Inhalt:

Nicole ist frustriert: Nach 10 Jahren Ehe hat sich ihr Mann Tom immer mehr in einen Karrierehengst und Macho verwandelt, während sie selbst das Gefühl hat als lästiges Anhängsel und Hausmütterchen zu verkümmern. Als sich dann noch heraus stellt, dass die „Überstunden“ des Göttergatten jung, blond und verdammt sexy sind, und Yvonne heißen, wird es Nicole zu viel. Sie bringt ihren Mann in einem Wutanfall um. Dumm nur, dass der am nächsten Morgen wieder quick lebendig und ohne Blessuren vor ihr steht. Und so entwickelt Nicole viele Mordplände, die sie auch alle in die Tat umsetzt, denn Tom ist einfach nicht totzukriegen…

Kritik:

„Das muss ich haben“ war mein erster Gedanke, als ich von diesem Buch gehört hatte. Ein Mann der Frauenromane schreibt, kann das gut gehen? Es kann. Mit einem ganz eigenen Humor entführt Claus Vaske den Leser in Nicoles Welt aus Gartenarbeit und Selbstzweifeln – eine typische Vorstadtehefrau eben, mit einem besonderen Talent. Den nervigen Gatten ermorden zu können ohne, dass es Konsequenzen hat ist wohl der Traum vieler Frauen. Mir jedenfalls gefällt diese Idee außerordentlich gut. Natürlich ist Nicole nicht frei von Fehlern, genauso wenig wie ihre beste Freundin, von Beruf Scheidungsanwältin, Männerverachterin aus Prinzip, und genau das macht dieses Duo so unwiderstehlich und charmant.

In lustigen Episoden schildert der Autor eine kreative Mörderin in Höchstform mit einem überaus dankbaren und wiederverwendbaren Opfer. Recycling par Excellence. Natürlich kommt auch das Liebesleben der Akteure nicht zu kurz und am Ende wird es noch mal richtig spannend, auf eine skurrile Art und Weise. Wobei mir persönlich das Finale ein bisschen zu überzogen war.

Der Schreibstil des Autors ist, dem Buch entsprechend, locker, leicht und wenig anspruchsvoll. Perfekte Unterhaltung für zwischendurch. Natürlich merkt man, dass ein Mann versucht hat sich in die Frauen hineinzuversetzen. An manchen Stellen wirken die Reaktionen der Protagonistinnen und vor allem die gut bedienten weiblichen Klischees eher unfreiwillig komisch. Kann man aber bei einem Roman wie diesem mit Nachsicht behandeln.

Fazit:

Auch Männer können gute Frauenromane schreiben. Dieses Buch garantiert spaßige Stunden und eignet sich wunderbar als „Zwischengang“ bei all zu blutrünstiger, oder emotionaler Literatur. Ein (vielleicht etwas seichter) Roman mit großem Unterhaltungswert. Wer beim lesen gerne mal schmunzelt, oder gar herzlich lacht, der sollte dieses Buch in jedem Fall lesen.

4/5 Sternen

Claus Vaske – Nicht totzukriegen
erschienen, 2011 im Fischer Verlag
250 Seiten
8,99 € (TB)

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