Inhalt:

Alex ist ein ganz normaler Mann, liebender Ehemann und Vater. Nach einem minder schweren Autounfall erwacht er im Krankenhaus. Soweit scheint alles in Ordnung zu sein außer, dass Alex sich nicht an den Unfall erinnern kann. Doch auch das ist kein Grund zur Besorgnis, wie die Ärzte versichern, wenn da nicht die ständigen Aussetzer und Halluzinationen wären. Schon bald kann Alex Traum und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden und die Suche nach der Wahrheit wird für ihn zu einem Trip in die Hölle…

Kritik:

„Der Fahrstuhl brachte ihn nach unten, doch seine Gedanken blieben hier“. Der erste Satz dieses Romans ist derart ungewöhnlich, dass er mich sofort angesprochen hat. Er trifft auch den Kern des Buches sehr gut.

Das wirkliche Potential der Story wurde meiner Meinung nach aber nicht voll genützt. Es dauert verhältnismäßig lang bis die Geschichte wirklich in Fahrt kommt. Auch die vielen sprachlichen Ungenauigkeiten wären vermeidbar gewesen. Man merkt  bereits nach wenigen Seiten sehr deutlich, dass ein vernünftiges Lektorat gefehlt hat.

Dennoch wollte ich aber unbedingt wissen, wie es mit Alex, Lisa und Lilli (seiner Familie)  weiter geht und was mich in dem Buch noch erwartet. Ein ganz klarer Pluspunkt. Gut gefallen haben mir auch die Erinnerungen des Protagonisten, die im Wechsel mit den jeweils aktuellen Ereignissen erzählt werden. Dadurch konnte man sich ein umfassendes Bild von den handelnden Figuren machen.

Ab etwa der Hälfte des Buches gewinnt die Geschichte dann deutlich an Fahrt und entwickelt sich zu einem rasanten Thriller. Die Charaktere bekommen mehr Tiefe und auch der Schreibstil des Autors wirkt sicherer, ausgereifter. Die Sprache bleibt relativ einfach, aber das ist nicht störend. Das Ende ist in meinen Augen wirklich überzeugend und unerwartet.

Fazit:

Zu Beginn des Romans kommt leider kaum Spannung auf, da mir die Einleitung zu langwierig ist. Trotzdem würde ich dieses Buch weiter empfehlen, da der zweite Teil einiges Wett macht und die anfängliche leichte Enttäuschung aufhebt. Das Ende überzeugt. Nur an der sprachlichen Vielfalt muss der Autor in jedem Fall noch arbeiten.

4/5 Sternen

Zum Autor: Michael Schmid, gebürtiger Regensburger, erblickte 1984 das Licht der Welt. „Fragmente des Wahns“ ist sein Debütroman, allerdings arbeitet er schon fleißig am Nachfolger. Wer mehr über den sympathischen Schreiberling wissen will, der sollte seine Homepage besuchen oder auf der Facebook Seite vorbei schauen. Schmid ist offen für Lob und Kritik und steht seinen Lesern gern Rede und Antwort.

Michael Schmid – Fragmente des Wahns
erschienen, 2012 im AAVAA Verlag
282 Seiten
11,95 €