Heute gibt es mal etwas aus der eigenen Wortküche😉 Willkommen in meiner Welt der „10 Minuten Poesie“.

Was das heißt? Nun, ganz einfach: Die Meisten meiner Werke entstehen in ihrer Grundstruktur in unter 10 Minuten. Danach kommt nur noch ein bisschen Rechtschreibkorrektur und Feinschliff und fertig ist der Spaß.

Den Anfang macht heute ein durchaus sehr persönlicher Text, der…aber lest selbst🙂

„Ich wollte auch schon immer mal ein Buch schreiben!“. Wer hat diesen Satz noch nicht von dem ein oder anderen lesebegeisterten, bücherfanatischen, oder ganz einfach literaturbesessenen Freund gehört. Und sicher ebenso so oft die Antwort „Dann mach doch!“, auf diese, nicht explizit gestellte Fragen „Soll ich? Kann ich das?“ gegeben. Nun, wer noch nie in dieser Situation gewesen ist, der möge den folgenden Text einfach beiseite legen und sich mit anderen Dingen beschäftigen. Oder ihn, der Neugier halber doch einfach weiter lesen. Alle, die jene Situation schon mehrfach erlebt haben werden sich – auf der einen oder anderen Seite wiederfinden: Entweder als angehender Autor, oder als Motivation spendender Freund.


Wie vielen Anderen ergeht es auch mir. Ich möchte ein Buch schreiben. Wirklich. Am liebsten einen Thriller, oder einen dieser unheimlich witzigen, charmanten Liebesromane für Frauen. So einen, den dann auch die Männer einfach klasse finden. Oder vielleicht auch ein Kinderbuch. Immerhin ist es doch wichtig, dass Kinder mit dem geschrieben Wort aufwachsen, damit sie lernen können, was gut und böse ist. Damit der in ihnen steckende Samen der Vernunft aufgehen und irgendwann erblühen kann. Vor allem sind Kind ein so dankbares Publikum. Bunte Bilder, ein paar trefflich formulierte Zeilen et voilà – es ist vollbracht. Aber vielleicht wird es doch ein Fantasy Roman, besser noch als „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“. Selbstredend. Einfach hinsetzen und los schreiben. Mit dem ersten Satz, dem ersten Funken einer Idee fliegen die Finger wie von Geisterhand gelenkt über die Tastatur und das Endergebnis schlägt ein wie einem Bombe.

Wunderbare Gedankenspiele, nicht wahr? Sich hinsetzen, ein bisschen in sich gehen, ein paar kleine Ideen austüfteln und dann einfach nur noch herunter tippen, um am Ende einen hochgelobten und viel gepriesenen Weltbestseller in den Händen zu halten. Ja warum eigentlich nicht? Gesagt, getan.

Voller Tatendrang durch aufmunternde Worte von Freunden, (siehe oben…) sitzt man dann also am PC (oder Spiralblock) und wartet auf die Erleuchtung. Wenig erstaunlich ist natürlich, realistisch betrachtet, dass außer dem Warten nicht viel passiert. Soviel also von der Idee der fliegenden Finger. Aber man ist ja kreativ. Immerhin will man Autor werden (oder sein) und da kann einen so ein kleiner Rückschlag nicht aus dem Konzept bringen, nicht wahr? Es muss ja auch wirklich nicht gleich ein ganzes Buch sein, so eins mit 600 Seiten hochbrisanter Spannung. Für den Anfang tut es auch etwas weniger. Vielleicht 80, oder 90 Seiten, ein bisschen weniger spannend, ein bisschen weniger aufwändig. Dann hätte man ja immer hin schon mal etwas geschrieben. Genau. Mit sich selbst zufrieden, segnet man den Plan ab und vor dem geistigen Auge ziehen schon wieder die Bilder des künftigen Ruhms auf, geringfügig zeitlich verzögert. Immerhin, langfristig hat man das Ziel „Bombenerfolg“ ja noch vor Augen. Eine kleine Zwischenstation kann da sicher nicht schaden. Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Also erneut: Haltung annehmen, Konzentration und… ja was eigentlich? Auch für Plan B ist eine Idee von Nöten. Irgend eine Inspiration, die einen nun dazu bringt knapp 100 Seiten zu einem halbwegs spannenden, oder wenigstens zu einem lustigen Thema zu schreiben. Ok, wenn’s denn sein muss nehmen wir auch ein ernstes, oder trauriges Thema. Völlig egal. Hauptsache irgendwas. Und nun ist guter Rat teuer. Vorher hatte man noch so viele Ideen, so viele Möglichkeiten und jetzt herrscht im Kopf eine öde Dürre. Fast so, wie in der Wüste – viel Sand um nichts. Großartig.

