesen, obwohl ich durchaus erkennen kann, dass die Autorin versucht hat die Ängste und Unsicherheit der Jugendlichen sowie die Probleme dieses, aus unterschiedlichen Charakteren zusammengewürfelten Haufen, zum Ausdruck zu bringen.

Da es sich um ein Jugendbuch handelt ist natürlich auch die Sprache dementsprechend einfach, manchmal zu betont jugendlich. Man kann das Buch gut lesen, (als geübter Leser auch gut querlesen), um einfach mal abzuschalten und sich berieseln zu lassen. Und mit der Zeit gewöhnt man sich an die Protagonisten und ihre Macken, bzw. erkennt eine gewisse Entwicklung in den Charakteren. Das erhöht den Spaß deutlich und man kann wirklich mit den Figuren mitfiebern.

Eine gewisse Grundspannung ist vorhanden und gegen Ende wird es sogar noch richtig dramatisch. Die Auflösung der ganzen Misere ist – für meine Begriffe – etwas zu platt und abgedroschen, aber wohl Genretypisch. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass es ein Wiedersehen mit Bobby und Co. geben könnte. Schön finde ich auch, dass nicht alle Probleme und Schwierigkeiten, die sich im Verlauf für die Figuren ergeben, sofort gelöst werden können.

Fazit:

„Untot – Lauf so lange du noch kannst“ ist weitgehend nette Unterhaltung, ein spannender, wenn auch anspruchsloser Zeitvertreib. In jedem Fall aber besser als Fernsehen und Konsolenspiele😉 Es ist ein Buch, dass man schnell und gerne liest, wenn man es erstmal angefangen hat, aber keines, das man unbedingt gelesen haben muss. Die Figuren, zu beginn etwas nervig, wachsen seinem im Laufe des Buches ans Herz, man kann dann richtig mit ihnen mitfiebern bei ihrem Kampf gegen die Untoten. Trotz kleiner Schwächen würde ich von dieser Autorin auch weitere Bücher lesen, wenn mir eines über den Weg läuft.

3,5/5 Sternen

Kirsty McKay – Untot: Lauf solange du noch kannst
erschienen, 2012 im Carlsen Verlag
368 Seiten
14,95 € (Klappenbroschur)
ISBN 978-3-551-52041-8