Heute gibt es mein zweites Interview hier im Blog. Diesmal mit der Autorin von der “ … und der Preis ist dein Leben“ Trilogie. Ich hoffe die Fragen und Antworten gefallen euch.

Name: Claudia M. Singer (….😉 )
Wohnort: München
Geburtsdatum: 31.8.74
Größe: 1,80
Augenfarbe: grau-blau
Haarfarbe/Frisur: mittellang, wellig und dunkelblond

Schildere uns doch bitte kurz deinen Werdegang zum Schriftsteller:

Angefangen hat alles vor vor knapp 3,5 Jahren mit einem Schreibwettbewerb auf Goodreads. Ziel war eine Kurzgeschichte mit ca. 30 Seiten und die Grundidee war ein Pokerspiel mit „geisterhafter Unterstützung“. Doch die Charaktere und die Story haben sich verselbstständigt. So sind aus 30 Seiten über 700 geworden…

Es ist aber nicht so, dass ich davor noch nie geschrieben hätte. Das Verfassen von (Fach-)Texten gehört berufsbedingt zu meinem täglichen Brot, und in meinem Kopf habe ich eigentlich schon immer „geschrieben“. Egal, ob ich die Geschichten meiner Lieblingsbücher und -filme weitergesponnen oder mir Dialoge für meine Helden ausgedacht habe. Nur zu Papier gebracht hatte ich diese Geschichten bisher nicht. Schreiben war Teil meines Berufs, nicht meine Berufung. Das hat sich mit „…und der Preis ist dein Leben“ geändert. Die Stimmen in meinem Kopf werden jetzt nicht mehr nur von mir gehört

Zu Beginn ein paar kleine Fragen:

a) Beschreibe dich selbst in 3 Worten:
Hummeln im Hintern

b) Beschreibe dein Zuhause in 3 Worten:
Alt und Neu

c) Hast du Haustiere? Wenn ja welche?
Ich wohne bei zwei Katzendamen zu Untermiete. Die beiden (Lily und Sally) habe ich vor 8 Jahren aus dem Tierheim geholt, bzw. gerettet.

d) Wenn du einen Wunsch frei hättest, welcher wäre das?
Ein langes, glückliches uns sorgenfreies Leben im Kreise lieber Menschen.

e) Wie verbringst du am liebsten deine Freizeit?
Lesen, Schreiben, Freunde treffen, Film kucken, Reisen

Sally / Foto: C.M. Singer

Liebe Claudia, zuerst einmal möchte ich mich bedanken, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst! Als Autorin wird man sicher ständig unzählige Fragen gefragt. Ich mache hier keine Ausnahme. Allerdings interessiert mich als erstes etwas, dass man so eher selten liest: Welche Frage in einem Interview würdest du dir selbst stellen wollen, auf welche Frage wartest du vielleicht sogar schon weil du sie gerne endlich beantworten möchtest und wie würdest du sie beantworten?

Das ist ja mal eine richtig tricky Frage! Hmm..
Mit welcher fiktiven Figur würdest du gerne mal einen Tag verbringen. (Eigene Charaktere ausgeschlossen – die würde ich nämlich ALLE gerne mal auf ein Bierchen treffen!)

Ich würde gerne mit Doctor Who (David Tennant) einen Ausflug ins London des 16./17. Jahrhunderts machen. Das praktische dabei: Der Tag könnte sich dank seiner Zeitmaschine TARDIS ziemlich in die Länge ziehen😉

Deine Trilogie um Danny und Liz habe ich mit Freuden gelesen. Eine wirklich spannende Story und ganz viel für’s Herz. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen? Was hat dich inspiriert? Zur Handlung, zu den Figuren. Haben einige der Charaktere vielleicht sogar Vorbilder aus deinem realen Umfeld?

Also zunächst einmal: Dankschön! Das freut mich wirklich sehr!
Und nein, reale Vorbilder gibt es nicht. Aber Geistergeschichten haben schon immer eine große Faszination auf mich ausgeübt. Ich finde, dass ihnen ein sehr romantisches und dramatisches Potenzial innewohnt. Die ständige Konfrontation mit dem Tod, die Frage nach dem „was kommt danach“ und der Konflikt des sich nah und doch fern seins. Thematisch habe ich in der Geschichte so ziemlich alles verarbeitet, was mich persönlich seit meiner Jugend interessiert und in Form von Büchern und Filmen begleitet: Übersinnliches, Kulte, Magie, Abenteuer und nicht zu letzt die klassische Murder Mystery. Und das ganze natürlich verpackt in einer Lovestory, da tief in mir drin eine hoffnungslose Romantikerin steckt. Die Charaktere haben sich wie von selbst entwickelt, mit all ihren kleinen Macken und Eigenheiten. Allerdings war es mir von Anfang an wichtig, dass man die Charaktere wirklich kennenlernt und sie auf Leser echt, sprich: nicht zu konstruiert wirken. Man soll das Gefühl haben, sie zu kennen und sie sollen einem ans Herz wachsen. Denn ich finde, nur so fiebert man wirklich mit.

