Inhalt:

Aus einem anonymen Hinweis wird ernst: Über den Hamburger Rödingsmarkt peitschen Schüsse. Zwei Streifenbeamte sowie der Bankmanager Joachim Kranz geraten ins Visier der Schützen, doch dieser verschwindet spurlos ohne jemanden zu verletzen. Zwei Tage später wird eine junge Mutter grundlos bedroht.

Auf Geheiß des Polizeipräsidenten übernimmt Kommissar Sven Klein den rätselhaften Fall. Vor allem das Opfer, Joachim Kranz, verhält sich merkwürdig. Die Schüsse scheinen keinen großen Eindruck auf ihn zu machen und obwohl bekannt ist, dass er keine große Sympathien genießt – weder unter seinen Angestellten, noch unter seinen Kunden – behauptet er keine Feinde zu haben.

Als dann auch noch der Verdacht aufkommt, dass der Bankmanager seine Stellung ausnützt um Geldmittel für Al-Quadia zu beschaffen wird Klein hellhörig. Zusammen mit den Wirtschaftsprüfern Dirk Richter und Mark Rawlins nimmt er die Bank unter die Lupe, bis plötzlich die Terroristen auf ihre Gegner aufmerksam werden und die Jagd auf sie eröffnen…

Kritik:

Vorweg sollte man sagen, dass ich „Wirtschaftskrimis“ eigentlich nicht gerne lese – Zahlen und Finanzen sowie deren politische Verwicklungen gehören normalerweise nicht zu meinem Interessengebiet. Trotzdem hat mich die Leseprobe überzeugt dem Roman eine Chance zu geben und ich habe es nicht bereut.

Stefanie Ross schreibt sehr angenehm erzählend und zieht den Leser sofort in den Bann. Ihre Figuren wirken lebendig, wenn auch zum Teil etwas überspitzt und klischeehaft dargestellt: Sven Klein, der Kommissar mit dem harten Schicksalsschlag. Dirk Richter wirkt wie „Karate Kid“ als Wirtschaftsprüfer und Alex Groß, die Frau, die allen Männern die Stirn bietet, benimmt sich zum Teil eher wie eine kindische Superzicke als eine emanzipierte Frau. Nichts desto trotz sind die Charaktere auf ihre ganz eigene Art liebenswert und sympathisch, vor allem weil sie sehr menschliche Fehler begehen, gewisse Eigenheiten haben die man auch im eigenen Freundeskreis findet und ihr Alltag in einem Umfeld angesiedelt ist, in das sich wohl jeder hineinversetzen kann.

Besonders gut gefällt mir, dass die Autorin es schafft die komplizierten und komplexen Verwicklungen des Bankwesens – auch für den Laien – verständlich zu erklären, so dass man zwar durchaus mitdenken muss, um die Zusammenhänge der Geschichte zu begreifen, man aber nicht völlig überfordert vor einem Haufen verwirrender Verwicklungen steht. Die langjährige Erfahrung in diesem Beruf und das damit verbundene fundierte Wissen um die Thematik werden auf nahezu jeder Seite deutlich.

Trotz dieses – auf den ersten Blick – trockenen Themas baut sich im Krimi – der eigentlich eher ein Thriller ist – aber sehr schnell Spannung auf, vor allem dadurch, dass die spannenden Momente nicht immer dann kommen, wenn man sie erwartet, sondern manchmal erst ein paar Seiten später, wenn man überhaupt nicht damit rechnet, dass noch etwas passieren könnte. Zwar wirkt die Handlung zeitweise zu konstruiert und es kommt zu einer gewissen „Action Film Absurdität“ (wie oben erwähnt, ‚Karate Kid‘ als Wirtschaftsprüfer), im Großen und Ganzen aber ist die Entwicklung der Geschichte glaubwürdig und logisch.

Fazit:

„Fatale Bilanz“ ist ein überzeugendes Krimi(Thriller) – Debüt mit einem Ermittlerteam das Lust auf mehr macht. Trotz kleiner Schwächen, wie z.B den etwas zu überspitzt dargestellten Figuren, lässt sich der Roman wunderbar lesen. Stefanie Ross schreibt sehr eingängig, so dass es nicht schwer fällt das Buch in einem Rutsch zu lesen. Die komplexe Finanzwelt wird gut und verständlich erklärt,  dass auch ein absoluter Laie keine Probleme damit hat die Zusammenhänge zu begreifen. Die Spannung im Roman ist konstant hoch, überraschende Wendungen sorgen für den richtigen „Thrill“. Ich freue mich definitiv auf den nächsten Fall mit Sven, Dirk und all den anderen mir mittlerweile lieb gewordenen Figuren.

4/5 Sternen

Über die Autorin:

Stefanie Ross ist in Lübeck geboren und in Norddeutschland aufgewachsen, aber bereits in ihrere Schulzeit zog es sie nach Amerika. Später unternahm sie lange Reisen durch die USA, Kanada, Mexiko, Südeuropa und Skandinavien.

In Kiel studierte sie Betriebswirtschaftslehre, darauf folgten leitende Stellungen im Bankwesen in Frankfurt und Hamburg.

Fast zeitgleich zu dem Regionalkrimi „Fatale Bilanz“ hat sie einen weiteren Roman (Luc – Fesseln der Vergangenheit ) veröffentlicht, der dem Genre „Romanic Thrill“ zugeordnet werden kann. Für 2013 ist der Auftakt einer weiteren Reihe geplant: Jay – Explosive Wahrheit

Stefanie Ross – Fatale Bilanz
erschienen, Juli 2012 im Sutton Krimi Verlag
342 Seiten
12,00 € (Taschenbuch)

Mit bestem Dank an den „Sutton Krimi Verlag“ für das Rezensionsexemplar! : )