Liebe LeserInnen,

es geht – etwas verspätet – weiter mit unserem Buchspecial. Diesmal sehen wir uns den zweiten Teil der „THE Hunter“ Reihe etwas genauer an und anschließend werden wir Medina, die Protagonistin ein wenig besser kennen lernen. Lasst euch überraschen. Auch dieses mal gibt es natürlich wieder etwas zu gewinnen: den zweiten Teil der E-book Serie! Diesmal wirklich etwas besonderes, da die Werke derzeit nicht mehr bei Amazon erhältlich sind. Keine Frage, sie kommen wieder, dann aber vom dotbooks Verlag herausgegeben. Jetzt wünsche ich euch aber viel Spaß beim lesen des neuen Specials! Wer den ersten Teil verpasst hat kann ihn HIER nochmal nachlesen.

THE Hunter – Medina und die tanzenden Vampire

Quelle: Katja Piel / Klaus Pagel

In einem angesagten Club in San Bernardino, einer kleinen Vorstadt von Los Angeles, gehen merkwürdige Dinge vor sich: Junge Frauen werden ermordet aufgefunden, in ihren Körpern ist kein Tropfen Blut. Die toughe Medina Thompson ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Gefangen im Strudel der Ereignisse gibt es kein Zurück mehr – sie muss ihrer Bestimmung folgen …

Der zweite Teil ist eine ebenso spannende und packende Geschichte wie der erste Teil und eine würdige Fortsetzung für den gelungenen Einstieg in die Serie. Perfekte leichte Lektüre für zwischendurch.

Interview mit Medina

Ich freue mich euch mitteilen zu dürfen, dass Medina, die Protagonistin  uns nun zu einem kleinen Interview bereit stand und einige zum Teil sehr persönliche Fragen über sich und ihr Leben beantwortet hat. Zuerst aber noch ein paar Angaben zu ihrere Person:

Name: Medina Thompson
Wohnort: San Bernardino
Geburtsdatum: 01. Juni 1992
Größe: 1,74
Augenfarbe: blau
Haarfarbe/Frisur: Dunkelbraun / Hüftlang

Hallo Medina, danke, dass du dir die Zeit nimmst mir und den Lesern ein paar Fragen über dich zu beantworten. Aber zu aller erst wäre es schön, wenn du einfach mal ein bisschen was über dich erzählen würdest.

Hallo Vero,

ich bin 20 Jahre und ich jage paranormale Wesen. Nachdem ich mit 8 meine Gran und meinen Bruder Ross durch einen Mord von einem auf den nächsten Tag verloren habe, bin ich ins Nichts gefallen und hatte das Gefühl niemand könnte mich auffangen.

Was auch so war. Ich bin nach dem Unglück, an das ich mich nicht mehr erinnern kann, bei einer Pflegefamilie gelandet. Anfangs noch ein schüchternes, kleines Mädchen, verstand ich sehr schnell, dass Geld den Charakter verdirbt. Denn dort waren vier weitere Kinder unterschiedlichen Alters, die gequält und teilweise geschändet wurden. Die Pflegeeltern waren nach außen die perfekte Familie, aber hinter verschlossenen Türen, schlug man uns, quälte man uns und ich habe den Hass kennen gelernt. Mit 9 wurde ich von meinem Pflegevater heimgesucht. Er hat mich vergewaltigt und mir gedroht, sollte ich es erzählen, würde er mich töten. In der Nacht bin ich abgehauen.

Doch die Polizei griff mich auf und steckte mich in eine andere Familie. Brutalität, Schikane und körperlicher Übergriff wurden für mich täglich zur Realität und früher als mir lieb wurde, wurde ich erwachsen, lernte zu misstrauen und zu hassen. Ließ niemanden an mich heran. Stieß die anderen Kinder zurück. Als ich 14 war, bin ich ausgebrochen und floh nach San Francisco. Dort lernte ich die harte Realität auf der Straße kennen, lernte zu kämpfen, mit einer Waffe umzugehen. Einen Jungen habe ich fast totgeschlagen, weil er mir zu nahe kam. Irgendwann verkaufte ich meinen Körper, hatte aber nie Sex. (lacht bitter) Bevor es dazu kommen konnte, habe ich das Geld geklaut und bin abgehauen.

Du hast ja eine recht ungewöhnliche Biographie. Wie kommst du damit zurecht?

Ich lasse niemanden an mich ran. Habe keinen Mitleid. Vermutlich war das der Grund, warum meine Gran, mich diesen schrecklichen Weg gehen ließ. Vorbereitend auf die Zeit der Jägerin. (zündet sich hektisch eine Zigarette an)

