Inhalt:

Nach einem Anschlag auf den Druida Lovo, einen alten Druiden Orden, finden die Gerichtsverhandlungen für die Verräter statt. Geurteilt wird nach altem Recht. So wird Aidan McGrath, ein 17 jährige Jugendlicher, zu Sträflingsarbeit verurteilt. Seine ehemaligen Mitschüler, Kimberly Callahan und Ryan Tavish, sehen das mit gemischten Gefühle, auch wenn sie eigentlich verfeindet sind und Ryan, Enkel des ehemaligen Großmeisters des Ordens, der bei dem Angriff getötet wurde, allen Grund hätte den jungen McGrath zu hassen. Aber langsam begreifen die Jugendlichen, dass hinter dem Angriff mehr steckt als nur eine kleine Verschwörung, denn der neue Großmeister des Ordens ist besessen von Einfluss und Macht. Um seine Ziele zu erreichen geht er über Leichen…

Kritik:

Bereits auf den ersten Seiten des Romans wurde ich stark an Harry Potter erinnert: Der Held Ryan Tavish ist Waise und wuchs bei seinem Onkel auf, bevor er von seiner Zugehörigkeit zum Order erfuhr. Seine Beste Freundin Kimberly Callahan ist klug, besonnen und besserwisserisch. Die Geschichte dreht sich u.a um die große Angst vor einem alten Feind. Aber die Autorin sagt aber selbst, dass die Harry Potter Reihe sie zu diesem Roman inspiriert hat.

Trotz aller Gemeinsamkeiten und Parallelen entwickelt sich „Sträflingskarneval“ in eine ganz eigene Richtung – ohne Zauberei und magische Duelle. Der Roman spielt in Irland, verwebt alte Mythen und Bräuche sowie die Fantasie der Autorin mit dem 21. Jahrhundert.

Die Protagonisten sind vier junge Erwachsene – Ryan, Kimberly, Aiden und Gillean – die sich dem Kampf gegen den machtgierigen neuen Großmeister des Ordens verschrieben haben. Ich finde sie zwar relativ einfach gezeichnet, aber das macht sie nicht unsympathisch. Man schließt die Figuren schnell ins Herz und möchte sie auf ihrem Weg begleiten.

Allerdings würde ich das Buch fast schon als Jugendbuch einordnen. Die Handlung verläuft sehr linear, die meisten Probleme werden schnell und einfach gelöst, vor allem durch ein paar zu viele glückliche Zufälle. Gefällt mir persönlich nicht so gut.

Der Roman ist sprachlich eher einfach gehalten, lässt sich aber sehr gut lesen. Gerade zu Beginn gibt es ein paar zu viele Wiederholungen, Phasen in denen nichts nennenswertes passiert, so dass sich die Geschichte an manchen stellen etwas zieht. Die Spannung nimmt aber kontinuierlich zu, so dass man richtig mitfiebern kann. Die Auflösung am Ende sowie die Hintergründe der Verschwörung haben mir sehr gut gefallen.

Die Erzählperspektive scheint ein Personaler Erzähler zu sein, wechselt aber – auch innerhalb eines Kapitels – zwischen allen Figuren. Das fand ich eher ungewöhnlich und hin und wieder ein bisschen verwirrend.

Fazit:

Ich hab das Buch gerne gelesen. Eine spannende Geschichte. Man hat zwar keine größeren Probleme das Buch aus der Hand zu legen, liest aber auch gerne weiter. Es gab viele Dinge, u.a die Geschichte um Ryan und Aiden, die mir gut gefallen haben. Wirklich negativ empfand ich nur, dass die Schwierigkeiten zumeist viel zu leicht gelöst werden konnten und zu viele glückliche Zufälle zusammen trafen. Ansonsten eine schöne Idee, die auch in weiten Teilen gut umgesetzt wurde.

4/5 Sternen

Annette Eickert – Sträflingskarneval
erschienen, 2011 im AAVAA Verlag
311 Seiten
11,95 € /6,99 € (E-book)

Falls ihr euch jetzt fragt, was das alles mit „Fasching“ zu tun hat: Nichts, rein gar nichts…;)
Eine Erklärung findet ihr hier: Autoreninterview von meiner lieben Bloggerkollegin