Was verbindet dich mit deinen Figuren? Welcher der Charaktere ist dir selbst am ähnlichsten, welchen magst du am liebsten, welchen am wenigsten? Und bei welcher Figur fiel dir das schreiben besonders schwer?

Einen besonderen Liebling kann ich nicht heraus picken. Ich denke, das ist wie bei einer Mutter, die auch nicht sagen kann, welches ihrer Kinder ihr am Liebsten ist. Alle Charas sind für mich wie Freunde, die ich sehr gut kenne und die mir sehr ans Herz gewachsen sind (Was es nicht leichter macht, sie leiden zu lassen…)
Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass in jedem einzelnen Charakter ein Teil von mir steckt, selbst in den Bösewichten. Danny hat zum Beispiel meinen ausgeprägten Grundoptimismus und die Liebe zur Musik, Wood meinen Sarkasmus und Susan meine Neugier. Liz besitzt meine Anpassungsfähigkeit und den gelegentlich aufflammenden Dickkopf. Und Sir Thomas vertritt einige Ansichten zum Thema Religion und sozialer Ungerechtigkeit, die ich so unterschreiben würde.

Wirklich schwierig zu schreiben war dabei eigentlich kein Charakter, allerdings hat der eine oder andere ein plötzliches Eigenleben entwickelt und sich geweigert, die für ihn vorgesehene Rolle zu spielen, bzw. einen größeren Stellenwert eingefordert. Wer das war, verrate ich an dieser Stelle nicht, das würde zu sehr spoilern😉

Ein großes Thema deiner Geschichte ist ja dieser indische Kult. Hast du viel Zeit mit der Recherche über solche Sekten und Kulte verbracht, oder ist das Meiste deiner Phantasie entsprungen? Was verbindet dich mit diesem Thema?

Diesen besagten indischen Kult gab es tatsächlich. Kulte, Sekten, Bruderschaften und dergleichen interessieren mich generell, aber dieser spezielle Kult fasziniert mich, seit ich als Teenager einen Film darüber gesehen habe (Die Täuscher mit Pierce Brosnan). Für das Buch habe ich die Bruderschaft gründlich recherchiert und ihr Wirken bis in die heutige Zeit weitergesponnen. Die im Roman geschilderte Historie bis zur Zerschlagung Ende des 19. Jahrhunderts ist also Fakt, aber alles, was danach kommt, entspringt meiner Fantasie.

Eine gründliche Recherche war mir übrigens generell sehr wichtig. Der fantastische Teil der Geschichte sollte auf einer soliden Basis aus Fakten ruhen, sodass das Unglaubliche an Glaubwürdigkeit gewinnt und selbst von Nicht-Fantasy-Lesern akzeptiert werden kann.

Und zu guter Letzt der Handlungsort: Wieso hast du deine Geschichte in London und nicht z.B in München spielen lassen? Letzteres wäre doch naheliegender.

Ich liebe England und ganz besonders London. Ich bezeichne mich selbst gerne als anglophil, denn aus Gründen, die ich selbst nicht genau nachvollziehen kann, liebe ich Land, Leute, Humor, Musik, Literatur, Geschichte und sogar das Wetter! Nur beim Essen muss ich passen … Ab und zu denke ich mir, dass ich in einem früheren Leben auf der Insel gelebt haben muss, anders kann ich mir diese Verbundenheit wirklich nicht erklären. Und außerdem – mal ehrlich – gibt es einen besseren Handlungsort für eine Geistergeschichte als London? In England glaubt immerhin jeder zweite an Geister!

Wie wird es weiter gehen mit Liz und Danny? Hast du noch Pläne mit ihnen oder gibt es vielleicht ganz neue Projekte?

Mit den beiden und ihren Freunden habe ich noch so einiges vor. Deshalb schreibe ich zur Zeit an der Fortsetzung. Arbeitstitel: „…und der Preis ist deine Seele“. Danach lass ich sie aber in Ruhe🙂

Was dann kommt wird sich zeigen, aber mir schwirrt da seit einer Weile eine Idee für eine Zeitreisegeschichte im Kopf herum …

Gibt es noch etwas was du deinen Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Um es mit Liz´ Worten zu sagen: „Es ist an der Zeit, etwas Skepsis aufzugeben und manchen Dingen offener gegenüberzustehen.“

Ich finde, das passt in vielen Lebenslagen, oder?

Lily / Foto: C.M. Singer

Und nun bleibt mir nicht viel mehr zu sagen als: Danke Claudia für die tollen Antworten, danke, dass du dir die Zeit genommen hast und ich wünsche dir viel Erfolg für die Zukunft und noch ganz viel Kreativität.