Sobald ich Gefühle für jemanden habe, serviere ich ihn ab oder werde sarkastisch und tue ihm weh. Es ist mir noch nicht oft passiert, dass es Menschen geschafft haben, meine Gefühle wieder hervor zu holen. Einmal, da war ich 15 traf ich auf der Straße ein junges Mädchen. Sie war, glaube ich, genauso alt wie ich. Sah aber älter aus, durch Drogen, Alkohol und harten Sex. Sie verkaufte sich für Gangbang-Partys. Es ging ihr echt beschissen, an dem Tag, an dem sie starb. Sie tat mir leid, ich hatte das erste mal in meinem Herzen wieder ein Gefühl, konnte damit überhaupt nicht umgehen. (atmet schnell den Rauch ein, ihre Hände zittern) Ich wollte ihr helfen, aus dem Kreislauf zu kommen. Doch es war zu spät. Wie Abfall fand ich sie hinter einer Mülltonne. Sie sah schrecklich aus. Ihr Anblick versetzte mich Tagelang in eine Starre, ziellos lief ich durch die Straßen, aß nichts, rauchte Kette. Am Liebsten hätte ich ihre Peiniger ermordet, doch dann…. (Pause) erstarrte ich zu Eis und fragte mich, ob sie mein Problem wäre. Ich habe einfach weitergemacht wie zuvor. Dieses Mädchen hat mein Herz restlos zu Eis gefrieren lassen. (lässt die Kippe in ein halbvolles Wasserglas fallen)

Ich komme damit nicht zurecht, Vero. Ich muss damit leben.

Und wie geht es dir jetzt? Du hast ja nun Alex  und Ross an deiner Seite. Vor allem Alex hat viel für dich getan, ohne dich eigentlich im geringstens zu kennen. Wie gehst du damit um?

Das erzählst du ihm hoffentlich nicht? (lacht)
Alex hat mich anfangs total gelangweilt. Auch jetzt noch, langweilt er mich, aber er zieht mich auf ungewöhnliche Weise an. Ich will ihn nicht mögen, aber es fällt mir immer schwerer. Aber hallo, Alex ist ein Mann! Was wollen Männer denn? Vögeln! Ich glaube, wenn er es schaffen würde, mich zu einem weichen Menschen zu machen, würde er mich fallen lassen. Zeige nie Deine Schwächen, damit andere sie nicht gegen Dich verwenden können. Das habe ich gelernt, Vero.

Und Ross. Ja ich liebe ihn. Er ist mein Bruder und er ist der einzige, für den ich mein Herz wieder geöffnet habe. Aber was ist, wenn auch er mich verlässt. Wenn alles, was für uns vorbestimmt war, irgendwann vorbei ist und er gerufen wird, dort wo meine Gran ist? Ich habe Angst davor, verstehst Du, Vero? Ich habe Angst, wenn ich weich werde, nehmen sie ihn mir weg, damit ich wieder hart werde. Es ist ein Kreislauf, aus dem ich nicht entkommen kann. (mit festen Blick sieht Medina mir in die Augen)

Dann steckst du sozusagen in einem Teufelskreis fest. Du hast Angst, dass du sofort wieder einen Verlust erleiden musst, wenn du das Gefühl hast zu weich zu werden. Da ist es natürlich nicht einfach einen Weg aus dieser Spirale zu finden. Ich hoffe aber, dass es dir eines Tages gelingen wird! Ich will dich aber hier nicht zu sehr belasten und wir wollen uns ein paar erfreulicheren Dingen zuwenden.
Was machst du denn in deiner Freizeit, wenn du keine paranormalen Wesen jagst? Hast du Hobbies? Wie entspannst du dich nach einem anstrengenden Tag?

Ich liebe Sport! (sieht mich mit blitzenden Augen an)

Mit 16 lernte ich einen Menschen in Chinatown von Frisco kennen. Ich war gerade ziemlich abgebrannt und stand hungrig vor seinem Imbiss. Schon eine ganze Weile hatte ich niemanden mehr bestohlen, also hatte ich kein Geld bei mir und dachte mir, ich könnte ihn ablenken und ein paar Chips klauen, die auf den Klapptischen vor seinem Laden standen. Doch er erwischte mich natürlich und wollte mich zur Polizei bringen. Da habe ich geschrien und mich gewehrt und ihm versprochen, in seinem Laden zu helfen. Doch er hatte eine bessere Idee. Er wollte mir eine Kampfkunst beibringen, die eigentlich zur Meditation dienen sollte. Das Taijiquan – Tai-Chi genannt. Er meinte damals, das würde meinen Geist wieder ordnen. Naja, hat jetzt ein paar Parallelen zu Karate Kid, aber es war tatsächlich so. Ich hing ein paar Jahre bei ihm rum und … (Pause) irgendwann waren er und der Imbiss nicht mehr da. Wo er abgeblieben war, weiß ich nicht. Ich habe versucht ihn zu finden, aber … (seufzt). Es war als hätte ihn der Erdboden verschluckt.

Aber ich habe ihm viel zu verdanken. Diese Kampfkunst und vor allem die Meditation haben mich tatsächlich immer wieder einigermaßen aufrecht gehalten.

Um meine Muskeln zu stärken, nutze ich lediglich meine eigene Körpermasse, die mir als Gewichte dienen. Ausdauer übe ich mit laufen. Das ist meine Entspannung und sie ist sehr wichtig für mich geworden.

