Nachdem ich mir ja eine kleine Auszeit gegönnt habe, oder besser gesagt mein PC mir selbige verschafft hat, geht es nun aber wieder in die Vollen. Heute gibt es ein Interview mit Rainer Löffler, dem Autor von Blutsommer. Ein Buch, dass viele von euch sicher schon gelesen haben und das den meisten Lesern sehr gut gefallen hat. Mir natürlich auch😉 Nun will ich mich aber nicht lange mit einer Vorrede aufhalten und euch direkt ins Interview mit einem sehr sympathischen Mann schicken. Vielleicht macht es auch den ein oder anderen noch neugierig auf das Buch. Und wer noch nicht restlos überzeugt ist, der darf gern noch einen Blick in meine Rezension werfen. Viel Spaß.

Quelle: Rainer Löffler

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Name: Rainer Löffler
Wohnort: Hemmingen
Geburtsdatum: 13.11.1961
Größe: 1,84
Augenfarbe: blaugrau
Haarfarbe/Frisur: kurze + dunkelblond

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Schildere uns doch bitte kurz deinen Werdegang zum Schriftsteller:

Ich habe schon immer sehr viel gelesen und bin irgendwann dem Wahn verfallen, dass ich auch schreiben könnte. Angefangen habe ich ganz klein beim Deutschen MAD Magazin, damals noch unter der Leitung von Herbert Feuerstein. Einige Jahre später traute ich mich an Romane von Perry Rhodan bzw. Altan, der Science Fiction-Serie, die ich seit meiner Kindheit gelesen hatte. Als ich das eine Weile gemacht hatte, wollte ich einen „richtigen“ Roman schreiben, also etwas, das komplett auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Na ja, Blutsommer ist das Ergebnis dieser Bemühungen.

Zu Beginn ein paar kleine Fragen:
a) Beschreibe dich selbst in 3 Worten:

Humorvoll, direkt, ehrlich.

b) Beschreibe dein Zuhause in 3 Worten:

Seit Ende 2011 genügt sogar ein Wort: Traumhaft!

c) Hast du Haustiere? Wenn ja welche?

Ich habe drei Kinder, ich brauche keine Haustiere.

d) Wenn du einen Wunsch frei hättest, welcher wäre das?

Weltfrieden und genug Essen für alle. Klingt abgedroschen, ist aber so.

e) Wie verbringst du am liebsten deine Freizeit?

Schreiben, Sport, Familie.

Lieber Rainer, zuerst einmal möchte ich mich bedanken, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst! Als Autor wirst du künftig sicher häufig Interviews geben und spannende Fragen beantworten dürfen. Ich mache hierbei keine Ausnahme. Allerdings interessiert mich als Erstes etwas, das man so eher selten liest: Welche Frage in einem Interview würdest du dir selbst stellen wollen, auf welche Frage wartest du vielleicht sogar schon weil du sie gerne endlich beantworten möchtest und wie würdest du sie beantworten?

Da möchte ich mich in Bescheidenheit üben. Ich halte meine Meinung nicht für interessanter als die der Leser, die sich über mein Buch und die Charaktere Gedanken machen. Wer etwas von mir wissen will, darf gern fragen – wenn es niemanden interessiert, ist es aber auch recht.

Dein Buch „Blutsommer“ hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ein klasse Debüt. Spannend, fesselnd und wirklich interessante Charaktere. Was hat dich zu deinem Buch inspiriert? Zur Handlung, zu den Figuren. Haben einige der Charaktere vielleicht sogar Vorbilder aus deinem realen Umfeld?

Ich habe schon immer viel und am liebsten spannende Geschichten gelesen. Am meisten faszinierten mich dabei Romane, in denen die Abgründe der menschlichen Psyche im Mittelpunkt standen. Das lag vermutlich daran, dass die Welt, in der wir leben, auch keine heile Welt ist, sondern oft genug geprägt wird von seelisch kranken Menschen und deren Handlungen. Als ich Das Schweigen der Lämmer las und mit den damals aktuellen Zeitungsberichten z.B. von Marc Dutroux verglich, wurde mir klar, was ich schreiben wollte – einen spannenden Roman, der aber einen möglichst realitätsnahen Kern haben und in Deutschland spielen sollte. Und wer beim Lesern von Blutsommer meint, dass es so etwas in Wirklichkeit nicht gibt, den muss ich belehren: Die Wirklichkeit ist noch viel grausamer, als es sich ein Thriller-Autor ausdenken könnte.

Was verbindet dich mit deinen Figuren? Welcher der Charaktere ist dir selbst am ähnlichsten, welchen magst du am liebsten, welchen am wenigsten? Und bei welcher Figur fiel dir das Schreiben besonders schwer?

Ich habe bewusst versucht, Parallelen zwischen meinen Figuren und mir zu vermeiden. So etwas geht meiner Meinung nach nämlich in die Hose, weil kein Autor so interessant ist, dass jemand da viel darüber lesen möchte (auch wenn mancher zunächst etwas anderes vermuten würde). Martin Abel und der Metzger fielen mir besonders leicht, etwas mehr anstrengen musste ich mich anfangs bei Hannah Christ, aber das wurde auch irgendwann besser.

Das große Thema deiner Geschichte ist ja sozusagen die operative Fallanalyse. Ich persönliche finde diese Thematik ja sehr interessant. Nicht nur das, was Hollywood uns als Wahrheit verkaufen will, sondern die tatsächlichen Hintergründe. Aber es ist sicher schwierig sich in diese Thematik einzuarbeiten, um sie glaubwürdig in einem Roman zu vermitteln, oder? Wie hast du zu diesem Thema recherchiert? Wie viel und was ist – im Buch – deiner Phantasie entsprungen?

Meine Recherche war in jedem Bereich sehr gründlich, auch beim Thema Fallanalyse. Dazu habe ich mich lange mit dem Leiter der betreffenden Abteilung bei LKA Baden-Württemberg unterhalten. In der Umsetzung erlaubte ich mir dann aber eine gewisse künstlerische Freiheit, indem ich Martin Abel als Einzelgänger beschrieb. So funktioniert Fallanalyse aber ganz bestimmt nicht, sondern diese findet immer im Team statt.

Zu guter Letzt interessiert uns natürlich brennend ob es ein Wiedersehen mit Martin Abel und Hannah Christ geben wird. Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass du bereits fleißig an einer Fortsetzung schreibst. Vielleicht kannst und magst du uns etwas über deine Pläne für die Zukunft – nicht nur im Bezug auf den einen neuen Roman – verraten.

Richtig, ich arbeite bereits am Nachfolgeband. Die Leser scheinen meine Figuren und meine Geschichte zu mögen, daher sprach alles dafür, mit einem gewissen Stammpersonal weiterzumachen. Weitere Details möchte ich aber nicht verraten.

Gibt es noch etwas was du deinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Eines muss ich unbedingt loswerden, nämlich dass ich begeistert bin, wie sehr die Leser sich bereits vor der Veröffentlichung meines Romans damit auseinandergesetzt haben. In Foren, Blogs und Leserunden wurde heftig darüber diskutiert, ein Engagement, das ich total bewundernswert finde. Dafür kann ich mich nur bedanken – Klasse!

Und ich möchte mich natürlich auch bei dir bedanken, lieber Rainer, dass du dir die Zeit genommen hast meine kleinen Fragen zu beantworten und für die vielen anregenden Gespräche. Ich wünsche dir auf diesem Weg noch viel Erfolg für deine weiteren Romane und freue mich schon sehr darauf die Fortsetzung bald zu lesen🙂