Quelle: BC Schiller

Inhalt:

Milan Drakovic, einer der Geschäftsführer eines internationalen Unternehmens wird brutal ermordet. Der zuständige Prager Ermittler, Pavel Hajek, wendet sich hilfesuchend an seinen Kollegen Tony Braun aus Linz, da dort die Zentrale der Firma angesiedelt ist. Bald darauf wird in Linz ein lettisches Model tot aufgefunden.

Viele lose Fäden ohne erkennbaren Zusammenhang stellen die Polizei vor ein Rätsel. Die Ermittler wissen nicht wo sie ansetzen sollen und die kriminellen Machenschaften der Firma werden von höchster Ebene geschützt. Tony Braun, sein Assistent Gruber und sein Prager Kollege Hajek geben nicht auf Zudem hat der Linzer Kriminaler noch eine Rechnung mit dem Cousin des Toten, Bogdan Drakovic, offen.

Kritik:

Zu Anfang fand ich das Buch etwas verwirrend, aufgrund der vielen Personen und Verstrickungen. Einen wirklichen Protagonisten konnte ich nicht ausmachen. Statt dessen fließen die Geschichten des Kommissars Tony Braun, der Werbeagenturbesitzerin Anne Lange, ihres Angestellten Richard Marx, des Designers Stefan Szabo sowie die des höchst verdächtigen Bogdan Drakovic und seiner Familie zusammen.

Tony Braun, ein durchaus aggressiver, von der Arbeit besessener Kommissar war mir erst gegen Ende des Buches langsam sympathisch und ich hoffe, dass seine etwas freundlicheren Charakterzüge im nächsten Buch stärker zum Ausdruck kommen.

Nach einigen Seiten gewöhnt man sich aber an die vielen Personen und kann sich auf die überaus interessante Handlung einlassen Ich war gespannt wie die losen Fäden und die Geschichten der einzelnen Figuren am Ende zusammengeführt werden würden.

Sprachlich gefällt mir der Roman wirklich gut: Sehr angenehmer Erzählstil, schöne Beschreibungen, und ein kleiner Hauch Österreichisch. Für meinen Geschmack manchmal ein paar zu viele Details, aber ansonsten sehr schön. Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass die Hintergrundgeschichte noch etwas mehr vertieft worden wäre.

Der Wechsel zwischen personaler Erzählperspektive aus Sicht der jeweils wechselnder Hauptfiguren und der Ich Perspektive des Täters hätte aber hier nicht sein müssen. Die Abschnitte aus der Sicht des Täters haben mir weniger gut gefallen. Die Ohnehin schon sehr unruhige Grundstimmung des Buches, infolge der vielen Charaktere, wurde dadurch noch verstärkt. Ich habe es trotzdem gern gelesen, da es sehr flüssig und gut verständlich geschrieben ist.

Fazit:

Österreicher können nicht nur lustig. „Töten ist ganz einfach“ ist ein spannender, sehr gut zu lesender Thriller. Zwischendurch gab es einige Passagen die mir nicht so zugesagt haben, aber dennoch im Gesamten eine überzeugende Story. Vor allem die Auflösung der, zu Beginn verwirrenden, Spuren, die scheinbar nichts miteinander zu tun hatten, war sehr gut gelungen. Ich bin gespannt auf weitere Werke aus der Feder dieser Autoren.
P.S. Auch in diesem Fall hat sich – zu meiner Freude – mein Anfangsverdacht im Bezug auf Täter und Motive weitgehend bestätigt. Ich lese eindeutig zu viele Krimis und Thriller😉

4/5 Sternen

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B.C. Schiller – Töten ist ganz einfach
erschienen, 2011 als Kindle-Edition
424 Seiten
2,99 € (E-book)