Inhalt:

Einer Frau wird zweimal in die Füße geschossen, aber sie überlebt. Ein paar Tage später verschwindet sie spurlos. Wolf Hetzer und Peter Kruse, die im Moment in Bückeburg für ihre kranken Kollegen einspringen müssen, sind ratlos. Frau Schulze hatte angeblich keine Feinde. Trotzdem wollte ihr jemand schaden. Langwierige Ermittlungen führen die Kommissare in einen Sumpf aus Hass und Intrigen. Und zu allem Überfluss gelingt es Hetzer nicht, die nötige Distanz zwischen sich und dem Fall zu wahren.

Kritik:

Die Kommissare sowie die anderen Hauptfiguren sind den Lesern der Reihe mittlerweile bekannt: Wolf Hetzer, der besonnene Ermittler, der diesmal ein wenig aus der Rolle fällt, Peter Kruse, sein ewig hungriger und leicht zu groß geratener Kollege, Moni Kahlert, die liebenswerte Nachbarin und Freundin sowie Nadja Serafin, die toughe Rechtsmedizinerin.

Gut gefallen hat mir an diesem Roman, im Vergleich zum letzten Buch, dass die Ermittlungen wieder in den Vordergrund gerückt sind. Die Geschichten um das Opfer und ihr Leben sind, durch diverse Rückblenden, spannend und interessant erzählt, die einzelnen Handlungsstränge sind gut miteinander verknüpft. Allgemein überzeugt die Geschichte wieder weitaus mehr. Zudem hat mir die Idee gefallen, dass am Anfang des Romans einmal keine Leiche steht.

Schade fand ich, dass der Roman sprachlich stark nachgelassen hat, im Vergleich zu den Vorgängern. Vor allem die Dialoge konnten mich nicht überzeugend. Auch waren einige Abschnitte im Buch, die man getrost hätte weg lassen können, wohingegen andere Handlungsstränge zu kurz gekommen sind. Hin und wieder fand ich das Verhalten (vor allem der Haupt-) Figuren absolut nicht nachvollziehbar.
Immer wieder schlichen sich kleine Fehler ein, die vermeidbar wären und wohl der kurzen Bearbeitungszeit zuzurechnen sind.

Das Ende hat mir eigentlich gut gefallen und hat nochmal einiges heraus gerissen. Auch die privaten Geschichten um die Charaktere wurden zum großen Teil interessanter und waren nicht mehr nur auf das kochen, bzw. an und ausziehen beschränkt.

Fazit:

Habe lange geschwankt, ob ich mich nun für 3 oder 4 Sterne entscheiden soll und bin zu der Überzeugung gekommen, dass 4 Sterne angemessen sind. Die Kritik wiegt zwar schwer, vor allem weil es sehr viele vermeidbare Fehler waren, die man mit etwas größerem Zeitkontingent sicherlich bemerkt hätte, dennoch überzeugt mich die Geschichte insgesamt. Sprachlich ist SchattenGift nicht mehr so schön wie die Vorgänger, inhaltlich aber wieder besser als das 2te Buch. Trotz einiger schöner Ideen (z.B das am Anfang kein Mord steht) wirkt es teilweise lieblos herunter geschrieben. Ich hoffe darauf, dass künftig wieder Qualität vor Quantität kommt. Lieber nur ein Buch pro Jahr und dafür einen besseren Blick für die Details.

3,5/5 Sterne, aufgerundet auf 4.

Nané Lénard – SchattenGift
erschienen, März 2012 im CW Niemeyer Verlag
348 Seiten
9,95 €

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