Somit kann man eigentlich sagen, dass dir dieser Mann auf eine gewisse Art das Leben gerettet hat: Er hat dich von der Straße geholt und dir gleichzeitig einen Weg gezeigt wie du dich entspannen, dein inneres Gleichgewicht finden und dich im Notfall verteidigen kannst. In Anbetracht deiner derzeitigen „Tätigkeit“ könnte man fast glauben, dass dir dieser Mann von deinen Vorfahren geschickt worden ist, um dich auf deinen späteren Kampf vorzubereiten, genauso wie dich die Erlebnisse deiner Kindheit abhärten sollten, oder?

Interessante Theorie, die mir selbst noch gar nicht in den Sinn gekommen ist. Darüber muss ich erst einmal nachdenken… (schweigt) Dies erklärt vielleicht auch die Tatsache, dass er plötzlich nicht mehr da war. (zündet sich eine neue Zigarette an und nickt bedächtig). Ja, ich glaube du hast Recht. Jetzt, im Nachhinein, ein gutes Gefühl zu erfahren, zu wissen, dass meine Familie mich nicht völlig im Stich gelassen hat, sondern dann gehandelt hat, als ich ihre Hilfe dringend brauchte um nicht völlig auf die schiefe Bahn zu geraten.

Glaubst du denn nun, nach all deinen Erlebnissen an so etwas wie „Schicksal“, oder „Bestimmungen“? Also vertrittst du die These, dass ein Lebensweg in gewisser weiße vorherbestimmt ist und jeder Mensch sein persönliches Schicksal, seine Bestimmung erfüllen muss – oder glaubst du eher, dass jeder seines Glückes Schmied ist und sich für einen eigenen Weg entscheiden kann und muss?

In dem Zusammenhang fällt es mir zunehmend schwer, an Zufälle zu glauben. Ich glaube, dass wir im Leben mehrere Wege angeboten bekommen. Manche sogar öfter, wenn wir immer wieder die falsche Abzweigung lang gehen. Diese Wege werden von unserem Handeln abhängig gemacht. Ich werde jetzt mal etwas esoterisch oder besser gesagt biblisch:

Wenn Mensch eine der 7 Todsünden verletzt, glaube ich daran, wird er selbst damit konfrontiert. Neid verursacht Neid, Hochmut verursacht Hochmut und so weiter. Vermutlich werde ich es irgendwann mit Väterchen Zorn zu tun haben. Aber glaube mir, Vero, wenn ich wüsste, wie ich dem Teufelskreis entkommen könnte, ich würde es tun. Noch will ich mich selbst schützen und ist der Mensch nicht dafür gemacht? Alleine kommt er auf die Welt und alleine geht er wieder. Zwischendrin wird er begleitet, aber niemand würde für mich sterben.

Zumindest beim letzten Punkt wage ich dir zu widersprechen, da die GEschichte doch schon gezeigt hat, dass Menschen bereit sind für einen anderen ihr Leben zu geben. Aber diese Diskussion würde jetzt zu weit führen. Nachdem ich aber nun deine Lebensgeschichte kenne stellt sich mir die Frage, ob du dir manchmal wünscht, dass all das nie geschehen wäre – der Tod deiner Gran und deines Bruders, dein Leben in Heimen und Pflegefamilien, auf der Straße und schlussendlich die Jagd nach Dämonen?

Ich hätte natürlich gerne meine Gran und meinen Bruder immer noch um mich. Ich wünsche mir manchmal, dass ich ins College gehen und Spaß haben könnte, einen netten Typen kennen lernen würde mit dem ich zusammen alt werden will. Und vielleicht mal Kinder. Aber ganz ehrlich, Vero: Tief im Inneren weiß ich, dass ich das nicht bin. (Pause) Nie gewesen bin und niemals wäre.

Wer weiß, welche Aufgabe ich zu erfüllen habe. Möglicherweise ist sie wichtiger, als mein oder Dein Seelenheil.

Liebe Medina, ich danke dir nochmal für deine Zeit und für die Mühe! Es war ein sehr interessantes und aufschlussreiches Gespräch für mich und wir sehen uns bestimmt bei deinem nächsten Abenteuer wieder!

Ich hoffe auch euch hat dieser kleine Exkurs gefallen und natürlich gleichzeitig eure Neugier geweckt🙂 Jetzt kommen wir aber erst noch kurz zu unserem neuen Gewinnspiel: Dieses mal gibt es „THE Hunter – Medina und die tanzenden Vampire“ als E-book zu gewinnen. Und dafür muss nur wieder eine kleine Frage beantwortet werden:

Wo – in welcher Stadt –  lebte Medina bevor sie in ihre Heimatstadt zurück kehrte? 

Die Antwort schickt bitte per Mail bis 4.9. 2012 an dreigroschenpoesie[at]gmx.de, Betreff: „tanzende Vampire

Und vielleicht hat ja jemand von euch Zeit und Lust sich Gedanken darüber zu machen wie Medina aussehen könnte und das zu Papier zu bringen – in Form eines Bildes, eines Fotos … wie auch immer. Wäre doch mal eine tolle Sache, wenn wir ein richtiges Bild zu Medina hätten🙂 Eventuell lasse ich mir ja auch als „Gegenleistung“ noch was kleines einfallen😉