Inhalt:

Constanze Hohenau ist eine selbstbewusste, starke  junge Frau. Nach dem Tod ihres Vaters übernimmt sie sein Geschäft, den Tuchhandel. Schon bald hat sich die Tuchhändlerin in der Geschäftswelt, durch Ihre Geschicklichkeit im Umgang mit den Dienstboten sowie ihre Geschäftstüchtigkeit, einen Namen gemacht und den Ruhm des Vaters sogar noch vermehrt. Eines Tages verschwindet ihre kleine Schwester Maria, auf dem Weg nach Worms, spurlos. Zusammen mit ihrem Kämpen Konrad und ein paar treuen Freunden macht Constanze sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und gerät dabei in aller größte Gefahr.

Kritik:

Die Protagonisten Constanze scheint, dem Vorbild anderer historischer Romane entsprechend, eine ungewöhnlich, und für das Mittelalter unüblich, selbstbewusste junge Frau zu sein, die sich nicht den gängigen Regeln beugen will. Vielleicht auch dadurch bedingt, dass sie sehr früh schon viel Verantwortung übernehmen musste, ist sie eine Kämpfernatur. Trotzdem gefällt mir ihre Figur sehr gut. Sie wird einerseits als warmherzig und verständnisvoll, andererseits als streng, unnachgiebig, aber mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit gezeichnet.  Das macht sie sehr sympathisch, man kann sich leicht mit ihr identifizieren. Auch die anderen wichtigen Charaktere, wie z.B Ritter Konrad, oder die Straßenkinder Albert und Cuno sowie die zum Teil nur oberflächlich beleuchteten Dienstboten wirken lebendig.

Die Autorin erzählt auf angenehme Weise, in einfachen Worten, ihre Geschichte, auch wenn etwas zu häufig auftretenden Wortwiederholungen ein bisschen störend sind. Die Sprache bedient sich einiger altertümlicher Bezeichnungen wie z.B Kämpe, Gebälk, bleibt aber allgemein relativ Modern. Dadurch verliert der Roman ein bisschen an Atmosphäre.

Der geschichtliche Hintergrund der Stadt Worms scheint gut recherchiert worden zu sein, wobei natürlich die handelnden Figuren reine Fiktion sind. Man sollte diesen Roman also sicher nicht mit dem Hintergrund lesen ein möglichst authentisches Bild dieser Epoche zu bekommen.

Fazit:

„Die Feinde der Tuchhändlerin“ erzählt, eingebettet in die Kulisse des Mittelalters,  von Abenteuer, Verrat, Intrigen und einer zarten Liebe. Die zum Teil recht einfache Sprache der Autorin ist mitunter etwas gewöhnungsbedürftig, dennoch lässt sich der Roman sehr gut lesen, die Geschichte ist spannend und fesselnd. Wer gerne historische Roman liest wird hier sicher auf seine Kosten kommen. Mich jedenfalls hat die Geschichte sehr gut unterhalten, obwohl ich dieses Genre sonst eher vernachlässige.

4/5 Sternen

Caren Benedikt – Die Feinde der Tuchhändlerin
erschienen, 2012 im Piper Verlag
368 Seiten
9,99 €

Wer gerne mehr über diese äußerst sympathische  Autorin erfahren möchte, der sollte sich doch einfach mal auf ihrer Homepage umsehen. Ich bin gespannt auf ihren nächsten Roman und werde diesen bestimmt gerne lesen.