Also erstmal wieder das Gespräch mit den Freunden suchen. (Ja, genau. Ihr seid gemeint).

„Du, ich sag dir. Es ist gar nicht so einfach ein Buch zu schreiben. Da musst du richtig viel Arbeit rein stecken. Krass!“
„Echt?“
„Ja.“
„Und wie läuft’s bei dir? Schon fortschritte gemacht?“
„Ach ja du. Echt gut. Ich bin gestern 5 oder 6 Stunden dran gesessen und bin echt schon richtig weit. Schon bestimmt 20 oder 30 Seiten und so ein Grundkonzept der Handlung. Naja klar, die Figuren müssen natürlich noch etwas mehr Persönlichkeit bekommen, ist eh klar. Aber sonst…“
„Ja super, siehste ich hab dir doch gesagt, dass du das schaffst“.

Na? Wiedererkannt?

Immerhin – Motivation und positives Denken sind eine gute Basis für kreatives Schaffen. Oder nicht? Die Freunde sind überzeugt, dass man es kann. Man selbst ist mittlerweile auch wieder davon überzeugt, dass man irgendwo ein bisschen das Zeug dazu haben könnte und da ja irgendwann irgendwer Ergebnisse sehen will, muss man eben jetzt was liefern. Ich meine, es müssen ja nicht gleich 80 oder 90 Seiten sein, eine Kurzgeschichte reicht doch völlig aus. Vielleicht 8 oder 9 Manuskriptseiten. Klar, das wird dann kein spannender Thriller und sicher auch kein Frauenroman. Aber vielleicht ja ein herrlich lehrreicher, metaphernschwangerer, moralischer Appell an die Menschheit. Ein paar Seiten voll tiefschürfender Weisheiten. Oder eine kleine Liebesgeschichte? Die ist nicht ganz so kompliziert. Für den Anfang darf es ja ruhig etwas einfacheres sein. Man muss ja erstmal rein kommen, so ins Schreiben.

Nachdem man also vor sich selbst gerechtfertigt hat, dass Abstriche erstmal vollkommen legitim sind und das man sich dann, nach den ersten Gehversuchen als zukünftiger Schriftsteller, sofort ans große Werk machen wird, ist man wieder an dem Punkt angelangt der einem nicht nur wage bekannt vor kommt: Die Suche nach der zündenden Idee. Und auch diesmal will sich, auf Teufel komm raus, nicht der Hauch einer Ahnung greifen lassen. Nichts.

Nun ist guter Rat also nicht nur teuer, er ist quasi unbezahlbar. Da hilft alles schönreden nichts, da hilft alles hoffen und bangen und wünschen nicht. Man kann’s nicht. Die Seifenblase platzt am spitzen Dorn der Erkenntnis: Man wird nie einen Bestseller schreiben, nie erfolgreich sein. Man wird den Rest seines Lebens irgendwo den Traum vor sich her schieben, ohne ihn sich je erfüllen zu können. Ade Buch. Ade Ruhm. Ade Traum. Das Thema „schreiben“ spricht man auch lieber so schnell nicht wieder an, um unangenehmen Fragen zu entgehen. Irgendwann wird bestimmt (hoffentlich) auch der letzte Langzeitgedächtniskünstler vergessen haben, dass man in (nicht all zu) ferner Vergangenheit mal den Plan hatte, ein ganz großes Ding zu drehen…

Tja, an dem Punkt war ich auch schon. Sogar nicht erst einmal, oder zweimal. Erstaunlicherweise war ich an dem Punkt schon so oft, dass ich es gar nicht zählen kann. Nur aufgegeben hab ich den Traum, ein Buch schreiben zu wollen, trotzdem nie. Und nun? Wieder fange ich an. Vielleicht wird es diesmal klappen, wer weiß. Aber immerhin weiß ich jetzt endlich, dass sich das Buch nicht für die Masse schreiben will, nicht für den Erfolg, nicht für Ruhm und Geld, sondern für mich, um mir selbst meinen persönlichen Traum zu erfüllen. Um mir selbst zu beweisen, dass ich etwas kann, völlig unabhängig vom Rest der Welt. Wenn es dann dem ein oder anderen gefällt, um so besser. Und ich glaube wirklich, dass es diesmal die richtige Basis ist. Nicht globaler, sondern persönlicher Triumph als großes Ziel.

Warum ich dann jetzt diese 2 Seiten Schwachsinn von mir gebe? Na, ist doch ganz logisch… Es müssen ja nicht gleich 600 Seiten werden, oder 80, oder 90… es reicht ja auch erstmal ein kurzer Text. Nur so, um rein zu kommen. Nur, damit man mal wieder etwas geschrieben hat….

by Vero Nefas 2011