Inhalt:

Ein Raumschiff auf großer Mission: Die Empyrean befindet sich auf ihrer langen Reise von der fast gänzlich zerstörten Erde zur New Earth, einem Planeten den die Menschen neu besiedeln wollen. An Board – neben den wenigen Auserwählten die die Erde verlassen durften – die ersten Kinder die auf dem Schiff geboren wurden, unter ihnen auch Kieran und Weaverly. Plötzlich aber wird der friedliche Alltag zwischen Lernen, Arbeiten und Vorbereitung auf die Mission gestört. Die Horizon, das zweite Schiff, dass einige Jaher vor der Empyrean gestartet ist und eigentlich Lichtjahre entfernt sein sollte, taucht auf. Die Bewohner des Schwesterschiffes greifen vermeintlich grundlos an, töten die Erwachsenen und entführen die Mädchen. Plötzlich sehen sich die übrig geblieben Jungs auf sich allein gestellt und kämpfen ums Überleben. Warum wurde die Empyrian angegriffen? Was verschweigt der Capitain und stimmen die Geschichten der Anführerin der Horizon? In einem Gewirr aus Lügen und Intriegen versuchen die Mädchen und Jungen sich zu retten …

Kritik:

Der Roman beginnt am Tag des Überfalls – ohne langes Vorspiel landet man mitten im Geschehen um die beiden Raumschiffe, die Familien und die Protagonisten. Die Figuren bleiben – typisch für einen Jugend Roman – eher flach, die Erwachsenen erscheinen großteils als unfähige Tölpel, während die Kinder bzw. Jugendlichen auf sich allein gestellt zu großartigen Taten fähig sind. Allen voran Kieran und Weaverly – beide intelligent, willensstark, außergewöhnlich. Soweit so gut.

Auch sprachlich kann „Sternenfeuer“ punkten, der Roman ist gut zu lesen und wenig anspruchsvoll, obwohl die Verwendung  „futuristischer Begriffe“ aufgrund der kurzen Einführung zum Teil etwas verwirrt.

Die Geschichte an sich gefällt mir am Anfang sehr gut. Über weite Teile des Buches kann die Autorin Spannung aufbauen und den Leser fesseln. Die im Buch verarbeiteten Ideen sind zwar nicht neu, aber gut umgesetzt. Unerwartete Wendungen und ungewöhnliche Zusammenhänge regen zum weiter lesen an.
Leider verliert der Roman aber gegen Ende enorm. Da ist irgendwann einfach von allem ein bisschen „zu viel“: zu viel Heldentum, zu viele Intriegen, zu viele Verwirrungen. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen für meinen Geschmack zu sehr. Vor allem die Wiederholung der Kombination Religion + Macht = fanatischer, verblendeter, größenwahnsinniger Anführer wirkt unausgegoren, fast so als wäre jede Form von Religion zu verachten, weil daraus zwangsläufig nur schlechtes entstehen kann. Für meine Begriffe etwas zu einseitig gedacht.

Auch die behandelten Thematiken sind für mich zum Teil einen Tick zu brutal und im Gegensatz dazu zu banal aufgearbeitet.. – kaltblütig abgeschlachtete Eltern die mit ein paar Nebensätzen abgehandelt werden, Missbrauch durch Vertrauenspersonen wird erwähnt und dann einfach wieder vergessen, bzw. nicht weiter beachtet als wäre es normal oder gar nicht der Rede wert …

Fazit:

Ein Buch das stark beginnt und über weite Teile der Handlung fesselnde Spannung aufbauen kann, dann aber vor allem im letzten Viertel stark nachlässt und am Ende den Leser (zumindest mich) durch ein Übermaß an Gewalt, Intriegen und Lügen verliert. Ich bin mir nicht sicher ob ich die weiteren Teile dieser Reihe lesen werde – wirklich interessiert bin ich am Schicksal der Protagonisten nicht mehr. Schade, da die Geschichte durchaus viel Potential hat und die Autorin an und für sich sehr angenehm schreibt.

3/5 Sternen

Amy Kathleen Ryan – Sternenfeuer Gefährliche Lügen
erschienen, 2012 im Pan Verlag
432 Seiten
16,99 € (Hardcover)

Mit bestem Dank an „FictionFantasy“ für das Rezensionsexemplar!