Inhalt:

Sibylle Aurich erwacht nach einem Alptraum in einem merkwürdigen und unheimlichen Krankenhauszimmer. Von einem nicht weniger suspekten Arzt erfährt sie, dass sie nach einem Überfall zwei Monate im Koma gelegen haben soll. Bis auf das Geschehen im Park kann sie sich an jedes Detail ihres Lebens erinnern, vor allem an ihren Sohn Lucas, den es nach Aussage des Arztes nicht gibt. Sibylle flieht aus dem Krankenhaus und ein wahrer Alptraum beginnt. Niemand glaubt an ihren Sohn, niemand glaubt ihre Geschichte und vor allem: Niemand scheint sie zu kennen. Nicht einmal ihr eigener Mann…

Kritik:

Die Protagonistin ist in diesem Buch sehr schwer zu beschreiben. Die Ausnahmesituation in der sie sich befindet macht es dem Leser fast unmöglich sie zu charakterisieren, oder zu begreifen. Wobei diese Verwirrung natürlich, im Anbetracht der Ereignisse verständlich ist und somit gut zur Figur passt. Auch die anderen Charaktere bleiben undurchschaubar, abstrakt und man braucht lange, bis man sich entscheiden kann ob man jemanden sympathisch findet und vor allem wem man eigentlich vertrauen kann. Genau das wiederum, kommt der Geschichte aber zu gute, da man das Gefühlschaos der Protagonistin dadurch sehr gut nachempfinden kann.

Sprachlich ist „der Trakt“, als erstes Buch dieses Art das wohl schwächste Werk der Strobel Bücher, dennoch gibt es wenig daran zu kritisieren: Angenehm zu lesen, verständlich und frei von unnötigem Schnick Schnack. Hätte der Autor sich nicht in den beiden folgenden Werken noch gesteigert, so würde einem das wohl kaum auffallen.

Die Thematik an sich ist interessant und beängstigend. Gut möglich, dass die Forschung schon solche Fortschritte gemacht hat, das kann ich nicht beurteilen, aber es klingt sehr futuristisch. Alles in allem wirkt die Handlung zeitweise zu sehr konstruiert und für meinen Geschmack etwas zu unrealistisch. Die Spannung bleibt relativ konstant erhalten, auch wenn es ein paar Passagen gibt, in denen es einem sehr leicht fällt das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit:

Ein spannender, gut zu lesender Thriller, dessen Thematik ich einerseits sehr beängstigend, andererseits sehr unwirklich finde. Die  Handlung  wirkt für mein empfinden teilweise sehr konstruiert, wenig authentisch. Trotzdem  würde ich dieses Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

4/5 Sternen.

Arno Strobel – Der Trakt
erschienen, 2010 im Fischer Verlag
338 Seiten
8,95€