Inhalt:

Die Kommissare der Hamburger Mordkommission, Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs, werden zu einem erschreckenden Tatort im Rotlichtviertel gerufen. Das Opfer: Ein Kollege. Und es wird nicht der einzige Tote bleiben. Die Ermittlungen scheinen ins Nichts zu verlaufen. Für die Kommissare beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der Kampf gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner und vor allem gegen die innersten Dämonen: die eigene Angst.

Kritik:

Die ersten Seiten des Romans, das Vorspiel, sind noch etwa verwirrend, man weiß nicht was einen erwartet, aber nach ein paar Seiten ist man in die Geschichte eingetaucht: Spannung pur. Jede Sekunde erlebt man hautnah mit den Protagonisten, hält den Atem an und fiebert mit ihnen mit. Zum einen ist da Jörg Albrecht, der „Boss“,ein nachdenklicher, eher distanziert wirkender Mann, mit hervorragender Intuition. Trotz seiner etwas ruppigen, teilweise unfreundlichen Art kommt man ihm im Laufe der Geschichte sehr Nahe und kann sein Handeln und Denken nachvollziehen. Zum anderen Hannah Friedrichs, seine Partnerin, die ihn als Einzige im Team zumindest ansatzweise durchschauen kann und hinter seine Fassade blickt. Sie ist intelligent, unkonventionell aber einfühlsam. Eine selbstbewusste Frau, die sich den Respekt ihrer Kollegen verdient hat. Auch die restlichen Figuren sind sympathisch, zum Teil originell gezeichnet.

Der Aufbau des Romans ist interessant, so ist ein Teil der Handlung aus einer personalen Erzählperspektive wiedergegeben, im Wechsel mit Schilderungen der Kommissarin Friedrichs aus der „Ich Perspektive“ und gelegentlichen Zwischenspielen aus der Gedankenwelt/Sicht des Täters. Dadurch hat man einen allumfassenden Blick auf die Geschehnisse, der zum mit raten gerade zu verpflichtet.

Die Sprache des Autors gefällt mir sehr gut. Bildhaft und detailreich, ohne sich in langweilige Ausschweifungen zu verlieren. Der subtile Humor, der mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat und die etwas eigenwillige Art, die Gedanken der Protagonisten nicht zu Ende zu führen, machen dieses Buch zu etwas besonderem, dass sich vom üblichen Thriller Einheitsbrei abhebt. Hochgradige Spannung inbegriffen.

Durch die intensive Recherche, die diesem Roman vorausgegangen sein muss, bleibt es trotz des teilweise sehr abstrakten Themas, überzeugend und authentisch.

Fazit:

Ein absoluter Pageturner. Stephan M. Rother hat es geschafft, mich quasi an den Roman zu fesseln. Spannend, sehr gut recherchiert und vor allem überzeugend in der Darstellung hat dieser Thriller alles was das Herz begehrt. Mein ganz besonderes Highlight war, dass Täter sowie sein Motiv wirklich schwer zu erraten waren. In jedem Fall kaufen und lesen. Wer’s nicht macht ist selbst schuld. Oder habt ihr etwas Angst?

5/5 Sternen 

PS: Ein Interview mit dem Autor folgt in ca. 1 – 2 Wochen, wenn ihr genug Zeit hattet das Buch zu kaufen und zu lesen ;) 

PPS: Herr Rother freut sich immer über neue Fans und interessierte Leser auf seiner Facebook Seite. Schaut doch einfach mal vorbei: Stephan M. Rother

Stephan M. Rother – Ich bin der Herr deiner Angst
erschienen, 2012 im rowohlt Verlag
572 Seiten
9,99 €

Mit bestem Dank an den  Rowohlt Verlag und Stephan M. Rother !🙂