Inhalt:

Jac und Robert L’Étoile haben die Parfümerie ihrer Familie geerbt, der traditionelle Familienbetrieb steht aber kurz vor dem Bankrott. Die Geschwister suchen nach einer Lösung, um den Betrieb zu retten. Durch Zufall findet Robert die Aufzeichnungen seines Vorfahren, der einst in Ägypten einen sagenhaften Fund gemacht haben soll: Er beschreibt die Legende um den „Duft der Düfte“, einen Duft der angeblich liebende Seelen bis über den Tod hinaus verbinden soll. Anbei ein geheimnisvolles Artefakt aus der Parfümmanufaktur Kleopatras. Plötzlich verschwindet Robbie samt dem Artefakt spurlos, in seiner Werkstatt wird eine Leiche gefunden. Jac macht sich – zunächt widerwillig, da sie den alten Legenden keinen Glauben schenken will – auf die Suche nach ihrem Bruder und der Rezeptur des Duftes. Unterstützung erhält sie von ihrem Exfreund Griffin. Immer tiefer tauchen die Beiden in die Vergangenheit ein, um dem Geheimnis der Liebe auf die Spur zu kommen und um den vermissten Bruder zu finden. Bald wird klar, dass mehr als nur ein Menschenleben auf dem Spiel steht…

Kritik:

„Das Haus der verlorenen Düfte“ beginnt sehr spannend mit einem Erlebnis aus dem Jahr 1799, als Giles L’Étoile auf das Artefakt stößt und es heimlich an sich nimmt. Auch die folgende Entwicklung der Geschichte ist zunächst interessant, wenn auch ein wenig verwirrend, z.B der Szenenwechsel nach China.

Nach den ersten 2 -3 Kapiteln gibt es einen leichten Spannungsabfall. Einige Details aus dem Leben der jungen Jac werden zu oft wiederholt, so dass man sich bisweilen fragt, ob die Autorin dem Leser nicht zutraut, dass er sich diese Dinge merken kann, oder ob das Buch künstlich in die Länge gezogen werden soll. Auf der anderen Seite Sorgen ständige Orts- und Perspektivenwechsel dafür, dass man fast den Überblick verliert. Zusammenhänge der vielen Handlungsstränge sind zu diesem Zeitpunkt noch kaum zu erkennen, oder gar zu erahnen.

Trotz allem aber schafft es die Autorin beim Leser das Interesse am Buch aufrecht zu erhalten, so dass man sich durch diese spannungsarmen Seiten „kämpft“, um herauszufinden welche Zusammenhänge zwischen den Figuren, Handlungssträngen und Orten bestehen. Zeitweise hatte ich fast das Gefühl einen Krimi zu lesen.

Allgemein ist es schwierig dieses Buch einem bestimmten Genre zuzuordnen – zum Teil Liebesgeschichte, zum Teil Krimi, zum Teil Abenteuerroman mit einem Hauch Fantasy, hat dieses Buch eine ganz besondere Atmosphäre die es mir schwer gemacht hat es aus der Hand zu legen. Den besonderen Reiz macht es aus, dass diese „mystische Note“ in einer sehr realen Umwelt verortet ist, die sich mit aktuellen Problemen beschäftig.

Die Charaktere sind – allen voran Luc – vor allem zu Beginn sehr schwer zu greifen. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich mit ihr warm geworden bin. Auch später bleiben die Figuren für mein Empfinden eher blass, mit wenig Tiefe, obwohl man trotzdem das Gefühl hat sie gut kennen zu lernen. Sehr positiv empfinde ich aber vor allem, dass wenige gängige Klischees aufgegriffen werden und man sich nicht in einem Figuren Einheitsbrei wieder findet den man schon hundert mal gelesen hat.

Sehr schön ist auch das Glossar am Ende, dass einige der verwendeten Fachbegriffe schnell erklärt, bzw. einen Überblick, über die im Buch genannten historischen Begebenheiten, schafft. Nicht nur daran merkt man, dass die Autorin wirklich viel Zeit in die Recherche zu diesem Buch investiert haben muss. Gefällt mir sehr gut.

Was mir aber auch an diesem Buch wieder aufgefallen ist, ist diese Eigenart Wörter, oder gar ganze Sätze in der jeweils „gesprochenen“ Sprache zu verwenden, als hier z.B Französisch. Für jemanden der keine Fremdsprachenkenntnisse hat ist diese Art des Lesens sicher nicht sehr angenehm bzw. sehr störend. Auch ist mir der Sinn dieses Trends noch nicht ganz klar geworden. Vielleicht kann mir das ja bei Zeiten jemand erklären.

Fazit:

„Das Haus der verlorenen Düfte“ ist ein spannender, gefühlvoller Roman den man – sobald man sich durch das anfängliche Spannungstief gelesen hat – schwer aus der Hand legen kann. Mit viel Charme erzählt die Autorin Geschichten über Liebe und Schicksal, eingebettet in eine verlockende Mischung aus Fakten und Fiktion, aus Mythen, Aberglaube und Realität.

Wer hier einen Action geladenen Verschwörungsthriller erwartet, der wird enttäuscht werden, wer aber eine gefühlvolle Geschichte erleben möchte, die von einer Liebe erzählt die alle Zeit überdauert, wer in die Vergangenheit reisen will, um die Zukunft zu ändern, wer sich darauf einlassen kann, dass nicht alles zwischen Himmel und Erde mit logischen Gesetzmäßigkeiten erklärt werden kann, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.

4/5 Sternen

Melisse J. Rose – Das Haus der verlorenen Düfte
erschienen, 2012 im Aufbau Verlag, Rütten & Loening
474 Seiten
16,99 (Broschiert)

Mit bestem Dank an den Aufbau Verlag und Lovelybooks.de die es mir möglich gemacht haben dieses wunderbare Buch zu lesen. Wer mehr über das Buch oder die Autorin wissen möchte kann gerne hier bei Lovelybooks einmal nachlesen, oder sich auch immer noch an der Leserunde beteiligen.