Inhalt:

Christin leidet an Amnesie. Seit einem schweren Unfall kann sie sich an nichts mehr erinnern. Ihr Mann Ben versucht zwar ihr zu helfen, aber sobald Christin morgens erwacht steht sie wieder vor dem Nichts, ohne Erinnerung an ihren Mann, ihre Freunde, ihr Leben. Mit Hilfe des Psychiaters Dr. Nash will sie nun endlich ihr Leben wieder zurück bekommen.  Zu diesem Zweck fängt sie an Tagebuch zu führen und alles aufzuschreiben, was ihr passiert. Während sie dieses Buch jeden Tag aufs neue liest und weiter führt keimt in schrecklicher Verdacht in ihr auf.

Kritik:

Die Protagonistin Christine ist eine etwa 40 jährige Frau, die von einem schweren Schicksalsschlag getroffen wurde. Sie vergisst jede Nacht im Schlaf alles, was sie am Tag zuvor wusste. Es ist schwer zu beurteilen ob einem die Figur sympathisch oder authentisch erscheint, da ihre Situation kaum vorstellbar ist. Nicht zu wissen wer man ist, woher man kommt oder wie man die letzten 20 Jahre seines Lebens verbracht hat ist sicherlich grausam. Trotzdem empfand ich Christine bisweilen als nervig und irgendwie doof.

Scheinbar ging die Krankheit der Protagonistin zum Teil auch über die Vorstellungskraft des Autors hinaus, denn bisweilen waren gewisse Erzählungen oder Schilderungen sehr unlogisch und gar widersprüchlich. Schade, da die Thematik an sich sehr interessant und beängstigend sein könnte. Prinzipiell gefällt mir die Idee, dass Christine jeden Tag an ihr Tagebuch erinnert wird und beginnt darin zu lesen, aber die Umsetzung ist nicht gelungen. Der Roman ist zwar aus der Ich-Perspektive der Protagonistin geschrieben, aber die Tagebucheinträge wirken nicht überzeugend. Das Buch ist sprachlich gut, daher gut zu lesen. Gefesselt hat es mich nicht. Ich hatte keine Probleme das Buch wegzulegen und wenn ich es nicht während der Arbeit als Hörbuch gehört hätte ist fraglich, ob ich es überhaupt je fertig geworden wäre.

Fazit:

Nett. Mehr aber auch nicht. Man kann die Geschichte gut lesen, aber ob es nun wirklich ein Thriller ist sei dahingestellt. Wirklich spannend war es selten. „Ich.darf. nicht. schlafen ist angenehm geschrieben und basiert auf einer guten Idee, aber die Umsetzung ist eher mangelhaft. Das Ende war  vorhersehbar, trotzdem überzogen und irgendwie absurd. Was der Titel mit dem Roman zu tun hat frage ich mich übrigens immer noch.  Ich hatte irgenwie erwartet, dass die Protagonistin irgendwann versuchen würde nicht zu schlafen. Alles in allem kann man das Buch lesen, muss man aber nicht.

2/5 Sternen

S.J. Watson – Ich.darf.nicht.schlafen.
Deutsche Erstauflage, erschienen 2011 im Scherz-Verlag
396 Seiten
14,95 € (Broschiert)

Mit bestem Dank an crime.thrill für da Leseexemplar 🙂 Die beste Crime und Thrill FanSeite auf Facebook!