Inhalt:

Auf dem Gelände der Frankenburg wird eine mysteriöse Tote gefunden. Ihr Rücken ist von merkwürdigen Flecken übersät, die Kehle wurde ihr durchgeschnitten. Die Kommissare Hetzer und Kruse tappen völlig im Dunkeln. Weitere Frauenleichen tauchen auf und die Ermittler stellen sich die bange Frage welches Grauen in den Wäldern lauert.

Kritik:

Zu Beginn ist das Buch wirklich gut. Der Epilog, der am Ende nochmal aufgegriffen wird ist eine witzige Idee, die Geschichte aus der Vergangenheit um eine Sieglind verstörend, aber nicht uninteressant, die Gegenwart im Leben der bereits bekannten Protagonisten typisch: Arbeit, Hund und Nachbarin. Man lernt die Figuren, vor allem Wolf, Peter, Moni und Nadja noch besser kennen.

Durch wechselnde Perspektiven werden neue einzelnen Charaktere vorgestellt und man fragt sich – zu Recht – wie diese verschiedenen Einführungen am Ende zusammen hängen könnten.

Leider lässt der Roman dann stark nach. Die Handlung plätschert vor sich hin. Außer dem gelegentlichen Auffinden weiterer Leichen und einer – im Endeffekt völlig zusammenhanglosen – Familientragödie um ein „Mondkind“ sowie einer weiteren Geschichte, deren Bedeutung man nur vermuten kann, geschieht eigentlich nichts. Hauptaugenmerk der Handlung liegt weniger auf der Mordermittlung, sondern vielmehr auf dem (fehlenden) Liebesleben aller Akteure und banalen Nebensächlichkeiten. Man hat das Gefühl, dass alle Figuren irgendwie frustriert sind.

Auch das sehr konstruierte Ende und der all zu offensichtliche Täter haben mich nicht überzeugt. Des weiteren stieß ich auf zwei Logikfehler. (Nachzulesen im Spoiler)

Sprachlich steht dieser Roman, der in personaler Erzählperspektive geschrieben ist, seinem Vorgänger in nichts nach. Aber ansonsten kann SchattenWolf mit SchattenHaut in keiner Weise mithalten. Sehr schade. Einzig Nané Lénards überaus angenehmer Erzählweise ist es zu verdanken, dass ich dieses Buch zu Ende lesen wollte. Und der Hoffnung darauf, dass der Schluss ein überzeugendes Ende bieten, das die losen Handlungsfäden zusammenführen würde.

Fazit:

Sehr schwer hier ein vernünftiges Fazit zu ziehen. Das Buch ist sehr gut geschrieben, mit der selben angenehmen Sprache wie auch schon SchattenHaut. Leider hat mich die Geschichte absolut nicht überzeugt. Wenig Handlung, viel Gerede um nichts, im Großen und Ganzen relativ spannungsarme Unterhaltung, deren Hauptinhalt Banalitäten sind.

Nun hoffe ich , dass SchattenGift mich mehr überzeugen kann und SchattenWolf einfach nur dem „Fluch des zweiten Romans“ zum Opfer gefallen ist. Der ist ja bekanntlich der schwerste.

2/5 Sternen

Nané Lénard – SchattenWolf
erschienen, 2012 im CW Niemeyer Buchverlag
364 Seiten
9,95 €

Vorsicht Spoiler:

Logikfehler:
Auf Seite 238 fährt Najda mit ihrem Cabrio vom Tatort weg, obwohl sie mit Wolf Hetzer zusammen in seinem Auto dort angekommen war.
Auf Seite 307 enthüllt Nadja eine „Neuigkeit“ aus den Befunden der Obduktion, die sie aber leider auf Seite 223 schon mal erzählt hat.

Ende:
Woher wusste Wolf Hetzer, dass Moni sich mit einem Fremden treffen wollte? Davon stand nichts in der Nachricht. Eindeutig zu viel Intuition.