Inhalt:

Ein Mann wird von seiner Frau vergiftet, sie selbst erhängt sich wenig später in ihrer Wohnung. Allem Anschein nach ein, aus dem Ruder gelaufenes, Ehedrama. Doch dann wird am Tatort eine merkwürdige Prophezeiung gefunden die eben jenes Mord – Selbstmordszenario vorher sagt. Julius Kern ist alarmiert und beginnt in dem Fall zu ermitteln. Wenig später geraten er und seine Familie selbst in das Visir des Propheten des Todes, genannt Nostradamus.
Um seine Familie zu retten muss Kern seinem Erzrivalen Tassilo Michaelis erneut gegenüber treten. Aber das ist gar nicht so einfach, denn dafür müsste er ihn – mittlerweile ausgestattet mit einer neuen Identität – erst einmal finden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Kern hat nur drei Tage Zeit, bis sich die Prophezeiung erfüllt …

Kritik:

Der dritte und letzte Teil der Julius Kern / Tassilo Michaelis Trilogie spielt etwa 5 Jahre nach dem ersten Roman, 8 Jahre nach den Tassilo Morden. Der Einstieg ist spannend und vielversprechend, beginnt mit einem Prolog, der scheinbar in keinem Zusammenhang zur Handlung steht und springt dann zu einem merkwürdigen Mordfall, der viel zu schnell zu den Akten gelegt wird. Man ist in jedem Fall interessiert daran zu erfahren, was weiter passieren wird.

Im Buch trifft man – neben den beiden Protagonisten – auf viele alte Bekannte: Kerns Frau Nathalie und seine Tochter Sophie, seinen Freund und Kollegen Quirin Meisner und Tassilos ehemaligen Lebensgefährten Jonathan. Im Verlauf der drei Bücher haben diese Figuren sich deutlich weiter entwickelt, sind an ihren Erlebnissen gereift und sich trotzdem treu geblieben. Es ist schön, dass man die typischen Charakteristika der Figuren wiedererkennt, z.B Tassilos Manieren und sein merkwürdig sympathisches Wesen, dass so gar nicht so einem psychopathischen Mörder passen will sowie Kerns unkonventionelle Ermittlungstaktiken und sein Hang nicht all zu viel auf Vorschriften zu geben.

Aber auch der Autor hat sich weiter entwickelt und gesteigert: So ist der Roman – im Vergleich zum ersten Teil – deutlich flüssiger zu lesen und sprachlich gereifter. Zudem ist der Täter diesmal nicht von Anfang an bekannt, sondern muss (oder kann) aus den Hinweisen ermittelt werden. Auch die Erzählperspektive hat sich ein bisschen geändert, so erlebt man einen Teil der Geschichte aus der Sicht von Kern, den anderen Teil leicht zeitlich versetzt aus Tassilos Perspektive und erfährt so, wie er sein neues Leben mit neuer Identität gestaltet. Überraschende Wendungen, unerwartete Zusammenhänge und eine überzeugende Auflösung am Schluss machen dieses Buch zu einer kurzweiligen und spannenden Unterhaltung.

Fazit:

Ein absolut lesenswerter Abschluss einer toller Trilogie mit liebenswerten Protagonisten. Sollte in keinem Bücherregal eines Thriller Freundes fehlen. Zwar war der Täter für mich persönlich nicht unbedingt überraschend, sondern durchaus wahrscheinlich – aber gewisse Zusammenhänge,Verbindungen und Ereignisse hätte ich SO nicht erwartet. Gut gelungen und am Ende eine wirkliche tolle Auflösung. Diese drei Bücher – „Die Reinheit des Todes“, „Der Todeszauberer“ und „Der Prophet des Todes“ –  sollte man gelesen haben!

5/5 Sternen

Vincent Kliesch – Der Prophet des Todes
erschienen, 2012 im Blanvalet Verlag
379 Seiten
9,99 € (Taschenbuch)

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