Inhalt: 

Der pensionierte Münchner Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth wird tot in seinem Wochenendhaus aufgefunden. Er wurde an die Heizung gefesselt und musste qualvoll sterben: Er ist verdurstet. Auf der Suche nach dem Täter stellen Tino Dühnfort und sein Team fest, dass viele Menschen ein Motiv gehabt hätten den Arzt zu töten. Denn der alte Mann war nicht der nette Onkel, für den man ihn auf den ersten Blick hätte halten können. Er hatte mehr als nur ein düsteres Geheimnis…

Kritik:

Auch der zweite Roman von Inge Löhnig hat mir sehr gut gefallen. Der stoische Kommissar Dühnfort und sein Team, die zuverlässige, intelligente Gina und der etwas von sich selbst überzeugte, aber durchaus fähige Ermittler Alois  sind einem schon im ersten Roman ans Herz gewachsen und man hat gespannt darauf gewartet wie sich ihre Geschichten entwickeln würden. Zwar kommt einiges anders als man denkt, wodurch sich bei mir zu Beginn leichte Enttäuschung eingestellt hatte. Die ist aber sehr schnell der Begeisterung für den Verlauf der Handlung gewichen. Spannend und authentisch erzählt die Autorin aus dem Leben des Ermordeten und zeigt Stück für Stück, aus wechselnden Perspektiven um was für einen Menschen es sich bei dem geschätzten Kinderarzt gehandelt hatte. Geschickt gelegte Fährten lenken den Leser durch die Geschehnisse, so dass man den wahren Mörder wirklich erst kurz vor Schluss entlarven kann.

Mich als „Münchner Kindl“ freut es natürlich wieder besonders, auf mörderischen Spuren durch meine Heimat geführt zu werden und die ein oder andere Örtlichkeit zu erkennen und nicht nur oberflächlich zu kennen. Inge Löhnig’s Schreibstil ist angenehm und flüssig, die Szenen ihres Romans sind detailliert beschrieben, die Figuren überzeugend gezeichnet.

Einziges Manko für mich ist, dass ich das Handeln des Mörders sehr wohl nachvollziehbar und auch (zumindest in Teilen) verständlich finde, auch wenn die Autorin dem widerspricht. Für mein Empfinden hat der Täter mehr Mitleid und auch Verständnis verdient. Zudem fehlt mir an ein paar Enden die Auflösung, bzw. die Information was aus den Personen werden wird.

Fazit:

Ein sehr kurzweiliger, lesenswerter Kriminalroman. Von Anfang an spannend und beängstigend real. Bis auf ein paar lose Fäden am Ende bin ich sehr begeistert. Von mir gibt es auch hierfür eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Reihe.

4,5/5 Sterne

Inge Löhnig – In weisser Stille
erschienen, 02/2010 im Ullstein Verlag
442 Seiten
8,95 €